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Wenn das nötige Kleingeld fehlt

Geldabheben in Prignitz und Ruppin Wenn das nötige Kleingeld fehlt

Vieles muss in der Prignitz und im Ruppiner Land noch bar bezahlt werden. Bei wem das Bargeld knapp wird, der geht zum nächsten Bankautomaten und hebt Nachschub ab. Doch gerade für Fremdkunden ist das mit einigen finanziellen Hürden verbunden. Allerdings bieten auch Tankstellen und Discounter bei diesem Problem alternative Lösungen an.

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An den Terminals kann jeder Sparkassenkunde überweisen oder Geld abheben.

Quelle: Christian Bark

Neuruppin/Wittstock. Ob beim Bäcker, für die Taxifahrt oder am Bratwurststand – oft kommen wir nicht umhin, einen gewissen Betrag an Bargeld dabei zu haben, denn mit der Bankkarte lässt sich längst nicht überall bezahlen. Wohl aber lässt sich mit ihr Geld beschaffen, wenn ein entsprechender Automat in der Nähe ist und dieser im Idealfall auch noch der eigenen Bank gehört.

29 davon, darunter zehn mit Einzahlfunktion, hält die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin für ihre Kunden in ihren 15 Filialen an zwölf Standorten sowie an vier Selbstbedienungsstellen an drei Orten im Landkreis bereit. 25 700 Sparkassenautomaten gibt es bundesweit, wie Pressesprecher Kai Wulfes in Neuruppin informiert. An den 28 ausgewiesenen Terminals könnten Kunden aller Sparkassen bis zu 1000 Euro täglich abheben sowie Überweisungen tätigen, Geld einzahlen und Kontoauszüge drucken. Für Kunden anderer Banken stehe das Tageslimit bei 500 Euro, zudem müssten sie pro Abhebung 3,90 Euro bezahlen.

239 Millionen Euro 2015 ausgezahlt

„Die Gebühr zahlen Sie als Fremdkunde auch, wenn Sie nur fünf Euro abheben sollten“, erklärt Wulfes. Im vergangenen Jahr seien an den Bankautomaten in Ostprignitz-Ruppin über 1,4 Millionen Auszahlungen mit einer Summe von gut 239 Millionen Euro über die Bühne gegangen. Bargeld eingezahlt wurde hingegen etwa die Hälfte dieser Summe.

Damit Sparkassenkunden sich die Gebühren an fremden Bankautomaten sparen können, sei es dem Geldinstitut wichtig, auch weiterhin mit Filialen und Automaten in der Fläche präsent zu bleiben. „Wir möchten auch an Standorten, die sich rein rechnerisch nicht tragen, die Versorgung aufrecht erhalten“, sagt Wulfes.

Manuel Schmidt ist Sprecher der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz

Manuel Schmidt ist Sprecher der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz.

Quelle: Christian Bark

Das möchte auch die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, wie Pressesprecher Manuel Schmidt aus Perleberg betont. Vom guten Willen zeuge auch eine mobile Geschäftsstelle, die Standorte bereits geschlossener Filialen in der West- und Ostprignitz anfährt. Dort sowie in den zwölf bestehenden Filialen und an Selbstbedienungsstellen zwischen Wittstock und Wittenberge stünden Kunden 27 Geldautomaten zur Verfügung. Dort könnten Kunden pro Tag bis zu 3000 Euro abheben. Fremdkunden zahlten pro Buchung 3,95 Euro.

Davon verschont blieben Kunden der Genossenschaftsbanken. „Die entstehenden Kosten für die Abbuchung von einem Euro tragen dann die Banken gemeinsam“, informiert Schmidt. Doch auch hier gebe es wieder Ausnahmen. So zahlten Kunden der Genossenschaftsbank Sparda Bank Berlin pro Abbuchung 2,05 Euro und die stelle nicht die Volksbank, sondern die Sparda Bank in Rechnung.

Kaum Präsenz, dafür keine Kontoführungsgebühren

„Das ist Teil einer Vereinbarung zwischen beiden Geldhäusern“, informiert eine Sparda-Bank-Sprecherin in Berlin. Es sei aber wesentlich günstiger, als die Normalgebühr für Fremdkunden. Die Sparda Bank selbst tritt in der Prignitz und im Ruppiner Land fast überhaupt nicht in Erscheinung. Lediglich eine Filiale gibt es in Wittenberge. „Dort sind 5000 Kunden registriert“, sagt die Sprecherin. Die spärliche Präsenz in der Region begründe sich mit der Geschichte der Bank, die aus einer Eisenbahnerbank hervorgegangen ist sowie aus Kostengründen. „Deswegen können wir den Kunden in kostenloses Girokonto ermöglichen“, so die Sprecherin.

Wer jedoch auf der Internetseite der Bank stöbere, finde eine regionale Übersicht über Automaten anderer Banken, die als Mitglieder der Cashpool-Gruppe auch Sparda-Bank-Kunden kostenloses Geldabheben ermöglichten. Zudem gebe es auch in Discountern die Möglichkeit, ab einem bestimmten Einkaufswert, Bargeld von der Kasse abzuheben.

An manchen Tankstellen lässt sich auch Bargeld abheben

An manchen Tankstellen lässt sich auch Bargeld abheben.

Quelle: Christian Bark

Zum Beispiel bei Netto-Markendiscount. Dort können Kunden seit 2013 ab einem Einkaufswert von 20 Euro Bargeld in Höhe von bis zu 200 Euro täglich abheben, wie ein Unternehmenssprecher informiert. „Dieser zusätzliche Service für EC-Kartenzahler ist kostenlos“, sagt er. Das werde auch von zahlreichen Kunden in Anspruch genommen und erfreue sich wachsender Beliebtheit. Außerdem könnten Kunden bei Netto auch seit drei Jahren mit dem Smartphone bezahlen, wenn sie über die entsprechende App verfügten.

Auch Tankstellen bieten den Service, dort Geld abzuheben. Zum Beispiel die SB-Tankstelle in Wittstock. „Anbieter ist die Postbank, Kunden der Cash-Gruppe können hier kostenlos abheben“, informiert Tankstellenmitarbeiterin Manuela Funk. Dass dadurch mehr Geld in der Tankstelle lagert, sorgt sie nicht. „Mit der Sicherheit hatten wir noch keine Probleme“, sagt sie.

Von Christian Bark

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