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Ostprignitz-Ruppin Werkstätten wollen Nähgruppe eröffnen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Werkstätten wollen Nähgruppe eröffnen
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15:28 03.01.2018
Ende vergangenen Jahres kamen die Nähmaschinen: Carola Blümel arbeitet an einem Einkaufsbeutel aus recyceltem Material. Quelle: Peter Geisler
Dreibrück

In den Hoffnungstaler Werkstätten Dreibrück soll künftig auch genäht werden. Ende vergangenen Jahres hatte der Betrieb einen Anbau des bisherigen Werkstattgebäudes eröffnet. In den kommenden Monaten will das Werkstätten-Team behinderte Menschen für die neue Aufgabe ausbilden. Die Nähgruppe soll unter anderem Beutel und Taschen aus recyceltem Material für die Biomolkerei der Hoffnungstaler Werkstätten in Biesenthal (Barnim) herstellen.

Einen möglichen Prototyp für diese Beutel gibt es bereits – eine stabile Tasche aus einem ehemaligen Werbebanner der Biomolkerei. „Wir wollen diese Produkte wiederverwenden“, sagt Bereichsleiter Martin Sauerer. Derzeit versuchen die Werkstätten Kunden für weitere Produkte zu gewinnen. Denkbar ist, dass die Werkstätten neben Beuteln auch Kissen, Tischdecken oder Schürzen anfertigen. „Wir suchen Partner, die Wert auf nachhaltige Produkte legen“, sagt Sauerer.

Bis zu zwölf Teilnehmer in der Nähgruppe

Wann die ersten Produkte in Serie gehen, ist noch offen. Denn die Werkstätten müssen die bis zu zwölf Teilnehmer große Nähgruppe erst noch zusammenstellen. „Natürlich müssen wir schauen, wer von der Konzentration, der Ausdauer und der Fingerfertigkeit dazu in der Lage ist“, sagt Sauerer. Zugleich müssen die Teilnehmer auf ihre künftigen Arbeiten vorbereitet werden – das Bügeln, den Zuschnitt, die verschiedenen Nähte. „Jeder wird eine ganz spezielle Aufgabe erhalten“, sagt Sauerer.

Bislang bieten die Hoffnungstaler Werkstätten in Dreibrück 50 behinderten Menschen Arbeit in drei Gruppen an: in der Garten- und Landschaftspflege und einem angeschlossenen Landwirtschaftsbereich, in der Gebäudereinigung und in der Montage. Die Nähgruppe ist als vierte Arbeitsmöglichkeit gedacht. „Wir wollen so viele Angebote schaffen, dass alle Beschäftigten nach ihren Fähigkeiten und Leidenschaften eingesetzt werden können“, sagt Sauerer. Zusätzliche Plätze in den Werkstätten wird es allerdings nicht geben. An den Nähmaschinen sitzen künftig Menschen, die zuvor in anderen Gruppen gearbeitet haben.

Leiseres Arbeiten in der Werkstatt

Der Anbau macht nicht nur ein weiteres Beschäftigungsangebot möglich. Zugleich soll er auch die Arbeitsbedingungen weiter verbessern. Im bisherigen Montageraum arbeiten bis zu 20 Menschen gleichzeitig. Das war mitunter laut. Die 130 Quadratmeter große Erweiterung der Werkstätten soll deshalb auch ein leiseres Arbeiten ermöglichen. „Wenn sich jemand mal zurückziehen möchte, so kann er das künftig auch hier tun“, sagt Sauerer.

Der neue Anbau ist lichtdurchflutet. Extrabreite Türen und der Verzicht auf Schwellen machen es auch Rollstuhlfahrern möglich, problemlos in den neuen Werkstattraum zu kommen. „Der Boden ist sehr strapazierfähig und das Licht gut steuerbar“, sagt Sauerer. „In einer Werkstatt muss man auf Vieles achten.“ 230 000 Euro investierten die Werkstätten in den Anbau. In nur einem halben Jahr war die Erweiterung fertig.

In Dreibrück arbeiten Menschen mit geistigen, seelischen oder Mehrfachbehinderungen. Die Beschäftigten der Werkstätten leben fast alle in der benachbarten Wohnstätte. Eine erste Teilnehmerin für die Nähgruppe ist bereits gefunden – Carola Blümel, die auch in ihrer Freizeit gerne handarbeitet. „Sie macht Kissen, Handyhüllen und häkelt“, sagt Sauerer. „Da ist ein ganz großes Interesse.“

Von Frauke Herweg

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