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Weiter Gift im Neuruppiner Wohngebiet

Im Juni starten Untersuchungen Weiter Gift im Neuruppiner Wohngebiet

Gut fünf Jahre ist es her, dass die mehr als 100 Bewohner des Neuruppiner Eigenheimgebietes zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See erfahren haben, dass sich in ihrem Boden Gift befindet. Doch noch immer ist unklar, ob das Gebiet saniert wird. Das regt die Anwohner mächtig auf. Im Juni aber starten erst einmal Untersuchungen.

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Die Daten aus den Grundwassermessstellen reichen nicht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Gut fünf Jahre ist es her, dass die mehr als 100 Bewohner des Neuruppiner Eigenheimgebietes zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See erfahren haben, dass sich in ihrem Boden Gift befindet. Doch noch immer ist unklar, ob das Gebiet saniert wird.

Das ärgert Hans-Werner Schütte. Der heute 74-jährige Ingenieur lebt mit seiner Frau seit 2003 in dem Eigenheimgebiet. „Wir wünschen uns so schnell wie möglich Klarheit“, sagte Schütte gestern. Schon um seinen Gartenbrunnen wieder nutzen zu können. Doch Schütte muss sich genau wie die anderen Bewohner gedulden. Denn im Juni wird noch nicht das versprochene Gutachten vorliegen, das klären soll, ob und wie das Areal saniert wird.

„Für das Erarbeiten möglicher Sanierungsvarianten an Hand eines digitalen Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodells benötigen die Gutachter noch mehr Daten“, sagte Vize-Landrat Werner Nüse (SPD). Deshalb sollen ab Juni weitere Grundwasseruntersuchungen beginnen.

Möglicherweise werden die Tests eine Weile dauern und auch noch ausgeweitet. Denn die Gutachter sprechen von „komplizierten Standortverhältnissen“. Diese sind demnach auch der Grund dafür, dass die vorhandenen Daten für eine „verlässliche Prognose über die Entwicklung des Grundwasserschadens“ nicht ausreichen. Soll heißen: Es ist immer noch weitgehend unklar, ob, wie schnell und in welche Richtung sich die sogenannten Schadstoffwolken in der Erde bewegen. Um das herauszubekommen, waren bereits zahlreiche Wasser- und Bodenproben in dem Gebiet genommen und zusätzliche Grundwassermessstellen eingerichtet worden, darunter an der Evangelischen Schule und auf der Kastanienwiese.

Mehr als 300000 Euro hat der Landkreis schon für die Untersuchungen in dem Wohngebiet ausgegeben. Wie viel Geld jetzt noch einmal in die Hand genommen werden muss, ist ebenso unklar wie die Frage, wie teuer eine Sanierung wird. „Kostenschätzungen wären zum jetzigen Zeitpunkt rein spekulativ“, sagte Nüse.

Klar scheint zu sein, dass ein Teil des Giftes aus Lösungsmitteln stammt, mit denen sowjetische Soldaten in der Trenckmannstraße jahrelang ihre Panzer gereinigt haben. Bei dem anderen Teil der leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffe (LHKW) gehen Gutachter von einem sogenannten Abzugsschaden aus: Demnach wurden beim Abzug der Truppen Anfang der 1990er Jahre Treibstoff und Kerosin verkippt.

Selbst wenn das Gebiet nicht saniert werden muss, kommen auf den Landkreis wohl gehörige Kosten zu. Denn wegen des Giftes haben mehr als 80 Anwohner Schadensersatzansprüche angemeldet. Grund: Das Umweltamt wusste spätestens seit 1999, dass der Boden und das Wasser mit Schadstoffen belastet ist. Dennoch schwieg der Kreis, als das Wohngebiet geplant wurde. Erst 2009 erfuhren die Betroffenen von dem Gift unter ihren Füßen – als die Behörde ihnen untersagte, auf ihren Grundstücken Brunnen zu bohren und die bereits vorhandenen Brunnen zu nutzen.

Von Andreas Vogel

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Untersuchungsbericht lässt weiter aus sich warten

Noch immer ist unklar, ob ein Neuruppiner Wohngebiet saniert werden muss. Vor sechs Jahren sind dort im Grundwasser vergiftete Stoffe festgestellt worden. Eigentlich sollte schon feststehen, was mit dem Gebiet passiert. Doch es ist aus mehreren Gründen immer wieder zu Verschiebungen gekommen.

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