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Wie füllt man ein Museum?

Rheinsberg Wie füllt man ein Museum?

Zu DDR-Zeiten diente Schloss Rheinsberg als Sanatorium. Was von der einstigen Einrichtung noch übrig war, wurde dafür abgerissen und übertüncht. Claudia Sommer berichtete bei einer Führung darüber, wie es gelang, das leere Schloss wieder zu füllen und zum Museum umzugestalten: So als ob die Prinzen Friedrich und Heinrich nie weg gewesen wären.

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Kunsthistorikerin Claudia Sommer bei der Führung.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Wie richtet man nach 200 Jahren ein komplett leeres Schloss so ein, dass es wieder so aussieht wie zu Zeiten der Preußenkönige? Diese Frage mussten sich die Verantwortlichen der Stiftung Preußische Schlösser und Garten stellen, als sie 1991 das Rheinsberger Schloss als Museum wiedereröffnen wollten – nachdem dieses zu DDR-Zeiten als Diabetiker-Sanatorium genutzt worden war. Die prächtigen Wandmalereien waren übertüncht, die Kamine herausgerissen, das Mobiliar samt Gemälden und Büsten längst in alle Winde verstreut. Teils durch den Krieg, teils, weil es schon die Hohenzollern nach und nach verkauft haben, um die nicht geringen Kosten für Lebenshaltung und Erhalt des Schlosses aufzubringen.

Kunsthistorikerin Claudia Sommer war gerade einmal zwei Jahre mit dem Studium fertig, als man ihr die Aufgabe anvertraute, ein Konzept für die Ausstattung des Schlosses zu ersinnen, bei dem die Authentizität der verschiedenen Räume, Kammern und Säle oberste Priorität hatten. Auch sollten die verschiedenen Stile gewahrt bleiben: sowohl der Rokokostil des Kronprinzen Friedrich II., als auch der beginnende Klassizismus des Prinzen Heinrich, der mehr als 50 Jahre im Schloss residierte und dank seiner vielen Europareisen so etwas wie ein Trendsetter in puncto Mobiliar war.

Die Tapete im Raum ist eine Replik

Die Tapete im Raum ist eine Replik.

Quelle: Regine Buddeke

In einem spannenden Vortrag vor leider nur einer Hand voll Zuhörer berichtete sie am Sonnabend ausführlich darüber und zeigte bei einer Schlossführung im Anschluss viele der erklärten Exponate.

Inventarlisten und Auktionskataloge gewälzt

Schon die Recherchearbeit sei immens gewesen. Dank Schlossinventarlisten, Auktionskatalogen, zeitgenössischer Darstellungen, Skizzen und Beschreibungen wurde erst einmal ergründet, was wann und wie lange in welchem Zimmer stand und hing – das wechselte oft mit den Besitzern.

Dann begann die weltweite Suche nach den verschollenen Schätzen. Etliches konnte zurückerworben werden, manches steht als Leihgabe im Schloss. Manche Möbel gingen verloren, sie wurden durch zeittypische Stücke ersetzt. Einige wenige Stücke wurden gar reproduziert – etwa die Satintapete eines Schlafzimmers, von der sich noch ein winziges Fragment des Originals fand. Es sei oftmals ein Glücksfall gewesen – „eine Rückkehr mit Happy End“, so Sommer. Etwa wenn ein Rahmen aus einem DDR-Museum mit dem zugehörigen Gemälde, das in einer Westberliner Ausstellung hing, wieder zusammengeführt werden konnten.

Von Regine Buddeke

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