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Werder: Kopflinden wieder gestutzt

Radikaler Schnitt Werder: Kopflinden wieder gestutzt

Der Gemeindevertreter von Märkisch Linden, Hans Loths, beklagt, dass die Kopflinden in Werder nach drei Jahren Ruhe wieder ihrer Äste beraubt wurden. „Sie sehen aus wie Hundeknochen“, sagt er. In Werder machen die Linden einen tristen Eindruck. Aber Amtsleiterin Susanne Dorn sagt, wie Baumpflegeexperten auch, dass der radikale Schnitt nötig ist.

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Die Kopflinden in der Werderander Dorfstraße.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Dieser Anblick jagt Hans Loths einen Schrecken ein. Die Bäume, die der Gemeindevertreter von Märkisch Linden in Werder selbst mit gepflanzt hat, „sehen verhunzt“ aus, wie er sagt. Geköpft und verunstaltet. Mehr als 60 Linden stehen in den vier Ortsteilen Werder, Gottberg, Kränzlin und Darritz-Wahlendorf der Gemeinde . Alle drei Jahre werden sie beschnitten. „Der Baum gerät dadurch aus dem Gleichgewicht“, sagt Loths. Außerdem wirft er dem Bauamt vor, dass die Bäume nur deshalb beschnitten werden, weil wegen den milden Temperaturen der Winterdienst ausbleibt.

Susanne Dorn, Leiterin des Amtes Temnitz, zu dem die Gemeinde gehört, stellt sich gegen diesen Vorwurf. „Das sind ganz normale Baumpflegearbeiten, die bei allen Linden durchgeführt werden, die auf Kopf geschnitten sind“, sagt sie. Für Hans Loths könnte der Beschnitt kaum radikaler aussehen. „Ich könnte es ja verstehen, wenn der Baum zu dicht am Haus steht oder die Fundamente kaputt macht, aber das ist ja nicht der Fall“, beklagt der Heimatvereinsvorsitzende. Dorn gibt zu, dass die Bäume nach dem Beschnitt verändert aussehen, aber sagt, dass sie sich auch schnell wieder erholen.

Kopflinden müssen regelmäßig gestutzt werden

Die Linden sind seit zwei Wochen auch im Neuruppiner Ortsteil Stöffin ein Thema. Zur Frage stand dort, ob die alten und kranken Linden komplett gefällt werden sollen. Nach Hinzuziehung von Baumwart Hendrik-Hans Hüttich hofft die Stadt nun, dass ein großzügiger Beschnitt reicht. Kopflinden müssen regelmäßig gestutzt werden, da die Äste sonst so dick werden, dass die Bäume die im Falle eines Radikalschnitts entstehenden Wunden nicht mehr schließen könnten. Weil durch die Leerstellen Pilze ins Holz eindringen und der Stamm anfangen könnte zu faulen, würde das für die Linden den Tod bedeuten.

Alle drei bis fünf Jahre sollten Kopflinden beschnitten werden, sagt auch Frank Schlüter von der Märkischen Baumpflege in Langen . „Kopflinden prägen seit Jahrhunderten viele Stadtbilder. Sie werden mit Absicht klein gehalten, das ist gestalterisch gewollt“, so der Experte. Auch die Verkehrssicherheit ist ein wichtiger Punkt. Ein kranker, hohler Ast stürzt bei Sturm schneller auf die Straße als ein gesunder, kurzer Zweig. Dass der Baum durch den Beschnitt einem gewissen Stress ausgesetzt ist, sei zwar richtig. „Aber man beschneidet die Linden ja nicht jedes Jahr“, erklärt Schlüter. Wenn man sich für eine Kopflinde entscheide, müsse sie eben dementsprechend gepflegt werden.

Von Luise Fröhlich

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