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Ostprignitz-Ruppin Etwa alle 16 Tage ein tödlicher Unfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Etwa alle 16 Tage ein tödlicher Unfall
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00:22 02.03.2019
Die A24 ist wegen ihres hohen Verkehrsaufkommens und wegen der Baustellen eine besondere Herausforderung. 2018 brannte hier ein Laster aus. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Alle 39 Minuten ein Verkehrsunfall. Alle viereinhalb Stunden ein Unfall mit einem Verletzten. Etwa alle 16 Tage ein Unfall mit tödlichen Folgen. Auf diese Durchschnittswerte ließe sich die Unfallstatistik 2018 für die Polizeidirektion Nord runterbrechen. Insgesamt registrierten die Polizeibeamten 13582 Unfälle in den Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. Das sind etwas weniger als im Jahr zuvor.

„Wir haben eine insgesamt positive Entwicklung“, sagte der Leiter der Polizeidirektion Frank Storch bei der Vorstellung der Unfallzahlen am Mittwoch. Allerdings seien im vergangenen Jahr 23 Menschen im Straßenverkehr gestorben. „Das ist ein Toter mehr.“

Mehr Unfälle durch Alkohol oder Drogen

Auffällig ist, das gefährliche Überholmanöver vermehrt zu Unfällen führten. Auch die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren, stieg. Bei etwa vier Fünftel aller Unfälle, bei denen ein Mensch starb, hatte einer der Fahrer zuvor Alkohol getrunken oder Drogen genommen.

Seit vergangenem Mai stellen die Baustellen auf der A10 und A24 Autofahrer vor besondere Herausforderungen. Zwischen Mai und Dezember kam es auf dem 65 Kilometer langen Autobahnabschnitt zu insgesamt 657 Unfällen. Dabei ereigneten sich in den eigentlichen Baustellenbereichen 372 Unfälle – im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte es dort nur insgesamt 23-Mal gekracht. Positiv sei allerdings, dass die Unfallfolgen insgesamt weniger gravierend gewesen seien, sagte Storch: „Wir hatten keinen tödlichen Unfall in der Baustelle.“

Tempo 40 auf der Autobahn

Zu besonders viele Unfällen kam es an der Autobahnauffahrt Oberkrämer. Die Polizei reagierte, indem sie das Tempo auf dem Autobahnabschnitt auf 40 Stundenkilometer reduzierte und ein Stoppschild aufstellte. Storch weiß, wie herausfordernd das Einfädeln in den Verkehr an dieser Stelle ist. „Das ist Stress pur“, sagt er. „Da muss man auch mal länger stehen.“

Mit einer noch strengeren Verfolgung von Temposündern versucht die Polizei, die Baustellenabschnitte sicherer zu machen. Seit etwa zehn Tagen setzen die Beamten der Polizeidirektion Nord einen neuen Blitzeranhänger ein, der sich mit einer Fernbedienung auch in schwer zugängliche Baustellenabschnitte dirigieren lässt. Bis zu drei Spuren gleichzeitig lassen sich mit den Gerät überwachen. Die Zahl der geblitzten Temposünder ist hoch – etwa sieben Prozent der Autofahrer, die zwischen vergangenem Donnerstag und vergangenem Montag bei Fehrbellin die Autobahn passierten, waren zu schnell.

Radler auf falscher Fahrbahn

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern ist im vergangenen Jahr annähernd gleich geblieben. Allerdings stieg die Zahl der verletzten Radler auf 446 an. „Bei der Hälfte der Unfälle sind die Radler selbst die Verursacher“, sagte Storch. Häufigste Ursachen für einen Unfall: Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr oder das Nutzen der falschen Fahrbahn.

In 2723 Fällen machte sich ein Unfallverursacher 2018 aus dem Staub. Besonders häufig ignorierten sie Bagatellunfälle auf dem Parkplatz. In knapp 40 Prozent der Fälle gelingt es jedoch den flüchtigen Unfallfahrer aufzuspüren. „Das Entdeckungsrisiko bei Unfallflucht ist höher als bei Diebstahl.“

Weniger Unfälle in Ostprignitz-Ruppin

Die Zahl der Unfälle ging in Ostprignitz-Ruppin im vergangenen Jahr um 163 auf 3926 zurück. Deutlich häufiger als im Vorjahr waren jedoch Überholfehler oder Drogen Ursache für einen Unfall. In der Prignitz sank die Zahl der Unfälle auf 3091. Bei insgesamt 48 Unfällen waren Alkohol oder Drogen im Spiel –das ist eine Steigerung um 54,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

Von Frauke Herweg

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