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Weiterer Kirchturm wird offizieller Nistplatz

Läsikow Weiterer Kirchturm wird offizieller Nistplatz

Bundesweit läuft die Aktion des Nabu „Lebensraum Kirchturm“ seit 2007 gut. Nur in Nordwestbrandenburg scheint sie noch nicht richtig angekommen zu sein, zumindest im Vergleich mit Aktionen wie „Schwalben willkommen“. Jetzt aber gibt es im Wusterhausener Dorf Läsikow die Möglichkeit für eine weitere solche Auszeichnung.

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Der Nabu mit seinen 15 000 Mitgliedern in Brandenburg hilft besonders Dohlen (Foto), aber auch Schleiereulen, Turmfalken und Fledermäusen.

Quelle: Nabu

Läsikow. Die Schwalben haben es gut. Ihnen wird seit längerem schon sehr viel öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Doch so gut diese Aktion „Schwalben willkommen“ des Nabu im Nordwesten Brandenburgs schon ankam, und so viele entsprechende Plaketten bereits an die vielen Schwalbennest-Hüter verteilt wurden, so wenig Erfolg hatte bislang offenbar eine andere Kampagne – zumindest in dieser Region. Sie trägt den Titel „Lebensraum Kirchturm“.

Bernd Ewert ist Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) im Altkreis Neuruppin, der mittlerweile als Prignitz-Ruppiner Regionalverband gilt mit seinen insgesamt 350 Mitgliedern. Denn weitere Strukturen wie Altkreisverbände gibt es nicht. Nur in Wittstock und Rheinsberg-Lindow sind laut Bernd Ewert noch echte Ortsgruppen aktiv. „Ich kann mich eigentlich nur an ein Projekt ,Lebensraum Kirchturm’ in Alt Ruppin genau erinnern, wer immer aber auch mitmachen möchte, braucht sich nur bei mir zu melden. Ich kümmere mich dann um die entsprechende Auszeichnung“, sagt Bernd Ewert.

Sechs Nistkästen für Dohlen im Läsikower Kirchturm

Wer schon jetzt in Frage kommt, weiß Anselm Ewert, der mit Bernd Ewert nicht verwandt ist und in der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises arbeitet: „Als in Läsikow die Kirchturmsanierung bevorstand, fand ich fünf Nester von Dohlen, also dürften nach Abschluss der Sanierung fünf Kästen ideal sein“, sagt Anselm Ewert, der sich seit etlichen Jahren ehrenamtlich um die Vogelwelt der Region bemüht, Vögel auch beringt. Seit wenigen Tagen ist der Läsikower Kirchturm fertig saniert, das Gerüst ist gefallen. Hoch oben hängen jetzt drei Nistkästen, die Anselm Ewert dem Dorf zur Verfügung stellte. Drei weitere Kästen besorgte der Gemeindekirchenrat. Sechs sind es damit jetzt also.

Klaus Kraatz zu Füßen des Kirchturms zu Läsikow

Klaus Kraatz zu Füßen des Kirchturms zu Läsikow.

Quelle: Matthias Anke

„Ab dem Frühjahr dürfte dort oben wieder einiges los sein, und dass die Dohlen die Kästen nutzen, davon gehe ich aus, die sind ja ziemlich intelligent“, sagt Klaus Kraatz. Der Rentner wohnt in Läsikow in Sichtweite der Kirche mit ihrem 150 Jahre alten Turm. Kraatz, der langjährige Dorfchronist und Heimat- sowie Naturfreund, verweist zudem auf Schleiereulen, die im Dachboden des Kirchenschiffes nisten und für die eigens ein Einflugloch offengehalten wurde.

Neben Dohlen und Schleiereulen geht es dem Nabu auch um Turmfalken und Fledermäuse. Besonders diese Vogelarten haben in den vergangenen Jahrzehnten viele Nistplätze eingebüßt und benötigen nun eine entsprechende Alternative, heißt es beim Bundesverband. Dieser zählt mittlerweile schon weit mehr als 1000 Kirchen in Deutschland, die seit Beginn der Aktion im Jahr 2007 mit der entsprechenden Plakette ausgezeichnet wurden.

Der Übersicht zufolge gibt es im Landkreis Prignitz noch kein derartiges Engagement, zumindest nicht offiziell. Und in Ostprignitz-Ruppin indes gibt es mehr ausgewiesene Nistplätze als nur die besagte Kirche in Alt Ruppin. Auch in Wulkow, Dabergotz und Bechlin weisen die Plaketten auf das Thema hin.

Die Dohlen-Nistkästen hoch oben am Kirchturm in einer Nahaufnahme

Die Dohlen-Nistkästen hoch oben am Kirchturm in einer Nahaufnahme.

Quelle: Matthias Anke

Bemerkenswert: In der Kyritzer Marienkirche gibt es dank Anselm Ewert seit 1987 schon Dohlen-Nistkästen. Zwei Dutzend sind es bis heute geworden. Publik wurde diese Vogelschutzmaßnahme 2012, als die Dohle zum „Vogel des Jahres“ erklärt worden war und als dann auch der Kyritzer Kirchengemeinde die kleine Tafel mit der Aufschrift „Lebensraum Kirchturm“ überreicht wurde.

Von Matthias Anke

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