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Weniger Kontrollen in Schutzgebieten

Ostprignitz-Ruppin Weniger Kontrollen in Schutzgebieten

Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde haben auch in diesem Sommer nach Ende ihrer normalen Bürozeiten kontrolliert, ob Besucher von Schutzgebieten wie dem Rheinsberger Rhin die Vorschriften einhalten. Das Ergebnis. Es wurde nur ein Bußgeld verhängt. Allerdings gab es weniger Kontrollen als vor einem Jahr. Zudem gibt es wohl ein neues Problem.

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Nicht jeder, der mit einem Hausboot unterwegs ist, weiß, dass er zum Schutz der Tiere nicht in den Schilfgürtel eines Gewässers fahren darf.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Mann blieb auch nach mehrmaliger Belehrung uneinsichtig: Weil er verbotenerweise mit einem Stechpaddel auf dem Rheinsberger Rhin unterwegs war, soll er nun ein Bußgeld von mehr als 100 Euro zahlen, sagte am Mittwoch Ralph Vetter von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung in Neuruppin. Denn Stechpaddel sind auf dem Rheinsberger Rhin tabu – wegen der unter Schutz stehenden Muschelbestände. Auch deshalb wird der Rhin regelmäßig für Kajaktouren gesperrt, wenn der Pegelstand unter 65 Zentimeter fällt.

Fazit: Die meisten Besucher waren einsichtig

Das Vergehen des Stechpaddler war bei den Kontrollen in diesem Jahr aber das einzige, das die Behörde mit einem Bußgeldbescheid ahndete. Die meisten Leute hätten sich einsichtig gezeigt, wenn sie auf Verstöße, wie das Befahren von Waldwegen, angesprochen worden seien, sagte Vetter. Er zog am Mittwoch ein Fazit zu den Kontrollen, die Mitarbeiter der Behörde in Abstimmung mit der Naturwacht, der Naturparkverwaltung und der Forst in diesem Jahr durchgeführt haben. „Es gab nur wenig Verstöße“, so Vetter.

Möglicherweise liegt das auch daran, dass die Behörde in diesem Sommer lediglich zu 13 Kontrollen aufbrach – immer nach Dienstschluss der Behörde, darunter elfmal an den Wochenenden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr, als Mitarbeiter der Behörde erstmals vor Ort kontrollierte, ob die Auflagen in den Schutzgebieten eingehalten werden, hatte es noch 23 Kontrollen gegeben. „Unser Ziel ist es in erster Linie, die Besucher über die Auflagen und Verbote in den sensiblen Naturräumen zu informieren und aufzuklären“, so Vetter. Zudem haben die Mitarbeiter festgestellt, dass nicht jede Beschilderung eindeutig ist, etwa wenn es um das Befahren von Waldbereichen geht.

Häufig ankern Hausboote im Schilf

Schwerpunkte der Kontrollen in diesem Jahr waren die Ruppiner Schweiz mit Kalksee, Binenbach und Tornowsee, das Obere Rhinluch, die Naturschutzgebiete Wumm- und Twernsee an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern sowie der Stechlin mit seinen Klarwasserseen. Doch auch am Dreetzer See sowie am Kattenstiegsee bei Wittstock schauten sich die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde um.

Im nächsten Jahr sollen die Kontrollen fortgesetzt werden, auch weil es offenkundig ein neues Problem gibt. Demnach hat der Naturschutzbeirat festgestellt, dass längst nicht alle Urlauber, die in der Region mit einem Hausboot unterwegs sind, sich an die Vorschriften halten. Demnach ankern immer wieder Hausboote im Schilf oder an ähnlich sensiblen Uferzonen – oft ohne zu wissen, dass diese Zonen meist von unzähligen Kleinstlebewesen bevölkert sind, die eine wichtige Rolle in der Nahrungskette und im Ökosystem der Gewässer spielen. Sie fressen auch das Laub, das ins Wasser fällt, und halten so die Gewässer sauber. Bis zu 10 000 Organismen finden sich auf einem Quadratmeter Flachwasser, darunter sind auch viele Larven von Landinsekten. Dichte Schilfgürtel bieten den Tieren ausreichend Schutz vor der Kraft der Wellen, haben Wissenschaftler festgestellt. Mit den Kontrollen soll mit dafür gesorgt werden, dass die Schilfgürtel erhalten bleiben.

Von Andreas Vogel

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