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Ostprignitz-Ruppin Wenn Zeugnisse Kopfzerbrechen bereiten...
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wenn Zeugnisse Kopfzerbrechen bereiten...
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09:14 29.01.2016
Heute gibt es Halbjahreszeugnisse – für Sechstklässler und Zehntklässler haben die einen besonders hohen Stellenwert. Quelle: dpa-Zentralbild
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Neuruppin

Für viele Schüler in der Prignitz und dem Ruppiner Land geht es mit den am Freitag ausgegebenen Halbjahreszeugnissen um die Wurst. Sechstklässler bewerben sich mit den Noten um einen Platz auf dem Gymnasium oder der Oberschule und Zehntklässler stehen vor der Entscheidung, eine weiterführende Schule zu besuchen oder sich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

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Berufsberater René Hoffmann ist für die Agentur für Arbeit in Neuruppin tätig und kennt viele seiner Schützlinge, die zum Halbjahr der 10. Klasse am Scheideweg stehen, schon seit drei Jahren. „Bei einigen ist der schulische Druck schon ziemlich hoch“, sagt er.

Berufsberater: Die Beratung sollte so früh wie möglich beginnen

Damit der Druck nicht zu hoch wird, ist es entscheidend, so früh wie möglich mit der Berufsberatung zu starten, so René Hoffmann. Deshalb gehen die Berufsberater schon in der Jahrgangsstufe 7 in die Klassen. „Wir haben Kampagnen, mit denen wir die Schüler spielerisch mit dem Berufsleben in Kontakt bringen“, erklärt Hoffmann. Ein Beispiel ist das Projekt „Komm auf Tour“, das speziell auf die persönlichen Stärken zur Berufsorientierung eingeht. Ab der 9. Klasse gehen die Berater der Arbeitsagenturen direkt in die Klassen und führen anschließend nach Bedarf Einzelgespräche vor Ort oder im Beratungscenter.

„Wichtig ist, dass auch die Eltern Teil der Berufsberatung sind und ihre Kinder auf dem Weg begleiten“, so Hoffmann weiter. Vereinzelt erlebt der Berater, dass Eltern ihren Schützlingen ihre ganz eigene Meinung zum Werdegang aufdrücken wollen. „Eltern sollten die Wünsche der Kinder wahrnehmen und auch mal zwischen den Zeilen lesen“, rät der Experte. Den schulischen Druck könnten sie ihren Kindern zwar oft nicht nehmen, aber sie sollten ihnen dennoch Vertrauen vermitteln. Trotz aller Bemühungen haben nicht alle Zehntklässler eine genaue Vorstellung von dem, was sie beruflich machen wollen. „Es gibt welche, die sind sehr zielorientiert und wissen schon früh, was sie werden wollen. Dann gibt es welche, die sind hochmotiviert, aber auch offen für neue Ideen und dann gibt es eben auch diejenigen, die erst noch aktiviert werden müssen“, sagt Hoffmann.

Eltern sollten ihren Kindern Vertrauen mit auf den Weg geben

Dass die Umstände auf dem Arbeitsmarkt vor zehn oder 20 Jahren noch anders waren, sieht der Berufsberater nicht als Hindernis: „Die Welt verändert sich nun mal. Ob es jetzt schwieriger oder leichter ist, lässt sich so nicht sagen.“ Der Druck, der vor den Halbjahreszeugnissen auf den Schülern lastet, ist unterschiedlich hoch. Diese Erfahrung macht René Hoffmann täglich. Zudem hängt der Ausbildungsplatz nicht mehr nur noch an den Halbjahresnoten: Viele Arbeitgeber, zum Beispiel im Verwaltungsbereich, wollen auch das Endjahreszeugnis der 9. Klasse sehen. „Talente und Stärken lassen sich nicht nur von den Zeugnisnoten ableiten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen immer mehr bereit sind, Jugendlichen unabhängig von den Noten eine Chance zu geben“, so Hoffmann.

Dem Großteil der Schüler ist trotzdem bewusst, welche Bedeutung diese Zeugnisse für den Rest der Karriere haben. Aus Sicht der Arbeitgeber sei der Bedarf nach Auszubildenden zwar da, aber der Trend geht bei den Jugendlichen eher in Richtung weiterführende Schule, berichtet Hoffmann. „Viele haben Angst, sich falsch zu entscheiden. Mit dem Abitur oder auch Fachabitur gewinnen sie einfach mehr Zeit.“

Der Übergang aufs Gymnasium oder auf die Oberschule ist zumeist eine große Veränderung für die Sechstklässler

Bei den Sechstklässlern kommt der Druck nicht nur aus schulischer Sicht, sondern auch daher, dass der Übergang auf ein Gymnasium oder eine Oberschule eine große Veränderung für die Kinder bedeutet. Nancy Kaiser ist eine von zwei Sozialpädagoginnen an der Evangelischen Schule Neuruppin und kümmert sich schwerpunktmäßig um die Grundschüler. Aus ihrer Sicht ist der Druck, der zum Zeitpunkt der Halbjahreszeugnisse entsteht, an der Evangelischen Schule, die Grund-, Oberschule und Gymnasium zugleich ist, deutlich geringer. „Die Klassen bleiben nach dem Übergang aufs Gymnasium oder auf die Oberschule zwar nicht unbedingt zusammen, aber die Kinder kennen das Umfeld, die Lehrer und sind weiter in Kontakt mit ihren Freunden“, sagt Kaiser.

Mit neuen Fächern, anderen Lehrern und neuen Mitschülern ändert sich trotzdem ziemlich viel für die Kinder. „Eltern sollten gerade in dieser Zeit immer für ein Gespräch bereit sein und ihren Kindern das Gefühl geben, dass sie die Sorgen ernst nehmen“, rät die Sozialpädagogin. Gemeinsam mit ihrer Kollegin unterstützt Nancy Kaiser die Schüler seit vier Jahren an der Evangelischen Schule auch bei ihrem Übergang. „Das ist ziemlich viel, was die Kinder erstmal verarbeiten müssen“, sagt sie. Es sind zum Beispiel nicht nur die neuen Fächer, sondern auch die Anforderung, gute Leistungen zu bringen. Ob es immer noch einen Ansturm auf das Gymnasium gibt, kann Kaiser schlecht einschätzen. Aber sie weiß, dass immer noch einige externe Anmeldungen für das Gymnasium, aber auch für die Oberschule eintrudeln.

Von Luise Fröhlich

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