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Wer Regenwasser versickert, soll künftig sparen

Neuruppin Wer Regenwasser versickert, soll künftig sparen

Neuruppins Stadtwerke berechnen Schmutz- und Niederschlagswasser künftig extra – viele Eigentümer bekommen deshalb demnächst Post. In einem Fragebogen sollen sie eintragen, von welchen Fläche auf ihrem Grundstück Regenwasser in die Kanalisation fließt.

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Viele Grundstücksbesitzer in Neuruppin bekommen in den kommenden tagen Post von den Stadtwerken. Sie sollen angeben, wie viele Fläche sie bebaut haben.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Stadtwerke in Neuruppin wollen die Rechnung fürs Abwasser fairer machen. Künftig werden die Entsorgung von echtem Schmutzwasser und von Regenwasser getrennt berechnet. Viele Haushalte könnten dadurch weniger bezahlen, manche Hausbesitzer oder Firmen aber auch etwas mehr.

Wer Regenwasser auf seinem eigenen Grundstück versickern lässt oder es nutzt, etwa für die Toilettenspülung, soll ab 2018 mit etwas geringeren Abwasserpreisen belohnt werden. Wer das Regenwasser von seinem Grundstück dagegen in die Kanalisation einleitet, findet das künftig auf seiner Abwasserrechnung wieder.

Die Entsorgung von Regenwasser ist auch jetzt schon Teil des Abwasserpreises, auch wenn der Posten dort nicht extra ausgewiesen ist. Bislang rechnen die Stadtwerke alle Kosten, die sie im Zusammenhang mit der Wasserentsorgung und Reinigung haben, zusammen und teilen diesen Betrag durch die Menge des verbrauchten Trinkwassers. Jeder Grundstücksbesitzer zahlt den gleichen Preis – ob er viel oder wenige Regenwasser ins Kanalnetz einleitet, ist ganz egal. Das soll sich ab Januar ändern. Regenwasser wird extra berechnet, der Preis fürs reine Abwasser sinkt dafür ein wenig.

Die Stadtwerke kassieren nicht mehr, aber anders

„Wir nehmen damit nicht mehr Geld ein als vorher“, versichert der Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach. Die Kosten würden nur gerechter verteilt. Damit das kappt, muss aber erst einmal klar sein, von welchem Grundstück wie viel Regenwasser in die Kanalisation läuft.

In der kommenden Woche werden die Stadtwerke deshalb beginnen, an viele Eigentümer einen Fragebogen zu verschicken, auf dem jeder selbst angeben soll, wie große die Flächen auf seinem Grundstück sind, von denen Regenwasser ins Kanalnetz fließt. Hausdächer, Garagen, Terrassen – alles soll erfasst werden. Etwa 5000 Kunden bekommen solche einen Fragebogen samt einer erklärenden Broschüre, schätzt Thomas Brodehl, der das Vorhaben bei den Stadtwerken betreut: „Unsere Drucker laufen gerade heiß.“

Die Ortsteile sind kaum betroffen

Post bekommen vor allem Eigentümer in Neuruppin und Alt Ruppin. „In den Dörfern lässt ja jeder das Regenwasser auf dem eigenen Grundstück“, sagt Uebach. Das wollen die Stadtwerke überall fördern. Für den Naturkreislauf ist es wichtig, dass das Wasser dort bleibt, wo es hinfällt und nicht über das Kanalnetz aus der Region fortgeleitet wird, sagt Thomas Brodehl.

Wer abgeschrieben wird, hat vier Wochen Zeit, den Fragebogen auszufüllen und zurückzuschicken. Erst wenn alle Daten vorliegen, können die Stadtwerke ausrechnen, wie hoch die Kosten für das Regenwasser sind und um welchen Betrag der reine Abwasserpreis ab Januar sinkt. Für das Regenwasser von Straßen und öffentlichen Plätzen zahlt die Stadt Neuruppin übrigens schon jetzt eine Pauschale.

Von Reyk Grunow

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