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Ostprignitz-Ruppin Weitere Sprengungen in der Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weitere Sprengungen in der Heide
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02:15 17.06.2017
Kugelbomben sind kleiner als ein Tennisball. Quelle: Daniel Seidel/BIMA
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Neuruppin

In der Kyritz-Ruppiner Heide sind am Montagnachmittag mehr als 40 Kugelbomben gesprengt worden. „Was weg ist, ist weg“, sagte am Dienstag Rainer Entrup von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Sie ist Eigentümerin der Heide.

Streuwaffen gelten als besonders tückisch

Die Bima will bis Sommer 2020 eine rund 1100 Hektar große Fläche in der gut 12 000 Hektar großen Heide nach den Kugelbomben und anderen sogenannten Streuwaffen abgesucht haben. Diese sind gemäß eines internationalen Abkommens, dem Deutschland schon vor längerer Zeit beigetreten ist, als geächtet. Grund: Streuwaffen gelten als besonders tückisch. So befinden sich in jeder der nicht einmal tennisballgroßen Kugelbomben gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff, so dass bei der Explosion die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles durchschlagen, was in ihrer Nähe ist. Der tödliche Radius liegt bei knapp 100 Metern. Deshalb werden die Kugelbomben auch nicht transportiert, sondern stets an Ort und Stelle gesprengt. Das geht aber nur in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst der Polizei.

Spezielle Technik im Einsatz

Für das Aufspüren von Kugelbomben und anderen Streuwaffen in der Heide nutzt die Bima seit März spezielle Technik. Diese Großspulensonden hat eine amerikanische Firma eigentlich für den Einsatz in Fernost entwickelt – um die Millionen Bomben und Minen zu finden, die während des Vietnamkrieges zwischen 1955 und 1975 von der US-Armee abgeworfen wurden. So gilt das benachbarte Laos noch immer als das am meisten durch Streubomben gepeinigte Land der Welt.

In der Kyritz-Ruppiner Heide übten vermutlich sowjetische Soldaten mit Kugelbomben für ihren Einsatz in Afghanistan. Bisher hat die Bima in der Heide eine Fläche von zirka 25 Hektar abgesucht und dabei schon über 80 Kugelbomben gesprengt, sagte Daniel Seidel, der Feuerwerker der Bima. Das Ziel ist, bis November etwa 350  Hektar abgesucht zu haben.

Von Andreas Vogel

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