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Wenn Meckern etwas bewegt

Kyritz Wenn Meckern etwas bewegt

Die am Bürgerportal Maerker beteiligten Kommunen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ziehen nach zwei Jahren eine überwiegend positive Bilanz. Das Internetangebot schaffe mehr Bürgernähe und könne die Arbeit der Verwaltungen erleichtern.

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Seit 2015 ist der komplette Landkreis OPR auf dem Maerker-Portal vertreten.

Quelle: Maerker

Kyritz. In Neustadt ist es aktuell der beschädigte Zaun um eine ehemalige Deponie, in Wusterhausen ein falsch geparktes Boot und in Kyritz eine kaputte Ampel. Seit zwei Jahren können die Bewohner sämtlicher Ostprignitz-Ruppiner Kommunen ihre Hinweise zu Mängeln an der örtlichen Infrastruktur ganz bequem über das Internetportal Maerker an die Verwaltungen weiterleiten. Der Landkreis ist der erste im Land Brandenburg, in dem das flächendeckend möglich ist.

Holger Kippenhahn ist Maerker-Koordinator im Landkreis

Holger Kippenhahn ist Maerker-Koordinator im Landkreis.

Quelle: Alexander Beckmann

Als Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft OPR im Städte- und Gemeindebund nahm Holger Kippenhahn (Bürgermeister von Heiligengrabe) das am Dienstag bei einer Zusammenkunft von kommunalen Vertretern in Kyritz zum Anlass für eine Bilanz. Und die fiel im Großen und Ganzen positiv aus.

„Ich denke, das ist eine hervorragende Angelegenheit“, schätzt Kippenhahn ein. Die Bürger bekämen mit dem Internetportal Maerker die Gelegenheit, ihre Kommune ohne großen Aufwand auf Mängel aufmerksam zu machen: auf die kaputte Straßenlampe, das Loch im Gehweg, Dreckecken und mehr.

Eine Hilfe für die Verwaltung

„Du bist ja als Verwaltung auch nicht ständig überall“, sagt der Heiligengraber Bürgermeister. „Wenn es da Hinweise gibt, ist das doch nichts Schlimmes, sondern was Gutes.“ Kippenhahn hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass nicht alle seine Amtskollegen diese Auffassung teilen. „Ich kenne einige, die sagen: Das macht ja nur Arbeit.“ Dem widerspricht Holger Kippenhahn zum einen prinzipiell: „Dafür sind wir ja da. Dafür werden wir bezahlt.“ Zum anderen findet er, dass das Internetportal die Arbeit der Kommunen sogar vereinfacht. Es bringe ein klares System in die Behandlung von Bürgerhinweisen.

Jeder Eintrag auf dem Märkerportal erscheint auf den Computern der zuständigen Verwaltungsmitarbeiter und fordert sie zur einer Reaktion auf. Geschieht das nicht, folgen Erinnerungen und wiederholte Hinweise auf den Vorgang. Zugleich kann auf dem Internetportal jedermann öffentlich ablesen, ob und wie die Verwaltung reagiert hat. Farbige Markierungen von Rot über Gelb bis Grün machen auf einen Blick deutlich, an wie vielen Stellen es noch hakt.

Ein bisschen Druck ist dabei

„Das zwingt uns, relativ zügig tätig zu werden“, sagt Kippenhahn. „Länger als einen Monat sollte es eigentlich nicht dauern.“ Als Beispiel nennt er das häufigste Thema auf dem Maerker-Portal, die kaputte Straßenlampe. In aller Regel sammelten Kommunen solche Hinweise, um dann einmal monatlich ein Unternehmen mit Reparaturen zu beauftragen.

Fast 1600 Hinweise in zwei Jahren

Das Internetportal ist unter www.maerker.brandenburg.de oder über die Internetseiten der beteiligten Kommunen zu erreichen.

Hinweise an die Kommunalverwaltung kann jedermann geben. Auch Fotos können eingereicht werden. Die Angabe von Name und E-Mail-Adresse ist intern bei Nachfragen hilfreich.

Landesweit sind bei Maerker seit 2009 fast 65 000 Hinweise eingegangen. Im Landkreis OPR waren es seit 2015 1567.

Die meisten Einträge gab es in Neuruppin (307), gefolgt von Heiligengrabe (188) und Neustadt (184).

Neuruppin hat die meisten offenen Vorgänge (56). Wusterhausen hat 22, Neustadt 20, Kyritz 18.

Nur das Amt Lindow hat aktuell sämtliche Hinweise abgearbeitet. Allerdings gab es dort bisher auch nur 47.

Ab und an kämen aber auch Angelegenheiten zur Sprache, deren Erledigung mehr Aufwand erfordert. „Es gibt natürlich Sachen, die kannst du nicht sofort erfüllen.“ Eine marode Straße lasse sich nicht innerhalb weniger Tage erneuern. Aber die Verwaltung sei eben gezwungen, entsprechende Hinweise zur Kenntnis zu nehmen.

Verbesserungen möglich und geplant

Kippenhahn wirbt unter seinen Kollegen offensiv für das System. „Wir werden in diesem Jahr noch mal eine Schulung für Verwaltungsmitarbeiter anbieten – in Kyritz oder Neuruppin.“

Zugleich hält er Maerker für noch nicht bekannt genug. „Dafür muss noch mehr Werbung gemacht werden.“ Seit einiger Zeit gebe es beispielsweise eine spezielle Smartphone-App, die das Einreichen von Hinweisen und Beschwerden noch einfacher macht. Und demnächst soll das Portal um ein Forum ergänzt werden, in dem sich jeder zu aktuellen kommunalpolitischen Themen äußern kann, die dort dann auch gezielt und allgemeinverständlich vorgestellt werden sollen. „Ich finde, das ist erstmal grundsätzlich eine gute Sache.“

Von Alexander Beckmann

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