Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Wenn Plattenbauten zum Kulturgut werden

Schule in Herzberg derzeit nicht auf der Denkmal-Verdachtsliste Wenn Plattenbauten zum Kulturgut werden

Matthias Metzler legt beim Landesamt für Denkmalschutz fest, welche Gebäude zum Denkmal werden könnten. Bauherren dürfen dann an ihrem Haus nichts mehr verändern, ohne die Behörde um Erlaubnis zu fragen. Am Donnerstagabend stand der Referatsleiter in Herzberg dem Lindower Amtsausschuss Rede und Antwort.

Voriger Artikel
Ein Vierteljahrhundert Kammeroper Rheinsberg
Nächster Artikel
Lindow steigt aus der Rabs aus

Matthias Metzler vor der Schule in Herzberg.

Quelle: Christian Schmettow

Herzberg. Der Lindower Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD) hat einen Alptraum: Was, wenn leerstehende Zweckbauten aus den 70er und 80er Jahren plötzlich unter Denkmalschutz gestellt würden? Entsprechende Gerüchte habe er schon mal gehört, sagt der Verwaltungschef. Im Amtsbereich Lindow könnte das zum Beispiel das Schulgebäude in Herzberg betreffen. Die 1984 errichtete Plattenbau-Schule steht seit 2001 leer. Alle Versuche, eine neue Nutzung zu finden, scheiterten bisher. Da das Gebäude sich noch im unsanierten Originalzustand befindet und keine Dämmplatten die alten Wandmosaike verdecken, könnte es für die Denkmalschützer interessant werden.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege befasse sich durchaus mit Zweckbauten aus der jüngeren DDR-Zeit, bestätigte der Leiter des Referats Inventarisierung, Matthias Metzler, am Donnerstagabend in Herzberg. Der Amtsausschuss hatte den Denkmalschützer zu einem allgemeinen Informationsgespräch eingeladen. Im Moment werde aber im Landesamt weder über die Herzberger Schule noch über das benachbarte Gemeindezentrum (Turnhalle mit Beton-Gewölbedach) geredet, versicherte Brandenburgs oberster Denkmalerfasser. Gern zum Denkmal gemacht hätte er dagegen die Schwimmhalle der alten Lindower Sportschule. „Da war ich schon dran“, sagte er, doch der Landessportbund war damals schneller: Im Januar 2003 zerlegten Abrissbagger die architektonisch außergewöhnliche Wettkampfhalle.

So etwas Ähnliches stellen sich auch der Bürgermeister und der Bauausschussvorsitzende von Vielitzsee vor. In Vielitz steht ein hübsches kleines Bauernhaus in der Kirchstraße schon viele Jahre leer und verfällt. Nun droht das Dach einzustürzen. Wie man denn ein denkmalgeschütztes Haus aus dem Schutzsstatus wieder herausbekäme, wollten Dieter Fischer und Fereno Zitzmann wissen. Der „Schandfleck“ passe nicht mehr ins Dorf, in dem seit der Wende viele schicke moderne Einfamilienhäuser entstanden sind. Aus der Liste gestrichen werde ein Denkmal erst, wenn es im Bestand bedroht ist, antwortete Matthias Metzler. Baufälligkeit alleine reiche dafür nicht. Der Eigentümer habe sogar eine Erhaltungspflicht. Das heißt: Der Eigentümer kann sogar aufgefordert werden, zu investieren, um das Denkmal zu erhalten. Fördermittel gibt es dafür aber in der Regel nicht.

Darin sieht der Lindower Stadtverordnete Rainer Hollin (SPD) einen Konstruktionsfehler : Die Gesellschaft sei der Meinung dass alte Gebäude erhalten werden müssen, sei aber nicht bereit, dafür Geld auszugeben. Das bliebe dem privaten Eigentümer überlassen. Wohin das führt, sehe man in Gentzrode. Das Gut im maurischen Stil verfällt seit 25 Jahren. Matthias Metzler gab den Lindowern recht: „Was in Gentzrode passiert, ist ein ganz großes Trauerspiel.“

Von Christian Schmettow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg