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Weniger Buchungsanfragen für Türkei-Reisen

Neuruppin Weniger Buchungsanfragen für Türkei-Reisen

Bei der Auswahl ihrer Urlaubsziele für den Sommer orientieren sich in diesem Jahr viele Kunden um. Schuld sind vor allem die Terroranschläge der jüngsten Zeit. Statt in die Türkei fliegen viele Sonnenanbeter jetzt nach Spanien oder Bulgarien – und auch ein anderes Reisesegment erlebt wieder einen Aufschwung.

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Auch in heimischen Gefilden – wie hier am Ruppiner See – lässt es sich im Sommer gut entspannen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Sommerzeit ist Urlaubszeit. Was die Wahl des Reiseziels angeht, hat in diesem Jahr allerdings bei vielen Menschen ein Umdenken eingesetzt. Immer wieder war in den vergangenen Wochen in den Nachrichten von schweren Terroranschlägen zu hören, einer davon traf den Atatürk-Flughafen der türkischen Hauptstadt Istanbul – einen der größten in Europa. Ende Juni waren dort bei einem Bombenanschlag 45 Menschen getötet und mehr als 260 verletzt worden.

Die Kunden der Neuruppiner Reisebüros haben daraus Konsequenzen gezogen. „Reisen in die Türkei werden deutlich weniger gebucht“, sagt Annette Boller von der Urlaubswelt Neuruppin. „Die Kunden fliegen jetzt eher nach Spanien oder Bulgarien.“ In Gesprächen mit den Kunden werde aber auch deutlich, dass das nicht nur mit den Anschlägen zusammenhängt. „Viele sagen, dass sie aus Prinzip nicht in die Türkei fliegen, weil sie mit der Politik Erdogans nicht einverstanden sind“, erzählt Boller.

Auch Tunesien und Ägypten nur schwach nachgefragt

Daniel Tolksdorf, Sprecher des ADAC Berlin Brandenburg, geht bei seiner Einschätzung noch weiter. „Man kann sagen, dass die Buchungen für die Türkei regelrecht eingebrochen sind. Und nicht nur dort, auch Tunesien und Ägypten sind in diesem Jahr sehr schwach nachgefragt.“ Spanien und speziell Mallorca seien dagegen während der Ferien ausgebucht, auch Kreuzfahrten würden einen neuen Boom erleben. „Und der Urlaub in Deutschland mit der Eigenanreise im Auto nimmt nach unseren Beobachtungen ebenfalls zu“, schließt Tolksdorf.

Weniger endgültig sind die Beobachtungen, die Elke Horenburg beim Buchungsverhalten ihrer Kunden gemacht hat. Besonders in der vergangenen Woche hätten die Anfragen für Reisen in die Türkei wieder leicht zugenommen, erzählt die Inhaberin des Reisebüros Elba in Neuruppin. „Das liegt sicher auch daran, dass die türkischen Reiseveranstalter jetzt mit ihren Preisen noch weiter runter gegangen sind“, sagt Elke Horenburg. „Denn günstige Urlaube konnte man in der Türkei ohnehin schon immer machen.“

Kurzfristige Buchungen sind an der Tagesordnung

Der Preisvorteil lockt allerdings nicht jeden. Brigitte und Wolf-Dieter Brandt erzählen, dass sie noch nie in der Türkei waren. Sie würden Urlaube in Deutschland bevorzugen, sagen die Eheleute aus Neuruppin. Erst vor Kurzem seien sie in Zinnowitz gewesen, auch Bansin und Heringsdorf haben sie in der Vergangenheit immer wieder besucht. „Besonders gut gefallen hat es uns aber in Österreich“, erzählen die Brandts. „In Salzburg ist es einfach wunderschön!“

„Einen Abenteuerurlaub brauchen wir nicht“, sagen auch Heidemarie und Hans-Ullrich Radlhammer. Das Paar sei in früheren Jahren bereits in Ägypten und auch Tunesien gewesen, momentan könnten sie sich einen Urlaub dort aber nicht vorstellen. „Wir waren jetzt vier Tage in Güstrow und auch Leipzig haben wir uns in diesem Jahr schon angesehen“, erzählen die Neuruppiner. „Den deutschen Winter verbringen wir jetzt außerdem schon seit acht Jahren immer in Spanien.“

Übereinstimmend waren die Aussagen der Reisebüros im Übrigen bei der Frage, ob die Kunden eher lang- oder kurzfristig buchen. Kurzfristige Entscheidungen seien derzeit an der Tagesordnung, heißt es fast überall – wohl weil viele Urlauber die Situation vor Ort erstmal beobachten wollen, um den Risikofaktor ihrer Reise möglichst gering zu halten.

Von Josephine Mühln

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