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Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsmarkt auch ohne Sicherheit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsmarkt auch ohne Sicherheit
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00:21 03.12.2017
Viel Lob gab es 2016 für die erste Auflage des neuen Neuruppiner Weihnachtsmarkt auf dem Neuen Markt. In diesem Jahr gibt es etliche Probleme. Quelle: Marko Petruschke/Archiv
Neuruppin

Zwei Wochen vor der geplanten Eröffnung des neuen Weihnachtsmarktes auf dem Neuen Markt in Neuruppin sind noch immer nicht alle bürokratischen Pro­bleme ausgeräumt. Veranstalter Christian Juhre konnte sich bisher nicht mit der Stadtverwaltung auf einen Vertrag zur Nutzung der Flächen einigen, auf denen er schon im vergangenen Jahr mit riesigem Erfolg einen Weihnachtsmarkt veranstaltet hat. Die Forderungen, die die Stadt jetzt aufmacht, kann er nicht erfüllen, sagt Juhre.

Der Weihnachtsmarkt soll wie schon vor einem Jahr auf dem Neuen Markt stattfinden – mit einem echten Lebkuchenhaus für Kinder, mit Märchenfilmen, einem Sockenstrick­rekordversuch und jeder Menge Stände und Buden mit Anbietern aus der gesamten Region. Zusätzlich plant Christian Juhre diesmal aber auch einen Teil des Bollwerks mit ein. Vor der Galerie am Bollwerk will er unter anderem eine Eislaufbahn aufbauen.

Stadtverwaltung sichert Unterstützung zu, Juhre vermisst sie

2016 hatte er zum ersten Mal einen solchen Markt veranstaltet und dafür riesiges Lob geerntet – auch aus der Stadtverwaltung. Baudezernent Arne Krohn beteuerte am Montag im Hauptausschuss auf Nachfrage von CDU-Fraktionschef Michael Gayck, dass die privaten Weihnachtsmarktorganisatoren mit jeder Unterstützung der Verwaltung rechnen können: „Dieses Engagement ist wirklich aller Ehren wert.“ Doch Unterstützung stellt sich Christian Juhre anders vor. Dass die Stadtverwaltung die Idee ablehnt, den Schulplatz am Weihnachtsmarktwochenende, 14. bis 17. Dezember, zum Parkplatz zu machen, kann er akzeptierten. „Wir haben unsere Parkplätze am Reiz“, sagt er. Von dort werden die Besucher mit Bussen in die Altstadt gefahren.

Nicht leben kann Juhre aber mit dem Entwurf des Nutzungsvertrages für den Neuen Markt, den er aus dem Rathaus bekommen hat. Am Montagvormittag kam ein erster Entwurf, am Nachmittag ein zweiter. Danach soll Juhre nicht nur viermal so hohe Gebühren zahlen, sondern auch 5000 Euro Kaution für eventuelle Schäden hinterlegen. Der Weihnachtsmarktorganisator ist perplex. „Das kann ich nicht bezahlen“, sagte er. Es gehe schließlich nicht darum, Gewinn zu machen. „Wir wollen doch etwas für die Belebung der Stadt tun“, sagt Juhre.

Private sollen Kaution zahlen, städtische Tochterfirma muss nicht

Bei früheren Veranstaltungen auf dem Neuen Markt gab es solche Forderungen nicht. „Wir haben eine Haftpflichtversicherung und die Stadt weiß doch, wo sie uns erreicht“, sagt Juhre: „In dieser Form kann ich nicht unterschreiben.“

Von ihrer eigenen Tochterfirma Inkom verlangt die Stadt Neuruppin keine Sicherheit, wenn sie Veranstaltungen wie den Martinimarkt organisiert. „Die Inkom muss keine Kaution zahlen“, so Rathaussprecherin Michaela Ott: „Sie ist ja eine mit städtischen Zuschüssen finanzierte kommunale Gesellschaft.“

Selbst Stadtverordnete haben wenig Verständnis für die Forderung der Stadtverwaltung gegenüber den privaten Veranstaltern. Die Stadt sollte doch froh sein, dass jemand einen Markt auf die Beine stellt; sie selbst schafft es seit Jahren nicht. „Wenn das die einzige Hürde ist, würde ich sogar mit 5000 Euro als Kaution aushelfen“, sagt der Linken-Abgeordnete Siegfried Wittkopf: „Für die Menschen ist doch wichtig, dass es auch in Neuruppin einen Weihnachtsmarkt gibt.“

Verwaltung zieht ihre ursprüngliche Forderung zurück

Indes wurde am Freitag bekannt, dass die Stadt Neuruppin ihre Forderung nach einer Kaution zurückgezogen hat. Christian Juhre habe schließlich schon mehrfach Veranstaltungen auf dem Neuen Markt ausgerichtet, bei denen es keine Schäden gab, sagt Baudezernent Arne Krohn. Er habe deshalb schon am Donnerstag veranlasst, dass die Stadt auf die sonst übliche Zahlung einer Kaution verzichten soll und auch die Verwaltungsgebühren verringert werden. „Wir haben sehr großes Interesse, dass der Weihnachtsmarkt zustande kommt“, versichert Arne Krohn erneut.

Von Reyk Grunow

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