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Wenn’s tief im Rhinluch nur so wimmelt

Fest an der „Einsamen Eiche“ zwischen Wusterhausen und Fehrbellin Wenn’s tief im Rhinluch nur so wimmelt

Am Sonnabend wird tief im Rhinluch wieder gefeiert. Es ist das Fest an der sogenannten „Einsamen Eiche“. Der Baum wird dabei erfahrungsgemäß zu einem regelrechten Besuchermagnet. Das liegt auch an seiner besonderen Geschichte.

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So manches Freudentänzchen gab es schon zu Ehren der Eiche im Rhinluch.

Quelle: Matthias Anke

Nackel. Wo sich sonst Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, steppt schon bald der Bär. Denn tief im unbewohnten Rhinluch – irgendwo im Dreieck zwischen Nackel, Zootzen und Lentzke – dürfte am Sonnabend, 25. Juli, eine gute Menschenschar zum Feiern zusammenkommen. Es ist das traditionelle Eichenfest rings um einen bedeutungsvollen Baum, der im Nirgendwo zwischen Wusterhausen und Fehrbellin steht. Um ihn kümmert sich sogar ein eigener Freundeskreis, der für Sonnabend zu 14.30 Uhr dorthin einlädt wie alljährlich an jedem letzten Juli-Wochenende.

Der Weg zu dem Baum ist nicht leicht zu finden

Der Weg zu dem Baum ist nicht leicht zu finden. Einige Hinweisschilder aber gibt es.

Quelle: Matthias Anke

Der Freundeskreis „Einsame Eiche“ ist eine lockere Gruppe von etwas mehr als einem Dutzend Leuten aus den umliegenden Dörfern. Es sind Heimatfreunde maßgeblich aus Nackel, Wutzetz und Damm.


Monika Stoltz ist die Sprecherin des Freundeskreises „Einsame Eiche“

Monika Stoltz ist die Sprecherin des Freundeskreises „Einsame Eiche“.

Quelle: Matthias Anke

„So einsam ist die Eiche eigentlich gar nicht. Da kommen regelmäßig Ausflügler vorbei“, sagt Monika Stoltz aus Nackel: „Also sind wir hin und wieder da draußen, um zu mähen und alles in Schuss zu halten – und das nicht nur zum Fest.“ Monika Stoltz ist Sprecherin für den Freundeskreis. Bei ihr laufen die Fäden zusammen, seitdem sie vor zwei Jahren die Nachfolge von Christa Calließ aus Nackel antrat. Diese hatte drei Jahrzehnte lang den Kult um die Eiche aufrecht erhalten, die nunmehr als das Wahrzeichen vom Rhinluch bekannt ist. Als der Baum gepflanzt wurde, war Christa Calließ 57 – heute ist sie 89 Jahre alt. 2012, zum 30. Jahrestag dieser Pflanzung, war es das letzte unter ihrer Federführung organisierte Eichenfest und dabei ein ganz besonderes: Das kurzweilige Theaterspektakel „Der Kurfürst und die Marketenderin” wurde unter freiem Himmel uraufgeführt. Damit wurde zugleich die Geschichte der Eiche erzählt. Denn die reicht Jahrhunderte zurück.

Der Gedenkstein am Fuße der „Einsamen Eiche“

Der Gedenkstein am Fuße der „Einsamen Eiche“.

Quelle: Matthias Anke

Das derzeit im Grenzgebiet der Altkreise Kyritz, Neuruppin und Nauen — genau am Schnittpunkt der Gemarkungen der Orte Nackel, Garz, Manker, Zootzen und Wutzetz — wachsende Exemplar ist Nachfolger eines Baumes, der 1982 der Melioration zum Opfer fiel. Schon dieser war eine Neuanpflanzung, und zwar für eine Eiche, die 1945 mit einem Blitzschlag zerstört wurde. Sie war an dieser Stelle eben jene erste Eiche aus dem 12. Jahrhundert, unter der einer Sage nach im Jahr 1675 Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, noch gefrühstückt haben soll, ehe er unweit in der Schlacht bei Fehrbellin die Schweden schlug. „Ich wollte schon immer mal, dass wir diese Geschichte nachspielen. Aufgeschrieben habe ich sie schon seit einer Weile”, erklärte damals Christa Calließ, die einst Lehrerin in Wutzetz und Nackel war.

An diesem Rastplatz für Naturfreunde im Rhinluch ließen sich im Schatten der bis heute wieder hochgewachsenen Bäume schon Rekordtemperaturen aushalten. Nur in einem Jahr musste das Festausfallen, weil einfach zu viel Waser auf dem Gelände unweit des Rhins stand, wie sich Monika Stoltz erinnert.

Eichen-Merchandising

Eichen-Merchandising: ein kunstvoll gestaltetes Tragetäschchen.

Quelle: Matthias Anke

Für Erinnerungen gibt es dort auch ein Gästebuch. Wer die Eiche besucht hat, verewigt sich darin. Im zurückliegenden Jahr war die Unterschrift von Armin Groß aus Friesack am häufigsten zu finden und wurde dafür mit einem Preis bedacht. Diese Auszeichnung hat Tradition beim Eichenfest. Am zweithäufigsten hatten sich Horst und Edeltraud Rettig aus Nackel eingetragen.

Auch für diesen Sonnabend sind nun die Gäste dazu aufgerufen, Kinder und Enkel, Freunde und Bekannte mitzubringen. Geplant sind Unterhaltung, Ratespiele und einige gemütliche Stunden auch mit Musikern aus Friesack. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Unter anderem gibt es hausgemachten frischen Kuchen. Nur Theater wird auch dieses Jahr nicht gespielt. Dieses Theater und wohl auch seine Rekordbesucherzahl von 350 Gästen war eine Ausnahme. Vielleicht aber gibt es ein so großes Fest ja 2022 wieder beim dann 40. Jahrestag der Eichenpflanzung.

Die „Einsame Eiche“ ist aus Richtung Läsikow sowie einem von der Straße zwischen Nackel und Vichel abzweigenden Feldweg mit Wegweisern ausgeschildert.

Von Matthias Anke

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