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Ostprignitz-Ruppin Wetterexperte Thilo Kühne wertete Tornado aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wetterexperte Thilo Kühne wertete Tornado aus
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00:48 12.03.2018
Diese Feldscheune wurde am 10. November 2017 vom Tornado zerlegt. Am Grad der Zerstörung konnte der Wetterexperte die Stärke des Tornados bestimmen. Quelle: André Reichel
Barenthin

Den 10. November vergangenen Jahres werden die Barenthiner gewiss nicht so schnell wieder vergessen. An diesem Tag fegte kurz vor 17 Uhr ein Tornado durch den Ort und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Gesehen hatte den Tornado niemand, denn zum Zeitpunkt des Geschehens war es bereits dunkel. Einige Einwohner hatten aber ein lautes Geräusch vernommen und beschrieben es so, als würde ein Düsenjäger gerade zum Start ansetzen.

Einige Tage später rückten Wetterspezialisten aus Berlin an und untersuchten akribisch die Sturmschäden im Dorf. Einer von ihnen war Thilo Kühne. Schon damals konnten die Experten mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es sich tatsächlich um ein Tornadoereignis gehandelt hatte.

Diesen Mittwoch kam der Berliner Wetterexperte Thilo Kühne abermals nach Barenthin. Im Saal der Gaststätte „Parieser Eck“ hielt er einen Vortrag über Tornados im Allgemeinen und über das Ereignis vom 10. November in Barenthin im Speziellen. Mehr als 50 Gäste aus Barenthin selbst und auch aus den Nachbarorten kamen ins „Parieser Eck“, um Neues vom Barenthin-Tornado zu erfahren.

Das Interesse war groß: Am 7. März 2018 fand im Saal des Parieser Eck ein Vortrag zum Tornado statt, der am 10. November 2017 in Barenthin wütete. Mehr als 50 Menschen aus Barenthin, Kötzlin und anderen Orten kamen zum Vortrag von Thilo Kühne aus Berlin. Quelle: André Reichel

Ortsvorsteher Jörg Abraham begrüßte eingangs die Gäste und stellte den Wettermann vor. Thilo Kühne arbeitet hauptamtlich in der Wetterforschung beim European Severe Storms Laboratory (ESSL) und ist zudem ehrenamtlich in der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland aktiv. Gleich zu Beginn seines rund einstündigen Vortrags erklärte Thilo Kühne den Begriff Tornado, der aus dem spanischen kommt und so viel wie „drehen“ und „wirbeln“ bedeutet. „Erstmals ist der Begriff „Tornado“ um 1780 in Nordamerika verwendet worden“, erklärt der Experte.

An Hand von Fotos zeigte Kühne, was Tornados anrichten können. Laut Statistik kommen Tornados vor allem in der Zeit von Mai bis September vor. „Somit ist der Barenthiner Tornado als seltenes Phänomen einzustufen, mit dem man im November in Deutschland nur alle paar Jahre rechnen darf“,so Kühne. In einer anderen Grafik zeigte der Experte auf, welche Bahn der Tornado in Barenthin nahm, wo der Sturm Schäden angerichtet hat und sogar, in welche Richtung die entwurzelten Bäume gefallen sind. „Genau das ist das typische und verräterische Muster, an dem man erkennt, das es wirklich ein Tornado war, der dies anrichtete – und kein gewöhnlicher Sturm“, führt er aus.

Thilo Kühne ist Wetterexperte. Quelle: André Reichel

Die Gäste erfuhren auch, dass die Barenthiner noch einmal richtig Glück hatten, denn kurz nachdem der Tornado Bodenkontakt bekam und mit seinem Zerstörungswerk begann, veränderte er seinen Kurs und entfernte sich von den Wohnhäusern. „Wenn er direkt über die Häuser hinweggezogen wäre, würde es eine ganz andere Schadensbilanz geben“, so Kühne. Die Bahn des Tornados ließ sich auf eine Länge von 1200 Metern nachvollziehen – er hatte eine Breite von ungefähr 90 Metern. Mit einer Zuggeschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern brauchte der Tornado kaum 30 Sekunden, bis er am anderen Dorfende verschwand. Die Rotationsgeschwindigkeit des Tornados wurde vom Wetterexperten mit beachtlichen 150 Stundenkilometern angegeben. Der Wetterexperte, erläuterte auch, warum manche Bäume stehen blieben, obwohl sie genau in der Zugbahn des Tornados standen. „Das selektive Entwurzeln ist ein typisches Erkennungsmerkmal und anhand der Zerstörung, die der Tornado an einer Scheune anrichtete, konnten wir ihn zuverlässig in die Kategorie F1 einstufen.“

Von André Reichel

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