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Ostprignitz-Ruppin Die Kehrseite der Idylle in Freyenstein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Die Kehrseite der Idylle in Freyenstein
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18:18 28.07.2015
Sie haben die Nase voll von den Problemen mit den Weiden: Heidrun Schwandt, Heinz Gabler, Harald Alpermann, Michael Schwandt, Waltraud Alpermann und Rosemarie Etzrodt (v.l.) Quelle: Björn Wagener
Freyenstein

Mächtige Weiden säumen den idyllischen Teich in Freyenstein und sorgen mit ihrem hängenden Blätterwerk für eine malerische, verträumte Atmosphäre. Die glatte Wasseroberfläche und dahinziehende Vögel bieten ein Bild der Ruhe und Gelassenheit. Die ist bei den Anwohnern allerdings längst verflogen. Denn die Weiden sind nicht nur schön, sie bereiten auch Probleme - und das schon seit Jahren. Immer wieder brechen mächtige Äste ab und fallen entweder in den Teich, wo sie dann vermodern, oder sorgen gar für Zerstörung, wenn sie auf festem Boden auftreffen. Ein Zaun und ein Gewächshaus sind den schweren Holz-Geschossen bereits vor zwei Jahren bei einem Sturm zum Opfer gefallen. Die Spuren sind noch immer zu sehen. Denn der Kommunale Schadensausgleich (KSA) sprang nicht ein. Begründung: Die Schäden seien auf ein Unwetter mit Sturmböen zurückzuführen. „Für die Auswirkungen derartiger Naturgewalten können die Eigentümer von Bäumen nicht grundsätzlich haftbar gemacht werden“, heißt es in einem Schreiben des KSA. „Der Kommunale Schadensausgleich prüft alle Schäden, die durch herunterfallende Äste verursacht werden. Bei einem Sturm ab Windstärke 8 muss in der Regel die private Versicherung des Geschädigten einspringen“, teilt Stadt-Sprecher Jean Dibbert dazu mit.

Sind zwar schön, gefallen aber nicht allen: riesige Weiden am Freyensteiner Teich. Quelle: Björn Wagener

An einen Wiederaufbau des Zaunes und des Gewächshäuschens denken die Anwohner deshalb nicht. Denn so lange das Problem nicht buchstäblich bei der Wurzel gepackt wird, fürchten sie, dass diese Mühe umsonst wäre, weil immer wieder Äste abbrechen und ihr zerstörerisches Werk fortsetzen könnten. Heidrun Schwandt, Heinz Gabler, Harald Alpermann, Michael Schwandt, Waltraud Alpermann und Rosemarie Etzrodt haben sich an diesem Sonntagvormittag vor Ort getroffen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Hier müsse endlich etwas passieren. Darüber sind sich alle einig. Die Weiden müssten entweder entfernt oder zumindest so beschnitten werden, dass abbrechende Äste nicht weiter die Sicherheit gefährden. Mit gemischten Gefühlen sehen die Anwohner dem nächsten Sturm entgegen. Ganz offensichtlich hat die Statik zumindest einer der Weiden Schaden genommen. Denn nachdem zwei kapitale Äste auf einer Seite abbrachen und eine freie Stelle hinterließen, wird der Baum durch das restliche Blattwerk ungleich belastet und die Stabilität gefährdet. Es gebe schon seit Jahren eine Fällgenehmigung für die Weiden, die aber bisher nicht umgesetzt wurde, sagen die Anwohner.

Der Teich in Freyenstein. Quelle: Björn Wagener

Das kann die Stadt allerdings nicht bestätigen. Es gebe keine solche Fällgenehmigung, teilt Stadt-Sprecher Jean Dibbert auf MAZ-Nachfrage mit. Eine solche könne nur dann erteilt werden, wenn eine Gefahr für den öffentlichen Verkehrsraum bestünde. Trotzdem sei der Stadt das Problem bekannt. „Deshalb gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr den Plan, die Kronen zu beschneiden“, so Jean Dibbert. Umgesetzt wurde er allerdings noch nicht. Das Problem: Da sich die Bäume in Richtung Teich neigen, könnten sie auch nur von der Wasserseite aus beschnitten werden, denn der Einsatz eines Spezialbootes für diesen Auftrag wäre „schlicht zu kostenintensiv“, so Dibbert weiter. Daher bleibt nur eines: Warten auf einen Winter, in dem der Teich zufriert, um dann auf dem Eis entsprechend agieren zu können. „Aber solche Winter gibt es ja gar nicht mehr“, meinen die Anwohner.

Und so bleibt nur Schadensbegrenzung im kleineren Rahmen: Die Mitarbeiter des Bauhofes versuchten fortwährend, Äste aus dem Teich zu bergen. Ab Herbst sollen zudem Äste gestutzt werden, so Dibbert. Derzeit sei das nicht möglich, weil Baumschnittarbeiten brütende Vögel stören könnten. Generelle gestalterische Arbeiten am Teich seien ebenfalls nicht geplant. Ein Entschlammen wie etwa beim Dosseteich wäre nur dann möglich, wenn es auch Fördermittel dafür gebe. Die sind aber nicht in Sicht.

Von Björn Wagener

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