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Ostprignitz-Ruppin Wenn der Sheriff das Tanzbein schwingt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wenn der Sheriff das Tanzbein schwingt
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00:46 23.08.2014
Wilder Westen: Zum Linedance-Workshop herrscht zweimal im Jahr Riesen-Trubel auf dem Gelände. Quelle: Regine Buddeke
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Schönberg

Schuld ist - wer sonst? - die Ex. "Ich habe ihr vor ein paar Jahren IC Falkenberg als Geburtstagssänger engagiert", sagt Renato Juran. "Den fand sie so toll." Die Beziehung ist Geschichte, aber mit dem Ständchen von 2005 startete etwas Neues. "Alles in allem war das damals natürlich eher ein Kuschelabend am Kamin als ein Open-Air-Konzert." Dennoch wurde auf dem Hof eine Bühne für den Sänger aufgebaut. Hinterher fragten viele Freunde: "Hey, geht das nicht größer?"

Die Idee traf bei Renato Juran einen Nerv. Sein Job als Fliesenleger lief zwar gut, dennoch suchte er nach einem zweiten Standbein. "Man weiß ja nicht, wie lange ich den Job noch machen kann. Jünger werden wir alle nicht", sagt der inzwischen 50-Jährige. Also plante er, damals noch mit der Ex, zwei bis drei Events pro Jahr und gründete SB-Konzerte. "Sofort standen alle auf der Matte", sagt er. "Bauamt, Umweltschutz und was nicht alles." Die Bühne durfte nicht zur Straße ausgerichtet sein, Hygienestandards galt es zu erfüllen, Sicherheitsvorschriften lauerten an allen Ecken. "Es waren viele Auflagen", sagt Juran. "Ich habe zwei Jahre gebuddelt und gebaut, um alle umzusetzen."

2007 konnte er durchstarten - beim ersten Country-Fest mit 50 Leuten, Paletten zum Sitzen und ein paar Lichtschlangen. "Gut, dass es nicht geregnet hat", sagt Renato Juran, der alle Einnahmen sofort in die Erweiterung investiert. Peu a peu wächst das Party-Gelände, proportional steigen die Besucherzahlen. Herausgekommen ist die Mustang-Ranch, ein Gelände, wie man es kaum woanders findet. Voll mit liebevoll zusammengestellten Kitsch-und-Trödel-Accessoires, urig, mit Wildwest-Flair, das seinen Charme entfaltet, gerade weil auf stilistische Authentizität kein Wert gelegt wird. Genau das Richtige für Country-Fans und Linedancer, die samt Kind, Kegel und Wohnwagen zu den Linedance-Workshops im Frühjahr und im Herbst kommen. Tagsüber lernen dann die "Turnschuhtänzer" neue Steps und Shuffles - oft von DJ Henry, der den Linedance im Blut und in der Musicbox hat. Abends kommt Livemusik von der Bühne, davor tanzen die Fans: die Männer mit breitem Gang in Jeans und Fransenweste, das Schweißtuch - untypisch gebügelt - in der Tasche. Die Frauen mit Zopf und Karohemd, ab und an wirbelt ein gerüschter Saloon-Rock durch das Jeansblau. Der Cowboyhut ist Standard, manchmal geht der Sheriff durch, mit langem Mantel und Colt am Zeigefinger. "Das mag ich", sagt Renato Juran. Für besonders gelungene Kostüme spendiert "Reno", wie ihn alle nennen, auch mal einen Drink. Für Kenner hat er 20 Whiskysorten im Saloon auf Lager, auch Exoten aus Indien oder Transsylvanien. Die genießt man am besten auf einem der vier Sattel-Barhocker.

Den Laden schmeißt Juran gemeinsam mit Ricarda Schulz, seiner "Neuen". Hauptberuflich Buchhalterin, kümmert sie sich um Dekoration und Catering, Renato Juran ums Handwerkliche und um die Musikauswahl. Er scheut keine Mühe, immer wieder neue Bands zu ordern. Im Herbst kommt Doug Adkins. "Das einzige Deutschland-Konzert in diesem Jahr, wo er mit Band spielt." Darauf ist Renato Juran stolz. Das dritte Konzert im Jahr ist zumeist im Sommer. Es waren schon jede Menge Doubles in Schönberg - "was immer die Leute wollen", so Juran.

Wenn seine Freundin mal eben 30 Blechkuchen für die Linedancer backt, bastelt Juran draußen noch an Holzgestellen für die Abfallsäcke. Die sind - wie fast alles auf der Mustang-Ranch bunt bemalt, Juran engagiert dafür eigens einen Berliner Sprayer. Dass es eine Mustang-Ranch ist, entspringt nur dem Fakt, dass auf dem Gelände früher einmal Pferde standen. "Der Cowboy-Zaun war da, das Flair also vorprogrammiert", sagt Juran, der seine Country- und Westernabende schätzt. Die Musik kann er stundenlang hören. "Techno wird es hier nie geben", ist er sicher. Die beiden Töchter sind noch zu jung, um den Laden zu übernehmen und alles umzukrempeln. Und so bleibt es erst einmal beim - polizeilich angemeldeten - Schießwagen und den bunten WC-Wagen, beim Grill, an dem zwei Rinderhälften aus Pappmaché baumeln, bei Stehtischen, Lagerfeuer-Platz und lümmeliger Westernbar.

Für Requisitenspenden ist Juran dankbar, gerade hat er ein Klavier aufgetan. Die Mitbringsel arbeitet er in seiner Freizeit auf: "Ich hab ja nichts Besseres zu tun, wenn ich von der Fliese komme", sagt er. "Ich will den Leuten was bieten. Wenn sie froh vom Platz gehen, bin ich es auch", sagt der Geschäftsmann, der sein Inventar auch vermietet. Juran hat Kontakte. Etwa zur Security für seine Feste. Der Colt sitzt locker nach all dem Bier? Pustekuchen. Die Feste sind entspannt, die Security ist dennoch wichtig. "Unsere Puppen werden öfter mal gekidnappt", sagt Juran und meint sieben westernmäßig ausstaffierten Schaufensterpuppen auf dem Gelände. "Dabei muss man die gar nicht klauen - ich vermiete sie wie alles andere auch."

Von Regine Buddeke

Kontakt: Für seinen Weihnachtsmarkt sucht Renato Juran noch Stände aus der Sparte historisches Handwerk und Kunsthandwerk. Interessenten können sich unter 033933/7 20 75 oder 0172/3 22 81 54 melden.

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