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Weihnachtssterne in der Neuruppiner Gärtnerei

„Eine weibliche Pflanze“ Weihnachtssterne in der Neuruppiner Gärtnerei

Am Samstag ist internationaler Tag des Weihnachtssterns – passend zur Hochsaison, in der sich die beliebte Pflanze gerade bewegt. Gabriele Gawenda, Geschäftsführerin der gleichnamigen Gärtnerei in Neuruppin erklärt, warum der Weihnachtsstern eher ein weibliches Gewächs ist und verrät, ob es ihn bald auch in blau geben wird.

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Gabriele Gawenda (60) pflegt die Weihnachtssterne, bevor sie über den Ladentisch gehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für nur sechs Wochen hat der Weihnachtsstern Saison und trotzdem gilt er als absoluter Klassiker unter den Winterblühern. Neben dem berühmten roten Weihnachtsstern gibt es mittlerweile herangezüchtete Varianten in vielen verschiedenen Farben. Gabriela Gawenda (60) ist seit über 30 Jahren Garten- und Floristikmeisterin. Die Geschäftsführerin der Gärtnerei Gawenda in Neuruppin erzählt im MAZ-Interview, dass der Weihnachtsstern in seiner originalen Form eigentlich bis zu drei Meter groß ist und warum sie die Pflanze eher dem weiblichen Geschlecht zuordnet.

MAZ: Frau Gawenda, sind die Weihnachtssterne, die Sie in Ihrem Gartencenter anbieten, selbst gezüchtet?

Gabriele Gawenda: Nein, das könnten wir bei uns gar nicht machen, weil die Produktion des Weihnachtssterns sehr aufwendig ist. Dafür bräuchten wir zum Beispiel eine Wärme- und Lichtsteuerung. Wir bekommen die Euphorbia pulcherrima, wie sie botanisch heißt, von einem Kollegen aus Schleswig-Holstein. Mit dem arbeiten wir schon sehr lange zusammen.

Aufwendig klingt so, als wäre der Weihnachtsstern sehr anspruchsvoll.

Gawenda: Ist er auch. Der Weihnachtsstern ist eher eine weibliche Pflanze, weil er genau wie die Frauen keine Zugluft und keine kalten Füße mag. Was vor allem bedeutet, dass man ihn nur vorsichtig gießen sollte, also auf jeden Fall von unten. Man gibt nur wenig Wasser, so dass die Pflanze etwa fünf Minuten saugen kann, dann wird das Restwasser weggegeben. Und Zugluft mag er auch nicht, es sollte immer mollig warm sein. Das gilt auch für den Weg von hier zum Auto. Bei nasser Kälte holt er sich sonst schnell was weg und das kann auch schon mal das Todesurteil bedeuten.

Ist der rote Weihnachtsstern nach Ihrer Erfahrung bei Ihren Kunden am beliebtesten oder greifen sie eher zu den farbigen?

Gawenda: Das ist ganz unterschiedlich und hängt oft einfach von der Farbe der Weihnachtsdeko ab, die die Kunden bei sich zu Hause haben. Der rote ist natürlich der klassische, aber mittlerweile gibt es ihn auch als creme- oder terracottafarben, rosa oder auch in weiß.

Bei der Züchtung tut sich offenbar so einiges. Wird es vielleicht bald auch blaue Weihnachtssterne geben?

Gawenda: Ich hoffe nicht. Der Trend ist doch eher klassisch, und gegen gefärbte Ware sträuben wir uns. Natur ist und bleibt Natur. Der Weihnachtsstern ist ja an sich schon sehr auf seine handelsübliche Form hin gezüchtet worden. Normalerweise wird er zwei bis drei Meter hoch, es gibt auch richtige Büsche.

Die werden dann vermutlich auch ihren Preis haben.

Gawenda: Ja, aber solche verkaufen wir hier normalerweise nicht. Unsere Weihnachtssterne kosten zwischen zwei und acht Euro. Nach oben sind aber eigentlich keine Grenzen gesetzt. Dafür haben wir aber im Gegensatz zum Discounter nicht nur die einfachsten Sorten, sondern auch ganz neue Varianten. Wir nehmen hier jede Pflanze täglich in die Hand und gucken, ob alles in Ordnung ist. Das ist aufwendig und so setzt sich dann auch der Preis zusammen.

Warum heißt die Gattung, zu der der Weihnachtsstern und zum Beispiel auch der Kautschukbaum gehören „Wolfsmilchgewächs“?

Gawenda: Der Name „Wolfsmilch“ kommt von dem weißen, giftigen Milchsaft, der in den Pflanzen steckt. Das heißt, man sollte die Blätter des Weihnachtssterns nicht zu Salat verarbeiten. Es ist eine Zierpflanze und kein Gemüse. Die Pflanze schützt dieser Milchsaft vor Schadinsekten. Er ist für Menschen zwar nicht lebensgefährlich, aber man sollte sich vorsichtshalber die Hände waschen, allein weil dieser Milchsaft sehr klebrig ist.


Interview: Luise Fröhlich

Von Luise Fröhlich

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