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Ostprignitz-Ruppin Weniger Gift unter Neuruppiner Wohngebiet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Weniger Gift unter Neuruppiner Wohngebiet
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18:58 06.04.2016
Eine Grundwassermessstelle an der Agentur für Arbeit. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Der Landkreis will den mit den Schadstoffen belasteten Boden unter dem Neuruppiner Eigenheimgebiet zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See nicht sanieren. Grund: Die giftigen Stoffe unter dem Areal, in dem mehr als 100 Menschen leben, bauen sich langsam, aber kontinuierlich ab. „Es besteht keine akute Gefahr für Mensch, Wasser und Boden“, sagt Ma­thias du Puits.

Der Diplom-Geophysiker von der mit der Untersuchung des Gebiets beauftragten Firma Arcadis hat am Dienstag gemeinsam mit Projektleiterin Kristin McClellan erst dem Kreis und danach der eigens gegründeten Bürgerinitiative die Ergebnisse des sogenannten dritten Zwischenberichtes vorgestellt. Demnach besteht auch für benachbarte Gebiete keine Gefahr, dass sie durch Schadstofffahnen belastet werden. Zwar werden die Giftstoffe, bei denen es sich auch um leicht flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) handelt, langsam in Richtung Ruppiner See transportiert. Doch im See wurde bisher ebenfalls kein Überschreiten von Grenzwerten registriert.

Flora und Fauna im Ruppiner See sind nicht in Gefahr

„Die Natur nimmt sich des Schadens an und baut die Giftstoffe ab“, sagt du Puits. Selbst das gefährliche Vinylchlorid, das krebserregend ist und zu Erkrankungen an Leber, Speiseröhre, Milz und der Haut führen kann, hat Arcadis bei den seit 2009 laufenden Untersuchungen nur zweimal nachweisen können – allerdings in lediglich so geringen Konzentrationen, die gerade so nachweisbar waren. „Die Flora und Fauna im Ruppiner See ist nicht gefährdet“, betont du Puits. Darüber ist Peter Wuttke, Sprecher der Bürgerinitiative, beruhigt. „Das ist eine gute Information.“

Jedoch müssen sich die Bewohner wohl noch einige Jahre gedulden, bis sie ihre Grundwasserbrunnen wieder nutzen können. Denn derzeit wagen selbst die Experten von Arcadis keine Prognose, wann die giftigen Stoffe endgültig abgebaut sind und das Verbot, die Brunnen nutzen zu dürfen, vom Landkreis aufgehoben werden kann. „Dazu müssten wir wissen, wann die Schadstoffe in den Boden gelangt sind“, sagt der Geophysiker. Dann ließe sich der Abbauprozess möglicherweise auch berechnen. Doch über den Zeitpunkt der Verunreinigungen des Gebiets gibt es bis heute lediglich Vermutungen. „Der Schaden kann 1920 oder 1985 entstanden sein“, sagt du Puits. Er geht davon aus, dass die giftigen Stoffe zu unterschiedlichen Zeiten in den Boden gelangt sind. Deshalb plädiert Arcadis dafür, die Schadstoffbelastungen im Boden „engmaschig“ zu überwachen. Die Messstelle am Ruppiner See soll monatlich geprüft werden, andere in einem größeren Abstand.

Weitere Untersuchungen ab Herbst

Zudem sollen ab Herbst in mehreren Gebäuden des betroffenen Gebiets sogenannte Passivsammler aufgestellt werden. Mit Hilfe der kleinen Röhren können Experten feststellen, ob und in welchem Umfang die Rauminnenluft in jenen Häusern belastet ist. Vor fünf Jahren war das bereits in elf privaten Wohnungen sowie in vier öffentlichen Gebäuden praktiziert worden, darunter in der Evangelischen Schule, dem Arbeitsamt und dem Sportcenter Kaatzsch. Schon damals fanden die Experten keine besorgniserregenden Werte und konnten Entwarnung geben (die MAZ berichtete).

Im Herbst sollen diese Untersuchungen nun in jenen Gebäuden wiederholt werden, unter denen sich noch eine vergleichsweise große Schadstofffahne befindet. „Wenn es einen besonderen Befund geben sollte, werden wir zeitnah reagieren“, betonte du Puits. Etwas enttäuscht ist die Bürgerinitiative, dass das Gebiet, in denen die Grundwasserbrunnen nicht genutzt werden dürfen, immer noch nicht verkleinert wird. Denn betroffen von diesem Verbot sind mehrere Grundstücke, deren Boden gar nicht mit Schadstoffen belastet ist. „Wir orientieren uns bei der Anordnung an Straßenzügen“, sagt Vize-Landrat Werner Nüse (SPD). Einzelne Grundstücke davon auszunehmen ist aus Sicht des Kreises „schwierig“. Vielmehr soll das Areal noch bis zu drei Jahren beprobt werden, bevor überlegt wird, ob das Brunnen-Nutzungsverbot zumindest teilweise aufgehoben wird. „Fachlich ist das nachvollziehbar“, sagt Peter Wuttke. Doch sollte die Behörde nicht vergessen, dass die Leute ihre Grundstücke als altlastenfrei gekauft haben und sie diese als solche auch wieder nutzen wollen.

Von Andreas Vogel

Astrid Wittkopf fertigt mittelalterliche Gewänder in traditioneller Handarbeit. Die verkauft sie auf Märkten bis nach Schweden. Sie sammelt Kräuter, die mitunter erstaunliche Nuancen an natürlichen Farben verursachen. Die Fasern werden gesponnen, verwoben oder verstrickt. Außerdem malt sie. Ihr Atelier nennt sie „Rainfarn und Johanniskraut“.

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