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Ostprignitz-Ruppin Widerstand gegen weitere Windräder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Widerstand gegen weitere Windräder
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00:18 27.10.2013
Elf Windräder, gebaut zwischen 2002 und 2008, stehen auf einem Acker zwischen Groß und Klein Haßlow bei Wittstock. Quelle: Gerd-Peter Diederich
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Wittstock

Konkret geht es um die Bereiche rund um Klein- und Groß Haßlow, Babitz, Dranse, Schweinrich, Zootzen und Gadow. Die rege Kaufaktivität führte sogar zu nachbarschaftlichen Zerwürfnissen in den Dörfern, obwohl noch nichts Konkretes spruchreif ist. Zehn Interessenten, darunter Investoren und Planer, informierten sich zudem über die möglichen weiteren Windanlagen-Standorte bei der Stadtplanerin Sabine Hentschke in der Wittstocker Verwaltung.

Der neue Regionalplan Prignitz-Oberhavel für den Ausbau der Energieerzeugung liegt voraussichtlich im Dezember als Entwurf vor. Ortsvorsteher in den genannten Dörfern werden bereits nervös. "Wir brauchen endlich Klarheit, was geht und was ausgeschlossen ist", sagt Ortsvorsteher Wolfgang Ramin von Klein Haßlow. Für ihn ist es eine bittere Pille, dass bei der Standortfrage der Regionalplan mehr gilt als ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Bisher war Ramin - ähnlich übrigens wie auch Beirate in anderen Ortsteilen überzeugt, dass solche Beschlüsse vor unerwünschten Auswüchsen schützen.

Beirat "Windenergie" in der Stadtverwaltung

  • In der Stadtverwaltung in Wittstock wurde ein Beirat „Windenergie“ gebildet, der für die flächengrößte Stadt im Land Brandenburg geeignete Stellen für neue Windkraftanlagen untersucht.
  •  Die Analysen werden der Planungsgemeinschaft für den gemeinsamen Regionalplan-Entwurf „Windenergie“ als Empfehlung zur Verfügung gestellt.
  •  Dafür werden Flächen auf ihre Machbarkeit als Anlagenstandorte und die Interessen der Stadt überprüft.
  •  Da der Regionalplanentwurf noch in seiner Erarbeitung ist, geht Bürgermeister Jörg Gehrmann in Wittstock davon aus, dass es dazu noch umfangreiche Abstimmungen geben muss und mit einem fertigen Entwurf „nicht vor dem Frühjahr 2014“ zu rechnen sei. Er empfiehlt, einen beschlossenen Regionalplan abzuwarten, bevor private Landverkäufe unterschrieben werden.

Zwischen Klein- und Groß Haßlow rotieren elf Windkraftanlagen. Bis ins Dorf sind sie zu hören. Die Stadtverordneten hatten seinerzeit beschlossen, dort keine weiteren Anlagen zuzulassen. "Ich erwarte von der neuen Bundesregierung, dass die Einspeisevergütungen endlich gesenkt werden und sich der Neubau von Windkraftanlagen marktwirtschaftlich selbst reguliert, ohne uns Steuerzahler immer stärker zu belasten", sagt Ramin. Investoren und Planer schielen aber längst begehrlich auf diese Fläche bis zum ehemaligen Militärflugplatz Alt Daber und hoffen, dort weitere Windeignungsgebiete für viel größere neue Anlagen zu bekommen.

Indes hat ein Besitzerwechsel für die vorhandenen zehn Anlagen eines spanischen Investors bei Klein Haßlow an einen Bayern stattgefunden. Die elfte Anlage gehört einem Dresdner. Der hatte diese kleine 500-kW-Versuchsanlage von 2001 im Jahr 2004 ersteigert und sich gerichtlich gegen den Windschatten von den später davor gebauten Anlagen gewehrt. Bei einer bestimmten Windrichtung müssen nun zwei bis drei Anlagen zugunsten der Dresdner Einzelanlage abgeschaltet werden. "Mit dem Mann aus Bayern ist gut zu reden, er will nicht vergrößern", freut sich Wolfgang Ramin.

Dass möglicherweise trotzdem viel größere neue Anlagen dort gebaut werden könnten, dagegen will sich Ramin wehren und rechnet dabei fest mit der Unterstützung aus der Stadtpolitik in Wittstock. Zunächst wartet er jedoch ungeduldig auf den Entwurf des neuen Regionalplanes. Aber auch in Babitz sowie in Schweinrich, Gadow, Zootzen, Dranse und bis in den Ortsteil Zempow sind Bürger beunruhigt, dass auch sie von künftigen Windeignungsgebieten betroffen sein könnten.

Bei der Begrenzung der Flächen, auf denen Windräder errichtet werden dürfen, erhielt die Stadt Wittstock in der Vergangenheit Unterstützung von der Deutschen Flugsicherung: Die hatte den Bau von Windkraftanlagen im Bereich Alt Daber und um das Gesamtgebiet des ehemaligen Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide zugunsten eines störfreien Flugbetriebs verhindert.

Von Gerd-Peter Diederich

Kommentar: Abschalten

Jede neu gebaute Windkraftanlage zur Stromerzeugung ist zwar eine willkommene Investition und ein weiteres Signal, dass der politisch gewollte Ausstieg aus dem „schmutzig“ erzeugten Strom tatsächlich verwirklicht wird. Die Kehrseite dieses Ausstiegs regt aber immer mehr Menschen auf. Sie müssen dafür bezahlen, für sie wird der Strom immer teurer und sie können kaum etwas dagegen tun. Weiter steigende Umlageerhöhungen beuteln uns. Dass die Bürger mit Windkraftanlagen direkt vor ihren Augen neue Anlagenstandorte ablehnen, liegt dabei auf der Hand. Von grünem Strom ist nicht mehr zu reden, den Investoren wird er nahezu vergoldet. Die viel beschworene Marktwirtschaft wird in diesem Markt karikiert. Hier wird die Last durch die Politik einseitig bei den falschen Adressaten abgewälzt. Wenn das kein Umdenken bewirkt, können Verbraucher einfach nur noch den Strom abschalten. Dann sind Neuanlagen auch überflüssig.
 Gerd-Peter Diederich

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