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Wenn das Gemeindehaus zum Laufsteg wird

Blumenthal Wenn das Gemeindehaus zum Laufsteg wird

Mal wetterfest, mal festlich elegant, mal kuschlig verpackt – was die Models auf der Modenschau am Samstag in Blumenthal ihrem Publikum im Bürgerhaus präsentierten, traf sicher den Modegeschmack des anwesenden Publikums. Nicht nur, weil für Alt und Jung was dabei war, sondern weil die Models aus allernächster Nachbarschaft kamen.

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Modeverkäufer Ingo Becker (Mitte rechts) arbeitet gern mit den Modells aus Blumenthal.

Quelle: Christian Bark

Blumenthal. Ein Gläschen Sekt zum Lockerwerden und eine herzliche Begrüßung an der Eingangstür zum Blumenthaler Bürgerhaus – schon sind die Besucherinnen der diesjährigen Modeschau in dem Ort in der richtigen Stimmung. Bis auf wenige Ausnahmen besteht das Publikum an diesem späten Samstagnachmittag ausschließlich aus Frauen. „Es ist Mode von Frauen für Frauen“, erklärt Ingo Becker. Er ist Inhaber der Berliner Modeboutique La Strada, gehört zu den Organisatoren der Veranstaltung sowie zu den wenigen Männern der Schau.

Backstage wurde penibel darauf geachtet, dass auch alles sitzt

Backstage wurde penibel darauf geachtet, dass auch alles sitzt.

Quelle: Christian Bark

Die Plätze sind auf 80 beschränkt und sollen möglichst von Frauen besetzt werden. Denn, und daraus mach Becker keinen Hehl, es gehe bei der Modenschau auch darum, die Mode zu verkaufen. „Natürlich nicht ausschließlich, wir wollen Qualitätsmode aufs Land bringen“, betont er. Außerdem kommt noch der erschwerende Umstand hinzu, dass sich viele Männer wenig für Mode interessieren, wie aus dem Publikum sowie von einigen Models zu hören war.

Im Publikum sind die Frauen derweil gespannt auf die Models, die ausschließlich aus der näheren Umgebung kommen. „Wozu Star-Models engagieren, die gibt’s doch auch hier“, macht Becker deutlich. Auch Claudia Hohmann aus Rossow freut sich auf ihre Tochter Helena. „Sie modelt schon das vierte Mal mit“, sagt sie. Dann geht’s los – Musik an und die Damen zwischen 20 und 84, gestaffelt in fünf verschiedene Altersgruppen, zeigen, wie gut ihnen Beckers italienische Mode zu Gesicht und zu Figur steht.

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Am Samstag wurde das Blumenthaler Dorfgemeinschaftshaus wieder zum Catwalk für die Frauen aus dem Ort.

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Eine Premiere ist die diesjährige Modenschau für Susann Geyer. „Sonst war ich immer Teil des Ankleideteams“, berichtet die 34-Jährige aus Blumenthal. In diesem Jahr habe sie sich dann mal getraut, mitzulaufen. „Trotz anfänglicher Aufregung macht es großen Spaß“, freut sie sich. Skepsis hatte auch Gabriele Rohwedder, als sie vor drei Jahren an der ersten Modenschau in Blumenthal teilnahm. „Wir haben damals vor allem Teilnehmer aus unseren vielen Veranstaltungen rekrutieren können“, erinnert sich das Vorstandsmitglied des örtlichen Kulturvereins „Blumenthaler Kult“. Über den Verein, der im Bürgerhaus Veranstaltungen organisiert, sei vor drei Jahren auch der Kontakt zu Ingo Becker entstanden. Beckers Nachbarin, Claudia Voigt, ist die Schwester eines Vereinsmitglieds. So kam eins zum anderen und Ingo Beckers Mode nach Blumenthal.

Nächsten Frühling keine Modenschau

Jedes Jahr im Frühjahr und im Winter führen die hiesigen Models die Kollektionen vor. „Zur Belohnung gibt es einen 50-Euro-Gutschein von Ingo“, erklärt Susann Geyer. Allerdings wird die Veranstaltung im kommenden Frühjahr wohl entfallen, wie Gabriele Rohwedder ankündigt. Grund dafür sei die recht mäßig besuchte Modenschau in diesem Herbst. „So wollen wir die Vorfreude auf das nächste Mal vergrößern“, sagt sie.

Nachdem die elf Damen fast 90 Minuten lang Wetterfestes, festlich Elegantes oder Kuschliges präsentiert haben, verlost Becker, der mit seinem Team bislang hinter dem Laufsteg die Models betreut hat, noch Gutscheine ans Publikum. Danach beginnt das Shoppen. Die Frauen erhalten alles das, was sie zuvor an ihren Nachbarinnen auf dem Catwalk bestaunen durften. „Für mich kommt der Pullover in Frage, den ich heute vorgeführt habe“, freut sich Gabriele Rohwedder.

Von Christian Bark

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