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„Weil die Natur für Kinder wichtig ist“

Lyrikwerkstatt zum Thema „Bäume“ „Weil die Natur für Kinder wichtig ist“

Der Berliner Theaterautor Tuncay Gary veranstaltete am Freitag auf dem Neuruppiner Schulplatz eine Lyrikwerkstatt zum Thema „Bäume“. 30 Dritt- und Viertklässler der Montessori-Grundschule lauschten zuerst gespannt dem Gedicht „Kletterverstecke“, bevor sie selbst kreativ wurden. Manch ein Schüler lief zu Höchstformen auf.

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Die Spur des Schlüssels

„Es gibt viele Bäume auf der Welt“, stellten diese Mädels fest.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. An solche Schulstunden unter strahlend blauem Himmel könnten sich die Schüler der Neuruppiner Montessori-Grundschule glatt gewöhnen: Am Freitagvormittag haben 30 Dritt- und Viertklässler einen literarischen Ausflug in den Wald unternommen. Auf dem Schulplatz nahmen sie an einer Lyrikwerkstatt des Berliner Theaterautoren Tuncay Gary teil.

Bewaffnet mit Zettel und Stift schrieben die Kinder ihre Gedanken zum Thema „Bäume“ auf

Bewaffnet mit Zettel und Stift schrieben die Kinder ihre Gedanken zum Thema „Bäume“ auf.

Quelle: Peter Geisler

Das Gedicht, das den Kindern als Inspiration dienen sollte, trägt den Titel „Kletterverstecke“. Darin geht es um Bäume, die sich gut als Versteck eignen. „Meine Workshops sind bewusst naturbezogen“, erklärt Gary. „Weil die Natur für Kinder wichtig ist.“ Ihm sei aufgefallen, dass die Kinder, die in Berlin seine Werkstätten besuchten, zwar die Stadt kennen würden, aber kaum das Umland. „Sie kennen eher die Parks und nicht die Wälder“, sagt der Autor.

Texte über Bäume

Gemeinsam mit Gary schauten sich die Kinder Bilder zu den Bäumen aus dem Kletterverstecke-Gedicht an und sollten anschließend selbst kreativ werden. „Jeder schreibt auf, was ihm gerade zu Bäumen einfällt – und los geht’s“, gab Gary den Startschuss. Wer wollte, konnte seine Dichtkunst dann auf der kleinen Freilichtbühne vortragen.

Viele Kinder holten sich eine Einschätzung von Tuncay Gary zu ihren Texten ab

Viele Kinder holten sich eine Einschätzung von Tuncay Gary zu ihren Texten ab.

Quelle: Peter Geisler

Ein Mädchen namens Jolina traute sich zuerst – und brach damit das Eis für die anderen Mädchen und Jungen. Manch ein Schüler lief zu Höchstformen auf und trug gleich mehrere Gedichte vor. Im Werk von Bruno hieß es beispielsweise: „Manchmal gibt es ein Erdbeben, den Bäumen verdanken wir unser Leben. Bäume sind toll.“ – „Fantastisch, da ist ja ein Gedicht besser als das andere. Diese Klasse muss eine Dichterwerkstatt eröffnen!“, freute sich Gary.

Theatermann Gary lobte den Mut der Kinder

Lyrik lasse sich auch jüngeren Kindern schon sehr gut nahe bringen, ist der Theaterautor und -regisseur überzeugt. „Gedichte sind ein wunderbares Hilfsmittel, um kurze und knappe Gedanken wiederzugeben. In meinen Workshops sind schon hervorragende Gedichte entstanden.“

Auch nach der knapp 45-minütigen Unterrichtsstunde auf dem Neuruppiner Schulplatz war Gary zufrieden. „Da sieht man, was passiert, wenn mit nur einem Wort – in dem Fall Baum – angefangen wird.“ Besonders gefreut habe er sich auch, dass einige Kinder sich getraut haben, ohne Mikrofon zu sprechen, sagt der 46-Jährige.

Literatur- und Theaterwerkstatt in Berlin-Wedding

„Das besondere an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, dass jeder Tag anders ist“, sagt Gary. „Es gibt in jeder Stunde neues zu entdecken.“ Er erinnert sich an die Arbeit mit einer Kita-Gruppe, nach der ihm alle Kinder um den Hals gefallen seien, weil es ihnen so gut gefallen habe. „Auch ich bin immer neugierig, was auf mich zukommt und lasse mich auf die Kinder ein.“ Gary, der auch als Schauspieler und Dramaturg tätig ist, betreibt in Berlin-Wedding eine Literatur- sowie eine Theaterwerkstatt.

Bei Sonnenschein macht Schule gleich doppelt so viel Spaß

Bei Sonnenschein macht Schule gleich doppelt so viel Spaß.

Quelle: Peter Geisler

„Danke, dass ihr hier wart“, sagte Gary am Ende an Schüler und Lehrer gewandt. „Und dass ihr so tolle Gedichte geschrieben habt.“ Zum Dank gab’s für jeden noch eine Postkarte als Lesezeichen. Und auch die Kinder bedankten sich – mit einem im Chor vorgetragenen Gedicht.

Info: Die Lyrikwerkstatt auf dem Schulplatz war Bestandteil des Programmes für den Lese- und Kulturspielplatz der Fontanefestspiele. Dieser lädt noch bis Montag, 16. Mai, zum Lesen unter freiem Himmel ein.

Von Josephine Mühln

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