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Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsmarkt startet im Wutzsee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsmarkt startet im Wutzsee
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00:22 16.12.2015
An der Feuerschale vor der Kirche traten die Crazy Taps aus Fehrbellin auf.
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Lindow

Ein paar Luftblasen blubbern an der Wasseroberfläche. Die 70 Schaulustigen am Ufer des Wutzsees halten den Atem an. Wird der erwartete Schatz geborgen werden? Dann erscheint eine goldene Spitze, ein Tannenbaum entsteigt dem Wasser und mit ihm ein tropfnasser Weihnachtsmann mit Rauschebart, rotem Mantel und Zipfelmütze. Die Sauerstoffflasche noch auf dem Rücken, schnappt er sich den Geschenkesack vom Steg und mischt sich unters Volk, das am Feuer schon heißen Punsch schlürft.

„Sechs Grad, das war auszuhalten“, sagt der Weihnachtsmann, der eigentlich Frank Schmidt heißt und zum Tauchparadies Oranienburg gehört. Dank ihm und seinen neun Mit-Tauchern hat der weihnachtliche Tauchgang am Sonnabend gerade mal eine halbe Stunde gedauert – und wurde die beliebte Tradition nach zweijähriger Pause fortgesetzt. Zum Lohn fürs Ausharren wird der bunte, trinkbare Baumschmuck unters Volk gebracht.

Aufgetaucht: Knecht Ruprecht mit dem Weihnachtsbaum. Quelle: Regine Buddeke

Nun, da Mann und Baum im Trockenen sind, steht dem Lindower Weihnachtsmarkt nichts mehr im Wege. An der Kirche flankieren bereits zwei Nussknacker und Tannengrün das Portal ins Vergnügen. Viele Lindower strömen schon zu Beginn herein, um sich nichts vom Programm entgehen zu lassen. Die Bläsergruppe zaubert weihnachtliche Stimmung, an der Feuerschale wärmt sich das Volk mit Glühwein in der Hand. Die Kinder wirbeln auf dem Karussell – zumindest bis „das goldene Pony“ des Reiterhofes Stapel erscheint – ein Märchen zu Pferde, gespielt von den Reitkindern. Das ist ebenso hübsch anzusehen wie die nachfolgenden flinken Tanz-Füßchen der Fehrbelliner Crazy Taps. Etwas ruhiger ist der Auftritt des Weihnachtsmannes – sehnlich erwartet, belohnt er mutige Liedersänger und Gedichtaufsager mit einem Griff in seinen Geschenkesack. Die Erwachsenen mühen sich derweil, noch Geschenke zu finden: ob Gepatchtes oder Gestricktes, Honig, Kerzen oder bunter Weihnachtsschmuck – die Auswahl ist hübsch. Auch beim Essen: Die Kita backt traditionell Waffeln, die Feuerwehr grillt. Es gibt Wildsuppe und Stockbrot an der Feuerschale, die Mustang-Ranch hat kandierte Früchte und Punsch mitgebracht. Die neunjährige Lea hat sich von 50 ihrer Bücher getrennt: Mit dem Erlös möchte sie die bald eintreffenden Flüchtlinge unterstützen. „Schöne Auswahl an Buden in diesem Jahr, ohne Billig-Tinnef“, lobt eine Besucherin.

Der Abend bringt noch einen weiteren Höhepunkt: 130 Besucher erleben in der Kirche das Konzert der Kantoreien aus Lindow und Gransee: mit feierlichen Kantaten von Bach und Buxtehude, dazu vielen bekannten Weihnachtsliedern fand der Lindower Weihnachtsmarkt einen wunderbaren Abschluss.

Von Regine Buddeke

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