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Wenn alle zum Fußballgott beten

EM-Liveübertragung der Kirche Wenn alle zum Fußballgott beten

Vor zehn Jahren zur Fußball-WM 2006 fing es an, seitdem werden Europa- und Weltmeisterschaften live in der Goldbecker Kirche übertragen. Neben der Geselligkeit sowie der Freude am Spiel soll dabei aber auch auf wieder die Sanierungsbedürftigkeit des Gotteshauses aufmerksam gemacht werden. Das brachte in der Vergangenheit schon viele Spenden.

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Dank zahlreicher Spenden, auch während der Fußball-Live-Übertragungen, konnte schon viel in der Kirche saniert werden, wie Gerhard Richter zeigt.

Quelle: Christian Bark

Goldbeck. Es ist wohl einer der ungewöhnlichsten, aber zugleich auch schönsten Orte in der Region, wo sich Sportbegeisterte ab 10. Juni die Liveübertragung der Fußballeuropameisterschaft ansehen können. Die Goldbecker Kirche ist seit der Weltmeisterschaft 2006 Veranstaltungsort für das gemeinsame Verfolgen dieser sportlichen Großereignisse und das hat sich im Laufe der Jahre auch in den umliegenden Ortschaften rumgesprochen, wie Gerhard Richter vom Wittstocker Kulturförderverein sagt, der das „Public Viewing“ mitorganisiert. „Wir hatten schon bis zu 80 Zuschauer in der Kirche“, blickt er zurück. Außerdem tummelten sich zahlreiche Fußball- und Gesellschaftsfreudige auch vor der Kirche.

Liveübertragung Dank perfekt getarnter Satellitenschüssel am Haus

Liveübertragung Dank perfekt getarnter Satellitenschüssel am Haus.

Quelle: Christian Bark

Dort will Richters Vereinskollege Hagen Hoffmann wieder Bier ausschenken und original Thüringer Rostbratwürste auf dem Grill brutzeln, wie er ankündigt. „Ich mache das ehrenamtlich“, sagt er. Alle Einnahmen würden in die gekauften Waren sowie in die Sanierung der Kirche fließen. „Es ist keine kommerzielle Veranstaltung“, betont auch Matthias Dörendahl von der Kirchgemeinde Dosse-Brausebach, die als Hauptveranstalter bei dem Ereignis fungiert. Übertragen werden mindestens alle Deutschlandspiele, alles weitere werde noch besprochen.

Froh ist Dörendahl immer wieder über die zahlreichen Spenden, die während solcher Veranstaltungen für die Sanierung des Gotteshauses zusammenkommen, wie er sagt. So konnte in der Vergangenheit bereits viel in der nach wie vor stark erneuerungsbedürftigen Kirche gemacht werden. Zum Beispiel die Wiederherrrichtung einer über 280 Jahre alten Engelsfigur, die nun in frischen Farben wieder an der Decke befestigt werden konnte.

Pfarrer ist gespannt auf Atmosphäre in der Kirche

Aktuell kümmere man sich um die Innenwände, zeigt Gerhard Richter auf das bereits mit Stroh gedämmte Mauerwerk. Der gegenüberliegenden Wand fehle nur noch ein heller Putz. „Die Kirche hat sich wunderbar entwickelt“, findet auch Hagen Hoffmann. Und der muss es ja wissen, schließlich schaue er fast jeden Tag im Gotteshaus nach dem Rechten.

Der 280 Jahre alte Engel erstrahlt im neuen Glanz

Der 280 Jahre alte Engel erstrahlt im neuen Glanz.

Quelle: Christian Bark

„Schön, dass so viele Menschen dadurch in die Kirche gelockt werden“, freut sich Pfarrer Nikolai Jünger. Für ihn stehen mögliche Spenden an zweiter Stelle, wichtiger sei die Atmosphäre sich gemeinsam freuender oder tröstender Menschen im Gotteshaus. „Damit die Leute sehen, dass es sich lohnt für den Erhalt der Kirche zu spenden, muss aber auch regelmäßig etwas stattfinden“, erklärt er. Und da sei man im Goldbeck schon auf dem richtigen Weg. Jünger, der erst im März seinen Dienst in Wittstock angetreten hat, kennt solche Zusammenkünfte bereits aus Kirchengemeinden. „Aber hier kommen ein ganzes Dorf und das Umland zusammen“, grenzt er die Veranstaltung von seinen Erfahrungen ab. Darum woll er, obwohl kein Fußballfan, das Eröffnungsspiel am 10. Juni sowie das erste Deutschlandspiel am 12. Juni auf gar keinen Fall verpassen.

Dass eine Kirche wie die in Goldbeck Leute zu Veranstaltungen locken muss, da stimmt Gerhard Richter dem Pfarrer zu. Deshalb sei das Gotteshaus in der jüngsten Vergangenheit auch schon für zahlreiche Zusammenkünfte genutzt worden. „Zum Beispiel haben wir mal stundenlang Wagnerkonzerte übertragen“, erinnert sich der 52-Jährige. Das sei bei den Leuten gut angekommen.

Erste Termine: Das Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien wird am 10. Juni ab 21 Uhr in der Kirche zu sehen sein. Ebenfalls die Partie Deutschland gegen die Ukraine am 12. Juni um 21 Uhr.

Von Christian Bark

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