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Ostprignitz-Ruppin Weiter Kritik an neuer Brücke
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weiter Kritik an neuer Brücke
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00:19 16.06.2017
Geteiltes Molchow: Ein Teil der Brücke ist bereits abgerissen. Wer ans andere Ufer will, muss weite Wege in Kauf nehmen. Quelle: Christian Schmettow
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Molchow

Schmaler, niedriger, filigraner. Nach Anwohnerprotesten hat Baudezernent Arne Krohn am Montagabend einen überarbeiteten Entwurf für die neue Molchowbrücke präsentiert. Der Bogen soll demnach zwei Meter niedriger ausfallen – und nur noch eine Gesamthöhe von 5,60 Metern erreichen. Zugleich hat sich die Breite der Brücke auf drei Meter reduziert. Die von den Molchowern als viel zu wuchtig kritisierten Rampen zu beiden Seiten des Bauwerkes sollen zudem abgesenkt werden.

In Molchow stieß der Plan auf wenig Gegenliebe. „Diese Brücke reißt keinen vom Hocker“, so ein Zuhörer. Auch Ortsvorsteher Uwe Schürmann äußerte sich enttäuscht. Schürmann hätte sich etwa statt eines Bitumenbelags Kunststoffbohlen mit Holzoptik gewünscht. In Neuruppin werde nach historischem Vorbild gearbeitet, sagte er: „In den Ortsteilen präsentiert man uns Nullachtfünfzehn-Lösungen.“

Bis zum Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein

Der Plan ist bereits mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt. Größere Änderungen will der Baudezernent nicht mehr zulassen. Möglichst noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an dem 800 000-Euro-Bauwerk beginnen. Bis zum Frühjahr sollen sie abgeschlossen sein. „Wir münden in das Genehmigungsverfahren ein“, so Krohn. „Ich will das Verfahren nicht mehr aufdröseln.“

Erst vor Kurzem hatten die Molchower einen eigenen Brückenentwurf präsentiert – den von Dirk Kerkhoff (die MAZ berichtete). Er reagierte am Montag merklich irritiert. Denn die Stadt folgt strikt eigenen Vorgaben. Bürgerbeteiligung habe bei den Plänen für die neue Brücke nicht stattgefunden, kritisierte Kerkhoff. Auch Heidrun Kuphal hätte sich mehr Gespräche mit den Molchowern gewünscht. „Macht Lösungen, aber fragt doch vorher mal“, so ihr Appell.

Molchower fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt

Unverständnis auch weiterhin darüber, dass die Brücke seit einigen Wochen durch herausgenommene Bohlen unpassierbar ist. „Die reißen hier eine Brücke ab und wir stehen ohne da“, kritisierte eine Zuhörerin. Krohn verteidigte jedoch das Vorgehen der Stadt. Auch wenn seit Jahren bekannt gewesen sei, dass die Brücke sanierungsbedürftig ist, hätte die Stadt nicht früher Ideen für einen Neubau präsentieren können. Er habe erst planen können, als das Geld für den Bau der Brücke da gewesen sei, so Krohn. „Und diese komplette Finanzierung haben wir erst jetzt.“

Die Brücke war gesperrt worden, weil ein gerissenes Betonlager in den See zu rutschen droht. Einige Molchower halten eine Sanierung dennoch für möglich. Mit dem Teilabriss der alten Brücke seien „Tatsachen geschaffen“ worden, kritisierte etwa Marlies Rosenau-Puffer. „Uns wird jetzt die Pistole auf die Brust gesetzt.“

Schlechte Noten für das Widerlager

Krohn verwies dagegen auf die besorgniserregenden Ergebnisse der letzten Brückenüberprüfung. Zuletzt hätten die Widerlager fast die schlechteste Note Fünf erhalten. „Das ist von einer 3,6 auf nahezu fünf gerauscht“, so Krohn. „Diese Widerlager wären nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand zu sanieren gewesen.“ Schürmann verwies dagegen auf Prüfungsergebnisse, die ihm vorliegen. Demnach hätten die Widerlager im vergangenen Jahr eine zufriedenstellende 3,5 erhalten.

Zwei alte Eichen müssen dem neuen Bauwerk weichen. Beide Bäume seien jedoch durch die bereits bestehende Brücke vorgeschädigt, so Krohn. Die auf der Dorfseite stehende 250 Jahre alte Eiche ist zudem von einem Pilz befallen. „Dem könnte man nur mit großem Aufwand Herr werden“, sagte Krohn. „Und das mit unsicherem Ergebnis.“ Die Stadt will deshalb Ersatzbäume pflanzen lassen. „Wir haben um diesen Baum gerungen“, so Krohn. Letztendlich habe es jedoch keine Möglichkeit gegeben, ihn zu retten. Die Ersatzbäume sollen wieder direkt an der Brücke stehen.

Von Frauke Herweg

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