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Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsoratorium vor vollem Haus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weihnachtsoratorium vor vollem Haus
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00:15 28.12.2017
80 Sänger aus drei Chören sorgten für stimmgewaltige Choräle. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Donnernder Paukenwirbel, die Flöten antworten mit einem nervösen Trillern. Die Holzbläser geben Echo, die Geigen nehmen das Motiv auf, feierliche Trompetenklänge schwingen sich in die Höhe. „Jauchzet frohlocket“, jubelt der Chor. Es ist soweit: Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium entfaltet sich in all seiner Pracht. Für viele Menschen fängt das kirchliche Fest so und nicht anders an.

Auch in Neuruppin ist die Pfarrkirche immer gut gefüllt, wenn Hans-Peter Schurz und die 80 Sänger aus drei von ihm gegründeten Chören – A-cappella-Chor, Märkischer Jugendchor und Landesjugendchor – zum wohl bekanntesten musikalischen Werk der Weihnachtszeit einladen. Für die Sänger ist es immer auch ein Wiedersehen mit alten Freunden – viele kennen sich noch aus Schulzeiten und nehmen oft weite Anreisen auf sich, um wie in alten Zeiten das Oratorium miteinander zu singen und anschließend mit ihren Familien zu feiern. Es ist ein Stück Heimat, was da gelebt und gesungen wird. Und irgendwie auch ein Stück der Weihnachtsbotschaft, wenn sich das strahlende „Jauchzet, frohlocket“ in die Lüfte schwingt.

So kommt echte Weihnachtsstimmung auf: Die Kantaten 1 bis 3 des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach erlebten rund 600 Gäste am Sonnabend in der Pfarrkirche Neuruppin.

Seit 2002 gibt es das Oratorium in der Pfarrkirche, normalerweise wird es am vierten Advent aufgeführt – in diesem Jahr wurde eine Ausnahme gemacht und der Samstag vor Heiligabend gewählt.

Seit Jahren ist das Schaffrath-Orchester Berlin dabei, unterstützt von Bläsern der Neuruppiner Kreismusikschule. Auch die Solisten sind keine Unbekannten. Tenor Kristian Sørensen singt den Evangelisten bereits das zweite Mal in Neuruppin, Bariton Sebastian Bluth hat die Bass-Partie bereits seit vielen Jahren inne. Sopranistin Georgia Tryfona hat das Duett mit dem Bass „Herr dein Mitleid, dein Erbarmen“ auch schon mehrfach in der Kulturkirche ertönen lassen und Irene Schneiders wunderbar tief-warmer Alt bereichert mit dem „Bereite dich Zion“ und „Schlafe, mein Liebster“ bereits zum zweiten Mal das Neuruppiner Weihnachtsoratorium – und in der Vergangenheit auch ein Mozart-Requiem sowie Händels „Messias“.

„Man muss sich den Bach jedes Jahr wieder neu erobern“, sagte Dirigent Hans-Peter Schurz einstmals. Der stürmische Beifall des Publikums am Ende sprach eine deutliche Sprache, dass dieser Anspruch gelungen ist.

Von Regine Buddeke

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