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Ostprignitz-Ruppin Weniger Arbeitslose, viel mehr freie Stellen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weniger Arbeitslose, viel mehr freie Stellen
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19:43 01.03.2017
Quelle: dpa
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Neuruppin

Wie erwartet ist im Februar die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen im Nordwesten Brandenburgs gesunken – in Ostprignitz-Ruppin auf 4772, das sind 46 Erwerbslose weniger als im Januar; in der Prignitz auf 4316, das ist ein Minus von 141. Für die Leiterin der Arbeitsagentur in Neuruppin, Cornelie Schlegel, kommt diese Entwicklung wenig überraschend. „Niedrige Temperaturen und Schneefall beeinflussen die Arbeitslosenquote“, sagte Schlegel am Mittwoch bei der Präsentation der neuesten Zahlen. Das werde durch Studien bestätigt.

20 Prozent mehr freie Stellen als vor einem Jahr

Zu dem bekannten Saisoneffekt gesellt sich seit geraumer Zeit die Sorge vieler Firmenchefs, angesichts des Bevölkerungsschwundes ausreichend Fachkräfte gewinnen zu können. Die Sorge ist berechtigt, und zwar mehr als denn je. „Wir bekommen viele Stellen nicht besetzt“, sagte Schlegel. Derzeit versucht die Behörde, die für Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel und das Havelland zuständig ist, für 4235 offene Arbeitsplätze das passende Personal zu finden. Das sind fast 20 Prozent mehr freie Stellen als vor einem Jahr.

Spitzenreiter bei den offenen Stellen ist aktuell die Zeitarbeit mit mehr als 1200 Einträgen. Das Arbeitsamt sieht Zeitarbeit weiterhin als Chance für den Einstieg in eine dauerhafte Beschäftigung. Allerdings hält sich das Interesse, für eine Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, bei vielen Arbeitsuchenden in Grenzen. Der Grund: „Die meisten wollen einer kontinuierlichen Tätigkeit nachgehen“, so Schlegel. Die Verträge bei einer Zeitarbeitsfirma gelten indes in der Regel für nicht mal sechs Monate. Gleichwohl hält das Arbeitsamt Zeitarbeit für wichtig.

Behörde fördert mehr Angebote zur Weiterbildung

Verstärkt nach Personal gesucht wird derzeit ebenfalls beim Handel, im Hotel- und Gastgewerbe, in der Landwirtschaft sowie im verarbeitenden Gewerbe. So gibt es für Mechatroniker und Elektroniker aktuell mehr Stellen als Bewerber. Das gilt ebenfalls für medizinische Gesundheitsberufe. „Die Leute können sich aussuchen, wo sie arbeiten wollen“, sagte Schlegel. Diese Situation ist für die Arbeitnehmer angenehm – für das Arbeitsamt und die Betriebe jedoch weniger. Die Behörde versucht jetzt, den Personalmangel mit zusätzlichen Angeboten zur Weiterbildung etwas zu lindern. Derzeit lassen sich im Bereich der Arbeitsagentur mehr als 1200 Frauen und Männer beruflich weiterbilden, einige machen ihren Gabelstaplerschein oder erneuern ihren Schweißerpass, andere bringen sich bei der Altenpflege auf den neuesten Stand. Im Havelland fördert das Arbeitsamt zudem bereits seit Längerem die Qualifikation von Auto- zu Busfahrern, damit das kommunale Verkehrsunternehmen ausreichend Personal hat.

Ähnliche Entwicklung in Prignitz und im Ruppiner Land

Viele regionale Unternehmen reagieren auf den Engpass auf dem Arbeitsmarkt indes auf ihre Weise – und stellen verstärkt Leute ein, die zuvor länger als ein Jahr auf der Suche nach einem Job waren. Sowohl in der Prignitz als auch in Ostprignitz-Ruppin ist deshalb im vergangenen Monat die Zahl der sogenannten Langzeitarbeitslosen stärker zurückgegangen als die Zahl der Leute, die noch nicht ein Jahr und länger nach einer Stelle suchen, sagte am Mittwoch Ina Kaiser-Hagenow von der Neuruppiner Arbeitsagentur.

Gleichwohl gibt es mehr unbesetzte Stellen als vor einem Jahr: In Ostprignitz-Ruppin sind aktuell 706 Arbeitsplätze frei, 73 mehr als im Februar 2016. Ähnlich sieht es in der Prignitz aus. Dort gibt es 639 offene Stellen, das sind sogar 146 mehr als vor einem Jahr.

Die Zahlen auf einen Blick

Für Ostprignitz-Ruppin bedeuteten die 4772 Arbeitslosen, die im Februar registriert waren, eine Quote von 9,2 Prozent. Die geringste Quote hat der Altkreis Neuruppin mit 8,5 Prozent, dahinter verbergen sich 2571 Erwerbslose. Im Altkreis Wittstock gab es offiziell 953 Menschen ohne Job, die Quote liegt dort bei 9,5 Prozent. Im Altkreis Kyritz waren im Februar 1248 Frauen und Männer als arbeitslos regis­triert, die Quote liegt bei 11,0 Prozent.

In der Prignitz galten im Februar 4316 Menschen als erwerbslos, die Quote beträgt 10,7 Prozent. Im Altkreis Pritzwalk waren offiziell 1278 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen (Quote: 9,9 Prozent), im Altkreis Perleberg waren laut Statistik 3038 Menschen ohne Job (Quote: 11,0 Prozent).

Die geringste Quote im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur hat Nauen mit 5,6 Prozent, die höchste Rathenow mit 11,7 Prozent.

Von Andreas Vogel

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