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Wie Phönix aus der Asche

Neuruppin Wie Phönix aus der Asche

Mit einer besonderen Stadtführung wollen Neuruppiner am 12. Juli an den großen Stadtbrand von 1787 und den folgenden Wiederaufbau erinnern.Kaum ein Ereignis hat die Stadt stärker geprägt. Die Folgen sind bis heute spürbar.

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In Kostümen wollen Schüler und erwachsene Stadtführer den Gästen am 12. Juli in Neuruppin die Ereignisse vom August 1787 näher bringen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Das Feuer kam am Ende des Sommers. Es war ein heißer Augustsonntag, als die Flammen zwei Drittel von Neuruppin vernichteten. Am frühen Nachmittag des 26. Auguist 1787 war der Brand in einer Scheune vor dem Bechliner Tor entstanden. Von dort aus breitete sich das Feuer rasend schnell aus, übersprang die Stadtmauer und legte innerhalb der Befestigung binnen Stunden hunderte Häuser in Schutt und Asche. Kaum ein Ereignis hat Neuruppin so geprägt wie der große Stadtbrand. Die Folgen sind bis heute zu spüren, 230 Jahre später.

Mit einem Gedenktag wollen die Arbeitsfördergesellschaft EAN, der Historische Verein der Grafschaft Ruppin, die Neuruppiner Rotarier, mehrere Schulen und Stadtführer an das Großereignis erinnern. Mit „Gedenken“ ist dabei nicht das Ablegen von Blumen und Kränze gemeint. Monika Goldschmidt, der Geschäftsführerin der EAN, schwebt etwas Bewegteres vor – eine lebendige Führung durch die Geschichte des Stadtbrands und die Zeit des Wiederaufbaus danach.

An mehr als zehn Stationen können sich Neugierige am 12. Juli an verschiedenen Orten in Neuruppin erzählen und zeigen lassen, wie es damals, vor 230 Jahren, zu der Katastrophe kam, was die Neuruppiner unternommen haben und wie die neue Stadt entstand, nachdem der Brand alles vernichtet hatte.

Schon lange arbeitet die EAN an der Idee

„Die Idee dazu ist schon vor zwei Jahren entstanden“, sagt Monika Goldschmidt. Seitdem feilen sie und ihre Mitarbeiter daran. Anfang des Jahres haben sie sich schließlich Partner ins Boot geholt. Die EAN hat sich an mehrere Schulen gewandt und gehofft, Schüler für den Plan begeistern zu können.

Die Jugendlichen sollen am Tag der Führung verschieden Rollen übernehmen und kleine Szenen spielen. Los geht es am Vormittag um 11 Uhr. Auf dem Niemöllerplatz hinter der Klosterkirche werden Schüler der Gentzschule herumtoben und Kinderspiele aus der Zeit um 1787 spielen. Dort beginnt die Stadtführung und zieht durch die Siechen-, Virchow- und Karl-Marx-Straße quer durch die Altstadt zum Schulplatz und zum Rosengarten.

Schüler und Stadtführer werden an Originalschauplätzen erzählten, wie die Neuruppiner die Ereignisse damals erlebt haben. Rolf Doßmann führt Gäste normalerweise als Karl Friedrich Schinkel durch die Stadt; an diesem Tag wird er berichten, wie der junge Schinkel und sein Vater die Feuersbrunst empfanden.

Stadtführungen im Kostüm und Theater im Alten Gymnasium

Wolfgang Trenckler gibt wieder, woran sich Fontane erinnerte. Gerhild Rembges schlüpft in die Rolle von Fontanes Mutter. Ulrich Gaebler spielt schließlich Philipp Bernhard Francois Berson, den Geheimen Oberbaurat des Oberbaudepartements Preußens, der für den Wiederaufbau der Stadt so wichtig war. Im Anschluss an die zweistündige Führung präsentiert die Wilhelm-Gentz-Schule im Alten Gymnasium das Theaterstück „Von Stadtbrand zur Feuerwehr“.

Das Ganze ist bewusst für Mitte Juli geplant. Ende August wäre die Führung so kaum möglich gewesen, sagt Monika Goldschmidt: Wegen der Ferien hätte die vielen Jugendlichen dann nicht mitspielen können. Also hat die EAN-Chefin den Termin kurzerhand um einige Wochen vorverlegt.

Neuruppins Rotarier unterstützen das Projekt gern

Für Peter Neiß, den Präsidenten des Rotary Clubs, war es selbstverständlich, dass die Rotarier das Erlebnis unterstützen. „Unser Schwerpunkt ist ja in diesem Jahr Jugend und Kultur“, sagt er: „Da passt das natürlich ganz hervorragend.“ Wer sich mit Kultur beschäftigt, muss sich zwangsläufig auch mit der Geschichte auseinandersetzen.

Der Erinnerungstag an den Stadtbrand ist der Vorgeschmack auf das folgende Festwochenende. Am Sonnabend 15. Juli, lädt die Neuruppiner Feuerwehr zum Festumzug durch die Altstadt mit anschließendem Tag der offenen Tür ein. Sie feiert ihre Gründung vor 150 Jahren – also erst 80 Jahre nach dem verheerenden Brand.

Die Stadtführung mit Theaterszenen beginnt am Mittwoch, 12. Juni, um 11 Uhr am Niemöllerplatz hinter der Klosterkirche. Von dort aus führt sie bis 13 Uhr zum Rosengarten, wo eine abschließende Ausstellung aufgebaut ist. Um 14 Uhr beginnt im Alten Gymnasium das Theaterstück „Vom Stadtbrand zur Feuerwehr“. Am Sonnabend, 15. Juni, um 13 Uhr, beginnt der Festumzug zum 150. Gründungstag der Neuruppiner Feuerwehr.

Von Reyk Grunow

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