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Weihnachtsstimmung in der Altstadt

Neuruppin Weihnachtsstimmung in der Altstadt

Zum 1. Advent öffneten Höfe, die Siechenhauskapelle und die Klosterkirche ihre Türen für Weihnachtsmarktbesucher. Bei Glühwein, weihnachtlicher Musik und kunsthandwerklichen Angeboten genossen die Neuruppiner die Vorfreude auf das Fest.

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Basteln in der Neuruppiner Klosterkirche. Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Viel Kraft muss der zehn Jahre alte Darius aufwenden, um die zähe weiße Zuckermasse durch das kleine Loch in der Kunststofftüte herauszupressen. Doch Übung macht den Meister, schließlich ist es schon das zweite Pfefferkuchenherz, das er am Adventsnachmittag in der Klosterkirche dekoriert. „Ein Herz hab ich schon fertig, da habe ich ein Smiley drauf gemacht. Aber jetzt fällt mir nichts mehr ein.“

Seit Jahrzehnten gehören die Pfefferkuchenherzen zum Anziehungspunkt des Adventsmarktes der Klosterkirche. Mit Zuckerguss befleckte Jacken bei Kindern, Eltern und Großeltern sind Bestandteil des Vergnügens. Es gehört dazu, so wie die Weihnachtslieder, die Lichter und der Glühwein.

Am Wochenende lockte die Weihnachtsidylle trotz Schmuddelwetter die Neuruppiner und viele Gäste in die Altstadt. Gemütlich schlendern, plaudern, schauen, kaufen und genießen — das lenkt vom Alltagsstress ab und steigert die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Stände mit Handwerkskunst erwarteten die Besucher am Up-hus, auf dem Museumshof und in der Siechenstraße. Für den Herzberger Schmied Enrico Schellin gehören die Wochen vor Weihnachten zur stressigen Zeit des Jahres. Auf dem Hof der Pension „Fiddler’s Inn“ brennt das Schmiedefeuer, und schon von weitem ist das schlagende Geräusch zu hören. „Ich bin ausgebucht bis Ende des Jahres“, sagt der Schmied, der die übliche Arbeitskleidung für diesen Tag gegen einen Schottenrock eingetauscht hat, passend zu Scottish Folk, live gespielt. Kirsten Rogge und Ralf Berkes haben ihren Hof erstmals zum Advent für Besucher geöffnet. Sie drücken sich erst einmal an den großen Schaufensterscheiben des Cafés die Nasen platt und sind begeistert. Am Mittwoch, 7. Dezember, können die Neuruppiner dort Weihnachtsmärchen des Grafen von Eulenburg, gelesen von Günter Rieger, hören. Jana Dzasokhov hat in den vergangenen Wochen fleißig genäht, dicke Schals und Kopfbedeckungen hat die Russin auf ihrem kleinen Verkaufstisch ausgebreitet. Selbst dick eingemummelt, lächelt die junge Frau aus dem Schal hervor: „Eigentlich hatte ich das für meine große Familie genäht, aber es war zu viel.“

Selbst gestrickte Socken, Handschuhe und Schals finden sich auf allen Märkten, in Olaf’s Werkstatt wird auch am Adventsnachmittag noch emsig gestrickt. „Die Schafswolle ist zwar etwas kratzig, aber gerade deshalb wärmt sie besonders gut“, sagt die Weihnachtsmarktbesucherin Angelika Meyer und streicht über die Socken. Weihnachtspyramiden, erzgebirgische Schnitzkunst und altes bunt bemaltes Spielzeug rufen auch in modernen Zeiten noch Begeisterung hervor. Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen entzückt, basteln in der Klosterkirche Gestecke und Sterne. Die Zeit dafür ist mit dem Advent gekommen, und auch gute Taten sind jetzt gefragt. Tschetschenische Frauen, ehrenamtliche Helfer vom Netzwerk Gesunde Kinder und Konfirmanden engagieren sich für Hilfsbedürftige und sammeln in der Klosterkirche Spenden, während die Neuruppiner Kantorei zum Weihnachtssingen einlädt.

„Wir waren mit unserer Konfirmanden-Gruppe in der Rohrlacker Bäckerei ,Vollkern’ und haben dort Brot gebacken“, erzählt Emilie Henning. „Das Brot haben wir mit der Hand geformt, es hat Spaß gemacht.“ 50 Brote verkaufen die jungen Christen an diesem Nachmittag und beteiligen sich damit an der bundesweiten Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“.

In der Siechenkapelle proben die Sänger des Chorisma-Kammerchors im Schnelldurchlauf noch einige Lieder. In einer Stunde beginnt das Konzert, das bereits ausverkauft ist. Weihnachtliche Chormusik aus aller Welt steht auf dem Programm, Lieder aus England, Schweden, Norwegen und dem Baskenland sind darunter.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Mit dem 20. Uphus-Weihnachtsmarkt verabschiedet sich Gabriele Lettow aus der Szene. Sie hätte sich mehr Engagement von städtischer Seite gewünscht.

Von Cornelia Felsch

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