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Wer will Dorfkümmerer werden?

Blumenthal Wer will Dorfkümmerer werden?

Das Bürgerhaus in Blumenthal mischt beim Pilotprojekt „Regionalität und Mehrfunktionenhäuser“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit. Bundesweit setzen sich bis Ende 2018 Akteure an 13 Standorten mit Fragen zur Lebensqualität und wirtschaftlichen Stabilität auseinander. Blumenthal jetzt sucht einen Dorfkümmerer.

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René Kämpfer (M.) vom Iges-Institut moderierte die Dorfwerkstatt in Blumenthal.

Quelle: Christamaria Ruch

Blumenthal. Das Bürgerhaus in Blumenthal hat die Nase in der Gemeinde Heiligengrabe vorn. Denn beim Pilotprojekt „Regionalität und Mehrfunktionenhäuser“ entschied sich die Gemeinde für Blumenthal. Dort wird exemplarisch nach Konzepten zum Erhalt der Lebensqualität und wirtschaftlichen Stabilität gesucht. Bis Ende 2018 stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dafür Fördermittel in Höhe von 90 440 Euro bereit. Bundesweit suchen 13 Modell- und Demonstrationsvorhaben nach Lösungen zu „Mehrfunktionshäusern.“

Am Dienstagabend folgten gut 40 Einwohner und Gäste der Einladung zu einer ersten Dorfwerkstatt im Bürgerhaus in Blumenthal. Zwei Ziele verfolgt das Projekt: Das Dorfgemeinschaftshaus soll zu einem Mehrfunktionenhaus aufgewertet und ein so genannter Dorfkümmerer 2018 als Ansprechpartner und Motor vor Ort tätig werden. Dienstleistungen, sozial-medizinische Versorgung und Kulturangebote sollen im Bürgerhaus ausgebaut, gebündelt oder etabliert werden.

Das Bürgerhaus in Blumenthal steht im Fokus des Modellprojektes „Regionalität und Mehrfunktionenhäuser“

Das Bürgerhaus in Blumenthal steht im Fokus des Modellprojektes „Regionalität und Mehrfunktionenhäuser.“

Quelle: Christamaria Ruch

Anfang vergangenen Jahres fiel der Startschuss - die Akteure der Gemeindeverwaltung und des Berliner Iges-Instituts nahmen intern sechs Dorfgemeinschaftshäuser in Heiligengrabe unter die Lupe. In diesem Zuge fiel die Wahl auf Blumenthal. Jetzt beginnt die Konzeptentwicklung. „Hier entstehen keine Konkurrenzangebote zu vorhandenen Dingen, alles ist ergänzend gedacht“, sagte Projektleiter René Kämpfer vom Iges-Institut. In den Fördermitteln sind 60 000 Euro für Auftragsvergabe an das Institut, außerdem 25 440 Euro Personalkosten enthalten. Darüber hinaus stehen 5000 Euro für Investitionen bereit.

Gemeinde, Ortsbeirat und Kultverein in Blumenthal, Volkssolidarität Wittstock und das Berliner Institut gehen eine regionale Partnerschaft ein – weitere Akteure und Mitstreiter werden gesucht. Ortsvorsteherin Bettina Teiche und Bürgermeister Holger Kippenhahn unternahmen am Dienstag zunächst mit den Besuchern Planspiele und listeten Daten zur vorhandenen Infrastruktur auf. Dann stand ein Fragekatalog zur Versorgung, Mobilität und Vorstellungen zu multifunktionalen Häusern im Raum. „Das ist eine Wunschliste wie zu Weihnachten, doch was hat davon eine klare Perspektive?“, fragte Detlef Bork mit Blick auf die Ergebnisse. „Kaum einer hätte mal gedacht, dass aus den Plänen für den Aussichtsturm in Blumenthal oder die Sanierung der Kirche in Glienicke etwas wird“, entgegnete Holger Kippenhahn. Somit ermutigte er die Besucher, Schritt für Schritt dieses Projekt in Angriff zu nehmen.

Dorfkümmerer soll das Projekt umsetzen

„Das Projekt steht und fällt mit der Person, die nächstes Jahr als Dorfkümmerer die Pilotphase umsetzt“, sagte Christiane Hamelow von der Gemeinde Heiligengrabe. Elke Bröcker, Sozialarbeiterin bei der Volkssolidarität in Wittstock, begleitete vor einigen Jahren ein erstes Projekt Dorfkümmerer. Sie stellte ihre Erfahrungen in Blumenthal vor und ermutigte, „in kleinen Schritten das Projekt mit Leben zu füllen.“ Neben den sozialen und persönlichen Kompetenzen sollen Dorfkümmerer vor allem Geduld, Zeit, Neutralität und Verwaltungskenntnisse mitbringen. „Das ist eine spannende Diskussion und zeigt, welche Potenziale im ländlichen Raum vorhanden sind“, sagte Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke).

Spannend bleibt auch die Frage zur Nachhaltigkeit: Wie gelingt es, sowohl Inhalte als auch Finanzierung nach 2018 auf tragfähige Füße zu stellen? Und wie können schließlich andere Dorfgemeinschaftshäuser von diesen Erfahrungen profitieren?

Info Für weitere Informationen zum Projekt und Anfragen zur Mitarbeit steht Bettina Teiche unter 0151/44 01 43 00 bereit.

Von Christamaria Ruch

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