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Wieder Betrieb auf dem toten Gleis

Seit Mai fahren auf Bahnstrecke Neustadt ‒ Neuruppin wieder Güterzüge Wieder Betrieb auf dem toten Gleis

Eigentlich galt die Bahnstrecke Neustadt‒Neuruppin als aufgegeben. Inzwischen ist wieder Betrieb auf dem toten Gleis: Seit Anfang Mai rollen auf dem 15 Kilometer langen Teilstück zwischen Neustadt und Temnitzpark wieder Güterzüge.

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Werder. Immer dienstags und donnerstags beliefert ein Zug mit vier Wagen das im Temnitzpark angesiedelte Unternehmen Bullinger mit Rohholz. "Wir haben die Hoffnung, dass die Züge dort noch lange fahren", sagte Tino Hahn, Geschäftsführer der Regio Infra Nordost, am Montagabend im Kreis-Wirtschaftausschuss in Lindow.

Vier Jahre hatte das Unternehmen, dem die Strecke gehört, dafür gekämpft, Güter auf die Schiene zu bringen. Zum Jahreswechsel erklärte Hahn die Strecke schließlich als aufgegeben. Als die Bahn im März überraschend ankündigte, im Temnitzpark einen sogenannten Tarifpunkt einrichten zu wollen, war Hahn hocherfreut. Mit dem Tarifpunkt ist der Temnitzpark im Navigationssystem der Deutschen Bahn gelistet. Eine wichtige Voraussetzung, um die Trasse zum Temnitzpark überhaupt zu buchen. "Ein kleiner Knoten hat sich gelöst", sagt Hahn.

Damit die Strecke für die Rohholztransporte wieder in Betrieb genommen werden konnte, musste die Regio Infra "sehr kurzfristig noch mal sehr viel Geld in die Hand nehmen", so Hahn. 80000 Euro investierte das in Putlitz (Prignitz) beheimatete Unternehmen für den Bahnübergang in Metzelthin, die Schranken in Barsikow und die Ladestraße im Temnitzpark. Hahn hofft, dass sich die Investition lohnt ‒ mit der DB Schenker, dem Güterverkehrsunternehmen der Bahn, hat die Regio Infra Nordost einen verlässlichen Kunden.

Die Rohware, die in den Holzwerken Bullinger zu Konstruktionsholz verarbeitet wird, wird quer durch Deutschland transportiert. Meist rollt der Rohstoff auf Strecken der Bahn. Auf den letzten 15 Kilometern zwischen Neustadt und Temnitzpark nutzt DB Schenker die Infrastruktur der Regio Infra und zahlt dafür.

"Dieser Gleisanschluss kann für den Temnitzpark eine Chance sein", sagt Hans Schaefer, Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft REG. "Andere Gewerbegebiete werben damit, dass sie einen Gleisanschluss haben." Zurzeit ist das Gewerbegebiet nur etwa zur Hälfte ausgelastet.

In den vergangenen drei Jahren hatten sich der Kreis, die Stadt Neuruppin und andere angrenzende Kommunen dafür starkgemacht, dass die Bahnstrecke Neustadt‒Neuruppin‒Löwenberg erhalten bleibt und jährlich 60.000 Euro an die Regio Infra gezahlt. Das Unternehmen unterhält rund 400Kilometer Schiene. "Wir sind eine der wenigen Gesellschaften, die sich noch trauen, in den ländlichen Raum zu fahren", sagt Geschäftsführer Hahn.

Von Frauke Herweg

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