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Ostprignitz-Ruppin Wer stiften geht, braucht langen Atem
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wer stiften geht, braucht langen Atem
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02:15 26.02.2017
Die Stiftung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin fördert unter anderem die Gaukler-Kids vom Verein Esta Ruppin. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Gabriele Lettow ist froh, dass es die Stiftung Soziales Neuruppin gibt. 3000 Euro bekommt ihr Förderverein von der Stiftung als Zuschuss fürs Aequinox-Musikfestival. „Ich find’ das super“, sagt die Vereinschefin. Das kleine Festival kann jede Unterstützung gebrauchen. „Die Stiftung versucht jedes Mal zu helfen“, sagt die Neuruppinerin. „Auch wenn sie nicht immer viel Geld zur Verfügung hat.“

2008 hatten die Neuruppiner Stadtverordneten beschlossen, eine soziale Stiftung zu gründen. Die unterstützt unter anderem kulturelle und soziale Projekte in Neuruppin und den Ortsteilen. Die Stadtverordnete hatten sich für eine Stiftung entschieden, weil sie hofften, so auf Dauer Geld zur Verfügung zu haben – auch dann, wenn es im städtischen Haushalt nicht mehr genügend gibt, um etwa Vereinen unter die Arme greifen zu können.

Nur die Zinsen können ausgegeben werden

Die Idee der Stiftung ist uralt und überall in Deutschland verbreitet. Im Prinzip funktioniert sie immer gleich: Ein oder mehrere Stifter legen eine große Menge Geld so an, dass es möglichst viele Zinsen gibt. Diese Zinsen können dann regelmäßig ausgegeben werden, um einen bestimmten Zweck zu fördern. Das eigentliche Stiftungskapital bleibt unangetastet, so dass es immer wieder neue Zinsen bildet. Geld, das neues Geld hervorbringt.

In Deutschland gibt es tausende Stiftungen mit den unterschiedlichsten Zielen: Einige dienen dem Erhalt eines Museums, andere fördern die Arbeit mit Kindern, Sport oder den Tierschutz. Wieder andere sichern das Auskommen einzelner Familie. Stiftungen können selbstständig sein oder unselbstständig unter dem Dach eines Verwalters oder Treuhänders arbeiten.

In Brandenburg führen Stiftungen bisher allerdings ein Schattendasein. Laut Innenministerium gibt es 240 selbstständige Stiftungen – knapp zehn pro 100 000 Einwohner. In kaum einem anderen Bundesland sind es weniger, hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen ausgerechnet. „Die Stiftungslandschaft in Brandenburg, wie auch in den anderen neuen Bundesländern ist seit dem Mauerfall in einer Phase der Wiederbelebung“, sagt Martin Speer vom Bundesverband.

Wer viele Zinsen will, muss erst einmal viel Kapital haben

Allerdings spielt auch „die Vermögenssituation der Bürgerinnen und Bürger in der Region“ eine Rolle, sagt er. Damit eine Stiftung viele Zinsen abwirft, braucht sie viel Eigenkapital. Und daran hapert es hierzulande oft. In Brandenburg wurden 2016 elf neue Stiftungen gegründet – in Bayern waren es etwa 100.

Das Eigenkapital ist auch bei der Stiftung Soziales Neuruppin knapp. Ursprünglich hatte die Stadtverordneten gehofft, soziale Aufgabe aus dem Haushalt in die Stiftung abgeben zu können und Millionen Euro pro Jahr zu sparen. „Aber das klappt so nicht“, muss Neuruppins Kämmerer Willi Göbke einräumen. „Wir hatten einmal auf ein Stiftungskapital von zehn Millionen Euro gehofft“, sagt er. Tatsächlich beträgt es nach acht Jahren knapp 1,4 Millionen Euro. Die werfen zurzeit gerade 10 000 bis 15 000 Euro im Jahr ab, die die Stiftung auszahlen kann.

Stiftungen für viele Zwecke

Laut Innenministerium gab es im Januar genau 240 selbstständige Stiftungen im Land, neun davon im Kreis Ostprignitz-Ruppin, sieben in der Prignitz:


Die Stiftung der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin
fördert Kunst, Kultur, Wissenschaft, Jugendarbeit und Sport im Bereich der Sparkasse.

Die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz fördert Jugendarbeit, Kultur und Denkmalpflege in der Prignitz.

Die Schulzesche Predigerwitwenstiftung unterstützt Predigerwitwen und Waisen, Jugend- und Altenhilfe in Putlitz.

Die Studienstiftung Dr. Uwe Czubatynski in Perleberg fördert unter anderem Veröffentlichungen und Forschung in den Geisteswissenschaften.

Die Encourager-Stiftung in Wittstock fördert gemeinnützige und mildtätige Zwecke und andere christliche Hilfsorganisationen.

Die Stiftung Heiligengrabe kümmert sich um das Kloster Stift zum Heiligengrabe.


Die Stiftung zur Förderung der christlichen Verkündigung und Seelsorge auf dem Gebiet der Evangelischen Kirchengemeinde Zechliner Land in Dorf Zechlin fördert die Pfarrstelle dort.

Die R.C.K.-Kunststiftung in Flecken Zechlin fördert Kunst und Kultur.

Die Walter-Hoffmann-Axthelm-Stiftung für Perleberger Stadtgeschichte unterstützt Kultur, Denkmalschutz und Heimatpflege in der Perleberger Altstadt.

Die Dr.-Wolfgang-Neubert-Stiftung in Bad Wilsnack fördert unter anderem Pferdesport und -zucht, Denkmalschutz, Bildung und mildtätige Zwecke.

Die Stiftung für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin unterstützt soziale und kulturelle Ziele im Kreis.


Die Stiftung zur Förderung der christlichen Verkündigung und Seelsorge auf dem Gebiet der Evangelischen Kirchengemeinden Zühlen, Linow, Braunsberg, Schwanow und Zechow in Zühlen fördert die Arbeit eines evangelischen Pfarrers in diesen Orten.

Die Dres.-Neubert-Familienstiftung in Bad Wilsnack dient der Versorgung der Familie Neubert.

Die Dr.-Jens-Uwe-Völzer-Stiftung in Wittenberge fördert Sport, Kultur, Kunst, Gesundheitswesen und soziale Zwecke.

Die Martin-Opitz-Stiftung in Neuruppin fördert kulturelle und soziale Zwecke in Neuruppin und Rheinsberg.

Die Christian-Wenger-Rosenau-Stiftung in Neuruppin fördert Hilfe für Flüchtlinge, Verfolgte, Toleranz und Völkerverständigung.

Hinzu kommen etlich unselbstständige Stiftungen.

„Die niedrigen Zinsen machen vielen Stiftungen zu schaffen“, weiß Christopher Arndt von der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Neben einer eigenen verwaltet die Sparkasse auch unselbstständige Stiftungen für Fehrbellin, Wusterhausen und Rheinsberg. Weil die Kapitalzinsen gerade so niedrig sind, zahlt die Sparkasse ihrer Stiftungsgemeinschaft jedes Jahr einen Zuschuss. So kommen diese Stiftungen auf rund drei Prozent Ertrag. Viele andere Stiftungen schaffen das nicht.

Neuruppin hofft auf Unterstützung von Bürgern

Der Bundesverband empfiehlt unter anderem, das Eigenkapital aufzustocken, neue Geldgeber zu suchen, sogenannte Zustifter. Auf die setzt auch Neuruppin. Die Stadt hatte eigentlich gehofft, dass neben den eigenen Tochterfirmen auch viele Bürger kleine Beträge in die Stiftung einzahlen und die Finanzen so aufstocken.

Das funktioniert bisher kaum, sagt Kämmerer Göbke. Vielleicht auch, weil viele Bürger die Stiftung gar nicht kennen. „Wir verwalten sie ja nebenbei mit“, sagt Göbke. Für die eigentlich nötige Werbung bleibt im Rathaus zu wenig Zeit. Und Zeit ist Geld. „Eine Stiftung ist langfristig angelegt“, sagt Willi Göbke. Die erfolgreichen Fuggerschen Stiftungen in Augsburg etwa sind über 500 Jahre alt.

Von Reyk Grunow

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