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Wie von Sinnen auf Freundin losgegangen

40-Jähriger aus Kyritz steht vor Gericht Wie von Sinnen auf Freundin losgegangen

Einem 40-jährigen Mann wird vorgeworfen, in Kyritz auf seine Freundin losgegangen zu sein und sie körperlich misshandelt zu haben. Am Donnerstag war der zweite Verhandlungstag vor Gericht. Eine Zeugin beschrieb eine schreckliche Szene.

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Quelle: dpa

Kyritz. Seit 26 Jahren wohnt Regina W. im selben Haus in Kyritz. Was sich dort am Abend des 7. Mai abspielte, hatte sie bis dahin noch nicht erlebt. Sie wurde Zeugin einer Beziehungstragödie, in ­deren Verlauf Rene S. seine damalige Partnerin krankenhausreif prügelte.

Dafür muss sich der 40-Jährige seit dem 2. Juli vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Dass er gewalttätig geworden war, hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Details waren ihm alkoholbedingt nicht mehr im Gedächtnis.

Weitere Erkenntnisse zur eigentlichen Tat hätte sich das Gericht vom Opfer erhofft. Doch das erschien am Donnerstag nicht. Zum einen, wie ihre Anwältin mitteilen ließ, habe ihre Mandantin gar keine Ladung für den Termin erhalten, zum anderen sei sie wegen ihres posttraumatischen labilen Zustandes nicht in der Lage, dem Angeklagten im Gerichtssaal gegenüberzutreten.

Verteidiger Steffen Kalauch verspricht sich sowieso von ihrer Vernehmung keine weiteren Erkenntnisse zur Wahrheitsfindung. „Sie konnte auch beim Ermittlungsrichter nichts zur Tat sagen.“ Gericht und Staatsanwalt dagegen wollen die Frau hören, um sich ein Bild von ihr machen zu können.

Ein fürchterlicher Knall

Zu den Motiven, die zu dieser Gewaltattacke führte, konnten die Zeugen am Donnerstag nichts sagen, dafür aber einiges zum Geschehen. Regina W. und ihr Mann waren gerade von einem Spaziergang zurück, als sie einen fürchterlichen Knall hörten. Die Glasscheibe der Haustür war zu Bruch gegangen.„Ich bin raus und Rene S. fast in die Arme gelaufen“, berichtete Regina W. Er sei in einer solchen emotionalen Verfassung gewesen, dass sie nur gedacht habe: „Oh Gott, was passiert jetzt hier.“ Sie hörte mehrfaches Klatschen, lautes Schimpfen und den Satz: „Warum hast du mich allein gelassen?“ Regina W. lief nach oben. „Ich habe ihn laut angesprochen, aber ich drang nicht mehr zu ihm durch. Er war für kein Wort mehr zugänglich.“ Sie sah, dass der Angeklagte den Kopf seiner Freundin immer wieder zu Boden stieß. Eigentlich wollte sie dazwischengehen, doch das Ganze sei ihr zu „intensiv“ gewesen. „Er war nicht mehr wiederzuerkennen“, sagte sie. Sie hatte bis dahin Rene S, der erst vor Kurzem in das Haus gezogen war, als ruhigen und unauffälligen Nachbarn erlebt.

Das ganze Haus muss an jenem Abend in Aufruhr gewesen sein. Wie Wohnungsnachbar Marcel S. berichtete, wurde er durch ein Klirren geweckt. Er beobachtete durch den Türspion, wie die gegenüberliegende Wohnungstür aus den Angeln flog und kurz darauf ein Mann eine Frau an den Haaren zog und mit dem Kopf immer wieder zu Boden stieß und dabei brüllte, sie solle verschwinden. Außerdem beschimpfte er sie. „Das Ganze sah für mich schon sehr extrem aus“, sagte Marcel S. Gleich mehrere Mieter riefen die Polizei. Als diese kam, fand sie eine nicht ansprechbare Frau vor und einen „alkoholisierten und aufgeputschten“ Angeklagten, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht. Rene S. ließ sich ohne größere Widerstände festnehmen.

Am 23. Juli wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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