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Wer es nicht packt, muss wieder gehen

Neues Ausbildungsprojekt in Prignitz und OPR Wer es nicht packt, muss wieder gehen

Die Bedingungen sind knallhart: Wer die Sprachprüfung nicht schafft oder im Praktikum versagt, muss wieder nach Hause. In einem Ausbildungsprojekt für junge Ausländer in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin müssen die Teilnehmer alles geben. Sie träumen von einem Ausbildungsplatz in Nordwestbrandenburg.

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Zerspanungsmechaniker ist einer der Berufe, die die jungen Europäer hier erlernen können.

Quelle: dpa

Pritzwalk/Perleberg. 600 Stunden am Stück lernen junge Menschen in Rumänien, Ungarn und Italien im Alter zwischen 18 und 27 Jahren Deutsch. Das sind vier Monate. Ihr Ziel: Ein Ausbildungsplatz im Westen Brandenburgs. Den soll ihnen über das Sonderprogramm „MobiPro-EU“ die Gemeinnützige Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) vermitteln. Dafür ist die deutsche Sprache eine Grundvor­aussetzung. Am Montag begann der Intensivkurs.

Die Fäden bei dem Projekt zieht Lothar Nagel von der Bildungsgesellschaft. „Wir haben vor Ort mit den dortigen Trägern die Akquise gemacht und nach einem strengen Auswahlverfahren die Verträge mit den jungen Leuten abgeschlossen“, erzählt er. Insgesamt 24 junge Erwachsene wollen sich nun auf unbesetzte Ausbildungsplätze in der Region Prignitz und Ostprignitz-Ruppin bewerben. „MobiPro-EU“ kann also nicht nur den extrem motivierten jungen Menschen aus der Europäischen Union eine Chance auf eine berufliche Perspektive geben, die sie zu Hause nicht haben. Gleichzeitig sichert es den Betrieben die hier oft fehlenden Azubis und somit Fachkräftenachwuchs.

15 Ausbildungsplätze hat Lothar Nagel bereits besetzen können. Zugesagt haben vor allem Betriebe aus dem Prignitzer Raum: zum Beispiel der Meyenburger Elektrobau, das Zahnradwerk Pritzwalk, Schorisch Magis oder die Firma Nordgetreide. „24 Betriebe brauchen wir aber insgesamt.“ Im Kreis Ostprignitz-Ruppin fehlen dem Projektleiter noch Betriebe, die einen der potenziellen Azubis übernehmen würden.

„Die Grundvoraussetzung ist, dass sie nach dem Deutsch-Kurs den Test bestehen“, so Lothar Nagel. Die Teilnehmer sollen am Ende das Sprachniveau B 1 erreichen, ein europäisch anerkannter Standard, mit dem die Betreffenden zu einer „fortgeschrittenen Sprachverwendung“ fähig sind. Wer das nicht schafft, muss wieder nach Hause fahren. Das gleiche droht, wenn sich der Projektteilnehmer in dem dann folgenden sechswöchigen Betriebspraktikum nicht bewährt. „Dann zeigt sich, wie seine Sprache ist und wie motiviert er ist“, erklärt der GBG-Mitarbeiter. Es liege also bei den Bewerbern. „Die jungen Menschen müssen alles geben.“

Erlernen können die jungen EU-Bürger die Berufe Werkzeugmechaniker, Konstruktionsmechaniker, Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Elektroniker. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird zum großen Teil über das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finanziert. Schon das Praktikum wird über „MobiPro-EU“ mitfinanziert, so dass den Betrieben vergleichsweise geringe Kosten entstehen. „Der Betrieb zahlt monatlich 200 Euro, der Rest läuft über das Projekt, so dass der Lebensunterhalt der jungen Leute abgesichert ist“, erklärt Projektleiter Nagel.

Dank der Fördermittel wird nicht nur ein großer Teil der Ausbildung bezuschusst, sondern auch die Betreuung der 24 jungen Bewerber, die laut Nagel im Übrigen alle Abitur haben. „Wir kümmern uns um Wohnungen, die Integration in den örtlichen Sportverein oder die Feuerwehr.“ Später begleite eine Sozialpädagogin das Projekt, die sich bei Problemen um die jungen Leute kümmert. Bei einem ähnlichen Ausbildungsprojekt mit jungen Spaniern sei zum Beispiel Heimweh ein großes Problem gewesen.

Hinweis: Interessierte Betriebe aus den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin können sich an den Projektleiter Lothar Nagel bei der GBG,  03395/7 09 96 61 oder per E-Mail an: nagel@gbg-pritzwalk.de wenden.

Von Beate Vogel

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