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Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsoratorium für Kinder in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsoratorium für Kinder in Neuruppin
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00:23 23.12.2015
Streicher und Bläser der Kreismusikschule Neuruppin wirkten neben der Ruppiner Kantorei an der gelungenen Premiere mit. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Es sei ein anspruchsvolles Unterfangen, erzählt Matthias Noack, Leiter der Ruppiner Kantorei. Seit dem Sommer bereits proben die Sänger, vor sechs Wochen seien die Orchestermusiker dazugestoßen – Streicher und Bläser der Kreismusikschule. „Profis und Nichtprofis zusammen, das ist schon spannend“, so Noack. Am Sonnabend hatte im Rahmen der diesjährigen Aufführung des Bach’schen Weihnachtsoratoriums eine 45-minütige Fassung für Kinder ihre Premiere. 250 Kinder und Erwachsene kamen in die Klosterkirche, um der wunderbar gelungenen Aufführung zu lauschen.

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Eine zauberhafte Einführung in das Weihnachtsoratorium von Bach boten am Sonnabend die Ruppiner Kantorei, Solisten sowie Streicher und Bläser der Kreismusikschule Neuruppin vor 250 Gästen in der Klosterkirche Neuruppin.

Einen Evangelisten spart sich die Fassung von Michael Gusenbauer – stattdessen gibt es einen Erzähler, einfühlsam und witzig agiert Gemeindepädagoge Thomas Klemm-Wollny. „Ich bin der Kerzenanzünder“, erklärt er und zündet sowohl den an der Decke baumelnden Stern als auch den Adventskranz an. „Wisst ihr denn, was wir an Weihnachten feiern?“, fragt er in die Menge. Die Kinder wissen es, und Wollny erzählt von dem Mann, der vor langer Zeit extra fürs Fest eine Musik erfand und aufschrieb. „Die soll für euch erklingen. „Man braucht dazu Sänger – einen ganzen Chor“, sagt er und die Kantorei erhebt sich. „Auch Leute mit Instrumenten sind nötig“, stellt er die Musiker vor. „Und man braucht einen Dirigenten“, erklärt er und schon rennt Matthias Noack zur Bühne – die Kinder kichern, die Erwachsenen schmunzeln. Die Geschichte beginnt. „Damit die Hirten nicht einschlafen, spielen sie sich eine Hirtenmusik“, erläutert Klemm-Wollny den ersten Orchesterpart. Zart perlt die Musik. „Aber dann passiert etwas!“ Trommelwirbel. Ein Knall. „Die Hirten erschrecken“ – ein hektisches Flötengetriller. „In der Luft flimmert es“ – die Geigen schwirren wie Engelsgeflatter, dann setzt die Trompete ein. „Die Engel erzählen den Hirten jetzt, dass ein Kind geboren wurde“, erklärt der Erzähler. Die Hirten seien so erschrocken über die Engel, dass sie am Boden herumgekugelt wären, so Klemm-Wollny und wirbelt wie eine Hummel um seine eigene Achse. Erneut Gekicher, so geht es heiter weiter, jedes musikalische Element wird einfühlsam und spritzig erklärt – eine wirklich wunderbare Art, Kinder von vier bis zehn Jahren an das Weihnachtsoratorium heranzuführen.

„Schaut, in diesem pieksigen Stroh muss das Baby schlafen“, erklärt Klemm-Wollny, taucht seine Hand in die Krippe und wirklich – die Geigen machen das mit spitzen Tönen durchaus plastisch. Eine ebenso schöne Idee ist die Suche nach dem passenden Instrument, das feierlich genug für die Ankunft des Königs ist. „Kesselpauke“, ruft ein Kind. Klemm-Wollny lässt erst einmal die Flöte ihr Motiv spielen, dann jedes der anderen Instrumente. Orgel? Fehlanzeige. „Der, der die immer spielt, steht heute hier vorn“, so der Kerzenanzünder mit Blick zu Matthias Noack. Dann machen die Trompeten das Rennen. Für das Schlaflied sind sie aber definitiv zu laut, befindet Klemm-Wollny, befiehlt den voreiligen Trompetern zu schweigen und lässt die Oboen und Flöten zum Zuge kommen. Er erklärt, dass Bach das bekannte Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“ für sein Oratorium unbedingt haben wollte und extra ein wenig umgeschrieben hat. Mit diesem grandiosen Schlussstück der ersten Kantate endet die Kinderfassung. „Noch mal“, ruft ein Mädchen und spricht damit vielen Gästen aus der Seele. Fazit: Eine lehrreiche und qualitativ überzeugende Leistung aller Mitwirkenden, die nach Wiederholung schreit.

Von Regine Buddeke

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