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Wer hier blitzt, ist unfair!

Dierberg im Kampf gegen Raser Wer hier blitzt, ist unfair!

Gleich zwei wichtige Straße treffen in Dierberg aufeinander: eine Bundes- und eine Landesstraße. Zumindest eine Ortsdurchfahrt ist so kurz, dass Autofahrer sie oft nicht für voll nehmen und einfach weiterfahren, ohne stark zu bremsen. Jetzt fordern die Dierberger einen stationären Blitzer, um die Raser abzuschrecken. Doch der Landkreis lehnt das ab.

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Bewährung für drogensüchtigen Dieb

Einen Blitzer wie an der Bechliner Chaussee in Neuruppin wünschen sich die Dierberger.

Quelle: Peter Geisler (Fotomontage)

Dierberg. Wenn es irgendetwas gibt, das sich die Dierberger wünschen, dann das: endlich Ruhe und endlich Sicherheit. Die vielen Autos, die teilweise in aberwitzigem Tempo durch das Dorf rauschen, setzen den Einwohner dermaßen zu, dass sie nur noch eine Lösung sehen. Ein Blitzer soll her – und möglichst ein stationärer, der rund um die Uhr in Betrieb ist und Temposünder tags wie nachts erwischen kann.

Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau hat durchaus Verständnis für den Wunsch. In Dierberg kommen gleich zwei wichtige Straßen zusammen. Zum einen ist da die B 122, die von Alt Ruppin über Zippelsförde quer durch Dierberg nach Rheinsberg führt. Sie trifft im Dorf auf die Landesstraße 19 von Lindow nach Rheinsberg.

Hinzu kommt, dass die Ortsdurchfahrt schnurgerade einmal durchs Dorf führt. Viele Autos donnern, ohne zu bremsen, hindurch. Nachts sollen schon Fahrzeuge mit 150 Stundenkilometern geblitzt worden sein, sagt Rau.

Die Dierberger hatten gehofft, dass die Stadt einen Starenkasten bei ihnen installiert, quasi als Zwangsbremse. Vielleicht ließe sich ja der alte Blitzer aus der Berliner Straße in Rheinsberg dorthin versetzen und wieder flott machen; in Rheinsberg blitzt er schon seit Jahren nicht mehr.

Die Ortsdurchfahrt ist zu kurz für einen Blitzer

„Aber so etwas können wir nicht entscheiden“, sagt Rau. Stationäre Blitzer darf nur der Landkreis aufstellen. Also hat Ordnungsamtschef Thomas Lilienthal beim Straßenverkehrsamt des Kreises für die Idee geworben. Über den Vorschlag des Kreises, Rheinsberg könnte sich ja an den Kosten für eine solchen Blitzer beteiligen, muss Bürgermeister Rau noch immer schmunzeln. Ein paar Tausend Euro für etwas auszugeben, das einem nicht gehört – das kann sich die Prinzenstadt nicht leisten.

Muss sie auch nicht, sagt Mathias Wittmoser, der Chef des Straßenverkehrsamtes bei der Kreisverwaltung in Neuruppin. Denn Dierberg wird keinen Blitzer bekommen. Nicht, dass er nicht vielleicht sinnvoll wäre. Wittmoser hat ein ganz anderes Problem: Die Ortsdurchfahrt ist schlichtweg zu kurz, um dort Raser zur Kasse bitten zu können. Dort, wo die Dierberger gern einen Blitzer hätten, misst die Ortsdurchfahrt gerade mal 400 Meter.

Fiese Falle für Autofahrer abgelehnt

„Wie sollen wir denn da einen Blitzer aufbauen?“, fragt Wittmoser: „Wir können ihn ja nicht gleich am Ortseingang aufstellen. So etwas gibt es nirgendwo.“ Der Amtsleiter fänd es auch nicht gerecht, wenn die Radarfalle gleich hinter dem Orteingangsschild klicken würde. Laut Auto-Club Europa (ACE) sind zwar Kontrollen unmittelbar hinter dem Ortseingang zulässig. Verwaltungsvorschriften, die einen Mindestabstand fordern, seien nur innerdienstliche Vorgaben für die Behörden, warnt Volker Lemp vom ACE. Wenn Autofahrer am Ortseingang geblitzt werden, müssen sie wohl trotzdem Strafe zahlen.

Mathias Wittmoser hält aber nichts davon, dort einen festen Blitzer zu installieren. „Das ist auch ein Fairnessgebot“, sagt er. Autofahrer sollten die Chance haben, auf einer angemessenen Strecke auf Tempo 50 abzubremsen. Und die ist in Dierberg eben nicht gegeben. Zumindest nicht auf der Ortsdurchfahrt von Lindow nach Rheinsberg. Auf der Dierberger Dorfstraße in Richtung Zippelsförde oder auf der Straße in Richtung Hindenberg würde die Strecke zwar ausreichen. Aber dort kann von einem Unfallschwerpunkt keine Rede sein, also ist auch kein Blitzer nötig. Für Mathias Wittmoser ist „dieses Thema vom Tisch“.

Von Reyk Grunow

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