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Weniger Arbeitslose trotz vieler Flüchtlinge

Ostprignitz-Ruppin Weniger Arbeitslose trotz vieler Flüchtlinge

Trotz vieler Flüchtlinge, die auf den Arbeitsmarkt drängen, gibt es im Bereich der Arbeitsagentur Neuruppin deutlich weniger Erwerbslose als noch vor einem Jahr. Das liegt auch daran, dass zur Betreuung der Flüchtlinge und zum Bewachen ihrer Unterkünfte Leute gebraucht werden. In der Prignitz hat jetzt ein Modellprojekt begonnen.

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im November nur leicht gestiegen. Das sei saisonbedingt, sagen die Experten.

Quelle: Patrick Seeger

Neuruppin. Damit hatte selbst Arbeitsamtschefin Cornelie Schlegel nicht gerechnet: Trotz der Aufnahme von mehr als 5000 Flüchtlingen sind im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur gut 1600 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als noch vor einem Jahr. Schlegel führte das am Mittwoch bei der Präsentation der neuesten Zahlen darauf zurück, dass der Arbeitsmarkt in der Region „sehr robust“ sei. Zum Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur gehören die Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und das Havelland.

Leichter saisonaler Anstieg im November

Im Vergleich zum Oktober ist die Zahl der offiziell registrierten Erwerbslosen im November zwar leicht gestiegen. Dies sei aber der „normale saisonale Effekt“, betonte die Arbeitsamtschefin. Der Anstieg sei wegen des guten Wetters und der vollen Auftragsbücher, die viele Unternehmen haben, zudem vergleichsweise gering ausgefallen.

Laut Schlegel sind in den vier Landkreisen derzeit knapp 1200 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Hinzu kommen rund 1000, die sich gerade in Sprach- oder anderen Kursen befinden. Das Arbeitsamt ist derzeit dabei, in der Prignitz ein Modellprojekt aufzubauen. Bei diesem sollen Flüchtlinge nach ihrem Inte­grationskurs innerhalb von vier Wochen in ein sogenanntes Trainingsprojekt bei Unternehmen einsteigen. Ziel ist, dass sie die erworbenen Sprachkenntnisse festigen und ausbauen sowie sich gleichzeitig für eine künftige Tätigkeit qualifizieren. „Wir wollen verhindern, dass aus den Flüchtlingen die gering qualifizierten Beschäftigten der Zukunft werden“, betonte Schlegel.

Neues Projekt auch eine Chance für Unternehmen

Das Arbeitsamt sieht in dem Projekt vor allem eine Chance für Gaststätten und Hotels, die oft vergeblich nach Personal suchen. Der Landkreis Prignitz unterstützt das Modellvorhaben. „Wichtig ist, dass es einen festen Ansprechpartner, eine Art Kümmerer gibt“, sagte Vize-Landrat Christian Müller. Dieser Kümmerer soll sich den Sorgen und Nöten der Flüchtlinge annehmen – sei es bei Fragen zur Anerkennung der Ausbildung oder der erhofften Zusammenführung von Familienmitgliedern. Mit diesen Problemen sollten sich nicht die Chefs der mitunter sehr kleinen Firmen herumplagen müssen, so Müller.

Mit dem Kümmerer hat die Prignitz bei einem ähnlichen Projekt bereits gute Erfahrungen gesammelt. Seinerzeit ging es um junge Erwachsene aus Spanien, die bei Unternehmen in der Region gearbeitet haben. „Wir wollen uns auf die Integration konzentrieren“, betonte Müller. Das kann die Prignitz, weil sie bereits bis Mai 615 Flüchtlinge aufgenommen hat – das sind fast 30 mehr, als sie laut der vom Land ausgegebenen Quote in diesem Jahr eigentlich unterbringen sollte. Auch im nächsten Jahr will die Prignitz so verfahren. „Wir fahren mit dieser Strategie sehr gut“, sagte Müller.

Immer weniger Zuweisungen aus Eisenhüttenstadt

In Ostprignitz-Ruppin sieht es etwas anders aus. Der Landkreis bemüht sich zwar ebenfalls um eine Integration der Flüchtlinge. Jedoch liegt das Hauptaugenmerk dabei vorerst darauf, dass die Menschen nicht länger in großen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, sondern in Wohnungen umziehen. Hinzu kommt, dass Ostprignitz-Ruppin bis Ende Oktober erst 419 Flüchtlinge aufgenommen hatte. Laut der vom Land errechneten Quote sollen es bis zum Jahresende 660 geflüchtete Menschen sein.

Das liegt aber nicht am Landkreis. Denn weil es immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland schaffen, stocken seit geraumer Zeit auch die Zuweisungen aus der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt: Im Oktober kamen lediglich drei Flüchtlinge in den Landkreis, die zu Familien gehören, die bereits in Ostprignitz-Ruppin leben (die MAZ berichtete).

Die Zahlen auf einen Blick

In Ostprignitz-Ruppin waren im November 4249 Frauen und Männer als arbeitslos gemeldet. Das sind 116 weniger als vor einem Jahr, aber 118 mehr als im Oktober. Die Quote stieg auf 8,2 Prozent.

Im Altkreis Neuruppin galten 2288 Personen als erwerbslos, das sind 131 mehr als im Oktober. In Wittstock blieb die Zahl mit 770 Arbeitslosen konstant, in Kyritz sank sie sogar auf 1191.

In der Prignitz waren im November offiziell 3887 Frauen und Männer im November arbeitslos. Das sind 425 weniger als vor einem Jahr und 108 weniger als im Oktober. Die Quote sank auf 9,6 Prozent.

Im Altkreis Pritzwalk galten 1171 Personen als arbeitslos, neun mehr als im Oktober. Im Altkreis Perleberg gab es 2716 Erwerbslose, das sind 117 weniger als im Oktober. Die geringste Quote hat Oberhavel mit 6,4 Prozent.

 

Von Andreas Vogel

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