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Wer in Not war, kam hier unter

Burg Wredenhagen Wer in Not war, kam hier unter

Ein Ausflugstipp ins nahe Mecklenburg: Nur 15 Kilometer von Alt Daber (Ostprignitz-Ruppin) mit seiner Daberburg entfernt liegt Wredenhagen. Dort findet man ebenfalls noch Reste einer alten Burganlage. Mit den Brandenburgern verband man hier nicht immer nur freundschaftliche Gefühle.

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Der Haupteingang zur Burg Wredenhagen: links das Torhaus, rechts die Burgschule.

Quelle: Bernd Atzenroth

Wredenhagen. Die Schmugglerheide mal von der anderen Seite des ehemaligen Schlagbaums aus betrachtet: Aus Prignitzer Sicht ist hier natürlich die Daberburg in Alt Daber interessant. 15 Kilometer weiter aber, schon im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern, findet man in Wredenhagen ebenfalls noch die Reste einer alten Burganlage, mit der Daberburg heute über die Schmugglertour verbunden. Ein lauschiger Zwischenstopp, fernab von jeglicher räuberischer und kriegerischer Vergangenheit.

Doch auch wenn sie auf dem Burgberg ein wenig oberhalb des 500-Seelen-Dorfs Wredenhagen liegt, so entspricht sie doch nicht dem üblichen Burgklischee, findet Wredenhagens Bürgermeisterin Marianne Schmidtke: „Das war eine Not- und Fliehburg. Wer in Not war, konnte hier unterkommen“, erklärt sie. Mehr ein Zufluchts- als ein Herrschaftsort also. 1284 wurde das alte Gemäuer urkundlich zum ersten Mal erwähnt, als Sitz der Herren von Werle.

Mit den Brandenburgern verband man hier nicht immer nur freundschaftliche Gefühle – im 14. Jahrhundert nahmen brandenburgische Fürsten die Burg zwischenzeitlich ein. Später nach dem Aussterben des Werleschen Fürstenhauses fiel die Burg an die Herzöge von Mecklenburg. Ende des 17. Jahrhunderts soll der russische Zar Peter I. hier das Schmiedehandwerk erlernt haben.

Beim Herumklettern am Burgberg – man kann neben dem Torhaus über eine Treppe zur Burgmauer hinaufgehen und dann einmal ganz drumherumlaufen – stelle ich mir vor, dass das auch schon früher ein romantisches kleines Plätzchen gewesen sein muss. Heute ist es das an lauen Sommerabenden ganz bestimmt, wenn man auf der Rückseite der Anlage auf den Resten der alten Burgmauer lustwandelt.

1989, nach der Wende, nahm die Kommune die Sanierung und Restaurierung der Burg in Angriff, wie Marianne Schmidtke erzählt, und seit dem Jahr 2000 wird sie touristisch genutzt. Auf das Burggelände selbst kommt man nur über das Torhaus. Das Torhaus selbst kann heute für Veranstaltungen genutzt. Rechts daneben, auf der anderen Seite des Eingangs, befindet sich das Gebäude, das heute die Burgschule beherbergt. Schon 1927, als die politische Gemeinde Wredenhagen die Burg erwarb, zog die Schule ein. Der dritte Gebäudekomplex wird am Wochenende als Burgcafé genutzt. Dort können ein Jagdzimmer, die Burgstube, eine alte Küche und ein Schulzimmer besichtigt werden. Die Burg ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen in die nähere, sehr naturbelassene Umgebung des Orts.

Der kleine Ort Wredenhagen ist nicht nur der Burg wegen einen Ausflug wert. Einen Kilometer außerhalb hat seit Jahren das Café Scheune seinen festen Platz. Veranstalter Hansi Witt lockt mit ungewöhnlichen Klängen aus der Welt des Rocks oder Jazz ein musikinteressiertes Publikum mitten ins Niemandsland. Wer will, kann hier auch übernachten. Zur Müritz ist es nicht mehr weit.

Aber die nächsten Seen sind direkt um die Ecke. Wer will, kann den Ausflug Richtung Kieve und am dortigen See vorbei Richtung Sewekow und wieder nach Wittstock fortsetzen – übrigens exakt die Schmugglertour, die die Stadt Wittstock empfiehlt.

Von Bernd Atzenroth

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