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Weihnachtsoratorium in Neuruppin aufgeführt

Mit Pauken und Trompeten Weihnachtsoratorium in Neuruppin aufgeführt

Für viele Menschen fängt das Weihnachtsfest nicht ohne Oratorium an: 400 Gäste kamen am Sonntag in die Neuruppiner Kulturkirche, um Bachs grandiosem Werk zu lauschen. Hans-Peter Schurz dirigiert das feierliche Werk seit 2002 in der Fontanestadt. Mit dabei, Solisten, drei Chöre und das Schaffrath-Orchester Berlin.

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Für die gut 100 Akteure reicht die Bühne kaum: Drei Chöre, Orchester und Solisten wirken am Weihnachtsoratorium mit.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Es beginnt mit einem donnerndem Paukenwirbel, die Flöten antworten mit einem nervösen Trillern. Die Holzbläser echoen, die Streicher fallen in den Jubel ein, feierliche Trompetenmotive schwingen sich über alles. „Jauchzet frohlocket“, jubelt der Chor. Und dann ist es soweit: Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium entfaltet sich in seiner ganzen Pracht und Vielfalt. Für viele Menschen fängt das kirchliche Fest so und nicht anders an.

Gut 400 Zuhörer sind am vierten Advent in Neuruppins Kulturkirche geströmt, um sich inmitten der rauschenden Musik in Feststimmung bringen zu lassen. Seit 2002 gibt es diese schöne Tradition, bei der die Sängerinnen und Sänger des Neuruppiner A-cappella-Chores, des Märkischen Jugendchores des Schinkel-Gymnasiums und des Landesjugendchores Brandenburgs – alle drei einstmals von Hans-Peter Schurz gegründet – in schönster Harmonie den Bach’schen Gedanken greifbar werden lassen.

Musikalische Leitung

Musikalische Leitung: Hans-Peter Schurz.

Quelle: Peter Geisler

Die musikalische Leitung des Abends obliegt traditionell Hans-Peter Schurz, der seit Jahren auf das bewährte Schaffrath-Orchester Berlin setzt. Auch die männlichen Solisten sind keine Unbekannten – Tenor Nico Eckert ist seit Anbeginn dabei, auch Bass Sebastian Bluth dürfte mit der Akustik der Kulturkirche mittlerweile vertraut sein. Während Sopranistin Georgia Tryfona ein Neuzugang ist, singt Altistin Anna Reczak das dritte Mal in Neuruppin. „Diese Kirche hat eine ungewöhnliche Atmosphäre“, schwärmt sie. Schon der Fakt, in einer beheizten Kirche zu singen, sei wunderbar. „Ich kann gut verstehen, warum die Kollegen hier schon seit 15 Jahren singen“, sagt sie. „Wenn es sich für mich so ergibt, sollte es mich freuen.“ Harald Bölk ist einer von den alten Hasen. Der Leiter der Kreismusikschule gehört zwar nicht zum Orchester, verstärkt aber mit jeweils einem seiner Schüler die Trompeten.

Musikschulleiter und Trompeter Harald Bölk

Musikschulleiter und Trompeter Harald Bölk.

Quelle: Peter Geisler

„Als ich hörte, dass Trompeten fehlen, bot ich an, das zu organisieren.“ Über die Jahre sei das nunmehr eine Konstante geworden. Auch wenn er es schon so oft gespielt hat: „Es ist immer wieder eine Herausforderung. Das schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel“, so Bölk. Üben ist immer angesagt. Auch für Uta Pahl, Sängerin im A-cappella-Chor, die von Anfang an dabei ist. „Das große Publikum, der festliche Saal, das gemeinsame Singen. Und dass meine Tochter neben mir singt – für mich ist es die perfekte Einstimmung aufs Fest.“

Alessa Bollack, Nele Peters und Annalena Dahlenburg sind zum ersten Mal dabei und etwas aufgeregt. Vor Publikum zu singen ist den Schülerinnen vertraut, aber die Kulturkirche ist schon ein anderes Kaliber, zumal die Musik noch anspruchsvoller ist als das ohnehin nicht gerade simple Repertoire des Märkischen Jugendchores. „Für mich ein ganz schöner Umschwung zu den Chorliedern. Aber etwas Besonderes, schon wegen dem Orchester“, so Alessa. Für Nele ist es nach der sommerlichen Mitwirkung in einer Kammeroper-Aufführung noch einmal eine neue Erfahrung. „Wir kannten alle nur Passagen“, bekennt Annalena. „Privat würde ich es mir wohl nicht anhören – aber wenn man mittendrin steht, werden ganz andere Hirnregionen angesprochen.“

Hans-Peter Schurz weiß sehr wohl um den Anspruch und ist Chorleiterin Ulrike Schubach, die Jahr für Jahr für neuen Oratoriums-Nachwuchs sorgt, dankbar. „Nicht alle durften heute mitsingen. Bei manchen reicht es stimmlich noch nicht – aber die schaffen es im nächsten Jahr“, sagt er. Zumal bei 100 Mitwirkenden auf der Bühne der Platz knapp sei, die 80 Chorsänger stehen immer sehr eng. Auch für ihn gilt: das Werk ist keine Routine, auch nicht nach so langer Zeit. „Ich nehme das sehr ernst. Man muss sich den Bach immer wieder neu erobern.“ Solisten, Chor und Orchester müssten begreifen, dass alles eine Einheit ist.

Mit präzisen, knappen Bewegungen führt er seine Mitspieler durch die Tiefen und Untiefen der anspruchsvollen Partitur: Nico Eckert, dessen Stimme spannend zwischen lyrischem Tenor und Alt balanciert, Anna Retczaks warmen Alt, der das „Bereite dich Zion“ und „Schlafe mein Liebster“ zu Perlen macht, Bluths kraftvollen Bass und Georgia Tryfonas samtenen Sopran. „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“, schließt der Chor mit Macht. Auch wenn es alles andere als ein Lallen war – erhört wurde das Werk allemal vom heftig applaudierenden Publikum.

Von Regine Buddeke

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