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Weniger Langzeitarbeitslose, mehr freie Stellen

Ostprignitz-Ruppin/Prignitz Weniger Langzeitarbeitslose, mehr freie Stellen

Mehr als 1500 offene Stellen gibt es derzeit im Nordwesten Brandenburgs. Die Wirtschaft brummt. Doch die Betriebe haben es schwer, die offenen Stellen zu besetzen. So schnell wird sich an der Situation wohl nichts ändern, vermuten Experten der Arbeitsagentur. Ob von der großen Personalnachfrage auch immer mehr Menschen profitieren, die zuvor lange arbeitslos waren, ist unklar.

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Bei den Arbeitsagenturen häufen sich die Nachfragen nach geeigneten Personal für Betriebe und Verwaltungen.

Quelle: DPA

Neuruppin. In der Prignitz und im Ruppiner Land profitieren offenbar auch viele Menschen, die langzeitarbeitslos waren, vom wirtschaftlichen Aufschwung. Zumindest geht die Zahl der Frauen und Männer, die seit mehr als zwölf Monaten einen Job suchen, zurück: In Ostprignitz-Ruppin galten im April bei der Arbeitsagentur in Neuruppin noch 1435 Personen als langzeitarbeitslos – das sind 242 weniger Betroffene als vor einem Jahr, sagte Thomas Meyfarth am Mittwoch bei der Präsentation der aktuellen Daten.

Noch deutlicher fiel demnach der Rückgang in der Prignitz aus. Dort waren im April zwar 1635 Frauen und Männer als langzeitarbeitslos registriert, also 200 mehr als in Ostprignitz-Ruppin. Doch verringerte sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen innerhalb eines Jahres sogar um fast 400 Personen. „Das ist ein Rückgang von gut 19 Prozent“, sagte Meyfarth. Unklar blieb allerdings, wie viele der Betroffenen wirklich einen neuen Job gefunden haben und wie viele nur deshalb aus der Statistik des Arbeitsamtes herausgefallen sind, weil sie beispielsweise in den Ruhestand gewechselt, seit Monaten krank oder aus der Region weggezogen sind.

824 freie Stellen in Ostprignitz-Ruppin, 760 in der Prignitz

Klar ist jedoch, dass es die Firmen immer schwerer haben, freie Stellen zu besetzen. 4411 Angebote liegen derzeit bei der Arbeitsagentur vor, die nicht nur für Prignitz und Ostprignitz-Ruppin zuständig ist, sondern ebenfalls für Oberhavel und das Havelland. Allein in Ostprignitz-Ruppin gibt es aktuell 824 unbesetzte Stellen, in der Prignitz sind es mit 760 nur unwesentlich weniger. Besonders gesucht werden demnach Mechatroniker sowie Mitarbeiter im Maschinen- und Fahrzeugbau, in der Kunststoffindustrie und im Metallbau sowie für medizinische Gesundheits- und Verwaltungsberufe. Um den Bedarf decken zu können, will das Arbeitsamt verstärkt auf das Qualifizieren und die Weiterbildung von Erwerbslosen setzen, sagte Melanie Speck, die Sprecherin des Neuruppiner Arbeitsagentur. Erste Erfolge gibt es bereits. So suchte die kommunale Busgesellschaft im Havelland verzweifelt Busfahrer. Mit Hilfe des Arbeitsamtes konnten zehn Bewerber ihren Busführerschein machen, neun davon haben tatsächlich bei Havelbus angefangen, sagte Speck am Mittwoch.

Die Zahlen auf einen Blick

In Ostprignitz-Ruppin waren im April offiziell 4173 Frauen und Männer als erwerbslos regis­triert. Das sind 361 weniger als im März und 488 weniger als vor einem Jahr. Die Quote fiel auf 8,1 Prozent.

Im Altkreis Neuruppin gelten 2224 Personen als arbeitslos, 211 weniger als im März (Quote: 7,3 Prozent). Im Altkreis Wittstock sank die Zahl der Betroffenen um 76 auf glatt 800 (Quote: 8,0 Prozent). Im Bereich Kyritz waren im April 1149 Frauen und Männer als arbeitslos gemeldet, 74 weniger als im März (Quote: 10,2 Prozent).

In der Prignitz gelten derzeit 3851 Menschen als erwerbslos. Das sind 146 weniger als im März und 561 weniger als vor einem Jahr. Die Quote fiel auf 9,5 Prozent.

Im Altkreis Pritzwalk waren 1119 Personen arbeitslos, 58 weniger als im März (Quote: 8,7 Prozent). Im Altkreis Perleberg sank die Zahl der Betroffenen um 88 auf 2735 (Quote: 9,9 Prozent). Die rote Laterne in der Region hat Rathenow (Havelland) mit 10,5 Prozent.

Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung im Nordwesten Brandenburgs vorerst anhalten wird. „Der Arbeitsmarkt ist robust“, betonte Behördensprecherin Speck. Sie verwies darauf, dass die Erwerbslosenquote im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur seit 40 Monaten in Folge stets unter der Quote des Vormonats liegt – und das, obwohl der Bund inzwischen deutlich weniger Geld als noch vor ein, zwei Jahren für Arbeitsförderprojekte wie 1-Euro-Jobs zur Verfügung stellt. Selbst die Aufnahme von mehr als 2000 Flüchtlingen in der Region hat dem Arbeitsmarkt nicht geschadet. Vielmehr hoffen viele Firmenchefs weiterhin, ihren Personalbedarf wenigstens in einigen Bereichen decken zu können, wenn sie Flüchtlinge bei sich einstellen, sobald diese über ausreichend Deutsch- und die notwendigen Berufskenntnisse verfügen. Bisher ist das eher die Ausnahme.

Die gute wirtschaftliche Lage und die große Nachfrage nach Personal ist ebenfalls eine Chance Arbeitslose, die älter als 50 sind. Denn mangels Alternativen stellen Betriebe inzwischen verstärkt auch Frauen und Männer mit längerer Berufserfahrung ein. In Ostprignitz-Ruppin gab es im April zwar noch 1545 Arbeitslose über 50 Jahre, das sind aber 311 weniger als vor einem Jahr. Ähnlich sieht es in der Prignitz aus: Dort sank die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 248 auf 1644.

Von Andreas Vogel

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