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Ostprignitz-Ruppin Weiter Durststrecke beim Rohmilchpreis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weiter Durststrecke beim Rohmilchpreis
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00:17 04.06.2017
Produktionsleiterin Daniela Lehmann und Burkhard Schultz auf der Weide bei Jabel inmitten der Holsteinfriesian-Milchkühe. Quelle: Christamaria Ruch
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Biesen

Für jedes Kilogramm Rohmilch erhält der Milchproduzent derzeit 31 Cent. „Damit können wir unseren laufenden Verpflichtungen nachkommen, aber nicht nachhaltig produzieren“, sagt Burkhard Schultz, Vorstandsvorsitzender von der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaft (LPDG) in Biesen. So lange nicht nachhaltig produziert wird, steht unterm Strich eine schwarze Null. Somit fehlen am Ende die finanziellen Mittel, um in die Zukunft des Unternehmens zu investieren.

„31 Cent bedeutet ein relativ stabiler Rohmilchpreis, aber auf niedrigem Niveau“, sagt Burkhard Schultz. Auch wenn landläufig immer wieder die Meinung existiert, dass Landwirte immer wieder klagen und das fast zum guten Ton gehört, sprechen hier die Fakten eine andere Sprache. Seit Dezember 2014 befindet sich der Milchpreis im freien Fall. 18 Cent pro Kilogramm Rohmilch - das war im Frühjahr 2016 der absolute Tiefpunkt. 37 Cent für das Kilogramm Rohmilch sind notwendig, um auskömmlich und nachhaltig Milch produzieren zu können. Bei 18 Cent ist der Milchproduzent bei weniger als der Hälfte vom auskömmlichen Preis angelangt. Ironie des Schicksals: Obwohl die 300 Milchkühe der Rasse Holsteinfriesian der LPDG in Biesen monatlich bis zu 220 000 Liter Milch geben, bedeuten die tiefen Rohmilchpreise eine lange Durststrecke für den Betrieb. Schultz fordert: „Wir brauchen neue Verträge mit den Molkereien.“ Darin sollen Menge und Preis vor der Ablieferung der Milch klar definiert sein.

Gängige Praxis ist jedoch, dass der Milchproduzent immer erst einen Monat später den Rohmilchpreis erfährt. „Das ist der Hauptknackpunkt“, sagt Schultz. Über dieses Thema wird seit gut eineinhalb Jahren auf höchster politischer Ebene verhandelt. „Wir produzieren 365 Tage im Jahr Milch und sind darauf angewiesen, dass diese Ware auch kurzfristig verwertet wird“, sagt Burkhard Schultz. In Wirtschaftszweigen der Industrie können etwa Zulieferer Druck ausüben und bessere Konditionen aushandeln, indem sie ihre Lieferungen für bestimmte Zeit aussetzen. Praktiziert der Milchproduzent diesen Weg, wird nur die Milch sauer und ist am Ende nichts mehr wert.

300 Milchkühe gehören zur LPDG Biesen. Quelle: Christamaria Ruch

„Wir brauchen auch kurzfristigere Verträge, um bessere Konditionen zu vereinbaren“, so Schultz. Zwischen den Molkereien und dem Einzelhandel ist das gängige Praxis. „Wir haben ja nur die Alternative, Milch zu produzieren oder eben nicht zu produzieren“, sagt Schultz nüchtern. Er wünscht sich etwa gestaffelte Vergütungen für genau definierte Liefermengen.

Nach wie vor ist die LDPG breit aufgestellt. Dort werden 1480 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. In normalen Zeiten kommen die Umsätze je zur Hälfte aus der Milchproduktion und dem Pflanzenbau. Doch schon mehr als zwei Jahre ist der Milchbereich ein subventionierter Betriebszweig. Dennoch sieht Schultz keine Alternative zur Milchproduktion: „Wir haben 500 Hektar Grünland und eine effektive Verwertung sehen wir nur im Bereich der Tierhaltung.“ Er stellt sich immer wieder die Frage, wo die Schmerzgrenze erreicht ist? „Ich hätte mir nie gedacht, dass wir einmal bei unter 20 Cent ankommen. Ich hätte auch nie gedacht, dass ein Betrieb das mehr als ein Jahr durchhalten kann“, so der 52-Jährige. Und: „Doch man soll nie nie sagen.“ Das ist auch als Kampfansage zu verstehen. Eine Aufgabe der Milchproduktion kommt für Schultz nicht in Frage.

Burkhard Schultz: Landwirtschaft hat Zukunft

Trotz allem sagt Burkhard Schultz: „Die Landwirtschaft hat eine Zukunft.“ Denn gute Auszubildende und Fachkräfte werden weiter gesucht. Zwei Jugendliche lernen derzeit in der LDPG. „Uns ist wichtig, dass wir Zeit für die Azubis haben und sie qualitativ gut ausgebildet werden.“

Von Christamaria Ruch

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