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Wie in einem alten Wohnzimmer

Fretzdorf Wie in einem alten Wohnzimmer

Alte Stühle, bunte Tischdecke, DDR-Anbauwand: Der Fretzdorfer Ortsbeirat tagt in beinahe historischem Ambiente. Bei den Nachbarn in Rossow war es lange Zeit ähnlich, doch nun haben sie sich verbessert.

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Der Fretzdorfer Ortsbeirat bei einer Beratung.

Quelle: Björn Wagener

Fretzdorf/Rossow. Rossow feierte jüngst eine stille Premiere. Denn erstmals tagte der Ortsbeirat im Traditionszimmer des Spritzenhauses der Feuerwehr, flankiert von einer Reihe von Pokalen an den Wänden. Der Raum bietet mehr Platz als das bisherige Sitzungszimmer in einem kleinen Haus ein paar Schritte weiter die Straße entlang. Außer einer zeitgemäßeren Umgebung mit ausreichend Sitzgelegenheiten gibt es sogar einen Kaminofen – und eine alte Anbauwand aus DDR-Zeiten.

Die sind ohnehin sehr beliebt in den Sitzungsräumen der Dörfer rund um Wittstock und Heiligengrabe. Fast überall finden sie sich noch, wenn sie mittlerweile auch etwas abgegriffen sind.

Längst überholtes Schild

Da machen die Nachbarn in Fretzdorf keine Ausnahme. Dort beginnt die Vergangenheit sogar schon am Eingang. Auf einem Schild steht: „Gemeindeverwaltung Fretzdorf, Kreis Wittstock“. Daran stimmen nur noch die Ortsnamen. Drinnen – an der Tür zum Sitzungsraum – hängt ein Zettel mit den großen roten Buchstaben „WC“ und einem Pfeil darunter. Aber die Beratungen finden dann zum Glück doch nicht auf der Toilette statt. Denn die befindet sich erst im Raum dahinter. Laut Beschilderung ist der Sitzungsraum also nur eine möglichst rasch zu überwindende „Transitstrecke“ auf dem Weg zum stillen Örtchen. Mehr Nichtachtung geht kaum.

Wenn der Ortsbeirat in Fretzdorf zu Sitzungen zusammenkommt, dann geschieht das in einer Art Wohnzimmer aus den 1960er Jahren. Dort könnte sich Vati einst sein Feierabend-Bier genehmigt haben: Ein alter Tisch mit bunter Tischdecke, ein paar zusammengewürfelte Stühle, ein Schreibtisch, ein Kachelofen und eine alte Anbauwand aus DDR-Zeiten.

Es kann eng werden

Geht es allerdings um Themen, die ein paar Gäste ins Haus locken, wie jüngst die Diskussion um einen Bebauungsplan für ein mögliches Windeignungsgebiet, dann kann es in Fretzdorf schon mal eng werden. Immerhin gibt es eine Ausweichmöglichkeit. Wird mehr Platz benötigt, „dann gehen wird meist in den Raum der Feuerwehr“, sagt die Beirätin Kathrin Hofmann.

Der Ortsbeirat hat sich bereits darauf eingestellt, dass das Haus der „Gemeindeverwaltung“ in Fretzdorf, Baujahr 1930, womöglich bald nicht mehr zur Verfügung steht. Denn die Stadt Wittstock sucht einen Käufer dafür.

Von Björn Wagener

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