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Wieder Hoffnung für die Kakaofabrik

Fehrbellin Wieder Hoffnung für die Kakaofabrik

Die insolvente Kakaofabrik in Fehrbellin bekommt einen neuen Eigentümer. Der Name ist noch geheim, aber laut MAZ-Informationen stehen die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter Rolf Rattunde und dem Käufer, der aus der Branche kommen soll, kurz vor dem Abschluss. Demnach sollen die 120 Mitarbeiter übernommen werden.

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In Kürze könnte die Produktion in der Fehrbelliner Kakaofabrik wieder anlaufen.

Quelle: Peter Geisler,

Fehrbellin. Bei der insolventen Kakaofabrik in Fehrbellin muss wohl doch nicht für immer das Licht ausgemacht werden. Vielmehr könnten schon bald die Maschinen, die sich derzeit in einer Art Notbetrieb befinden, wieder richtig laufen: Nach MAZ-Informationen stehen die Verhandlungen von Insolvenzverwalter Rolf Rattunde aus Berlin mit einem möglichen Käufer kurz vor dem Abschluss – Details dazu durfte der Fachanwalt für Insolvenzrecht am Dienstag aber noch nicht verraten. Bekannt ist jedoch, dass der potenzielle Käufer wohl aus der Branche kommt und sich bereits in der vergangenen Woche in der Fabrik in Fehrbellin umgesehen hat. Demnach sollen die 120 Arbeitsplätze dort erhalten werden.

Gewerkschaft: Der neue Käufer muss erst mal ankommen

Darüber ist auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) froh. „Uns eint das Ziel, die Arbeitsplätze zu retten“, sagte Gewerkschaftssekretärin Funda Uygur. Auch sie wollte den Namen des Investoren am Montag nicht nennen. Klar ist, dass es sich nicht um den bisherigen Eigentümer aus den USA handelt. Uygur warnte davor, gleich zu hohe Erwartungen zu hegen. „Der neue Käufer muss erst mal ankommen.“

Die Kakaofabrik hatte Anfang Dezember Insolvenz beim Amtsgericht Neuruppin anmelden müssen. Das Unternehmen hatte kein Geld mehr, um seine Schulden bezahlen und neue Rohstoffe kaufen zu können. Gleichwohl hatte Insolvenzverwalter Rattunde schon damals versucht, Optimismus zu versprühen. Er bescheinigte der Fabrik, sich in einem „guten Zustand“ zu befinden. Demnach war die Finanzmisere bei der Kakaofabrik durch deren „dünnen Liquiditätsdecke“ entstanden. Damit habe das Unternehmen das Auf und Ab bei den Weltmarktpreisen für die benötigten Rohstoffe nicht mehr abfedern können, hieß es. Folge: Die Kakaofabrik musste ihre Produktion einstellen – obwohl im Dezember eigentlich die Arbeiten für die Süßwaren für das Ostergeschäft beginnen sollten.

Insolvenzverwalter kennt die Kakaofabrik recht gut

Anwalt Rattunde kennt die Fabrik im Fehrbelliner Gewerbegebiet recht gut. Er hatte schon 2003 dafür gesorgt, einen Nachfolger für das Unternehmen zu finden, das seinerzeit noch „Rhinmühle“ hieß. Die Rhinmühle war im April 1998 als einzige Kakao-Produktionsanlage in Brandenburg in Betrieb genommen worden. Allerdings musste sie im April 2001 still gelegt werden, nachdem die Verhandlungen mit mehreren Interessenten gescheitert waren.

Eine extra gegründete Tochter der Transmar Commodity Group aus dem amerikanischen San Diego übernahm nach Vermittlung von Rattunde dann 2002 die Kakaofabrik in Fehrbellin. Diese bezieht ihre Kakaobohnen nicht allein aus Westafrika, wie etwa der Elfenbeinküste und Ghana, sondern ebenfalls aus Ecuador, Jamaika und Indonesien. Die Bohnen werden in Fehrbellin gereinigt, geröstet und über drei Mahlstufen zu Kakaomasse verarbeitet. Diese wird in der Schokoladen-, Süßwaren-, Eiscreme- und Backwarenindustrie eingesetzt.

Fehrbellin liefert für viele namhafte Schokoladenhersteller die Kakaobutter. Produziert wurde an 365 Tagen im Jahr im Schichtsystem – bis Mitte Dezember. Seitdem warten die 120 Mitarbeiter, dass es wieder richtig los geht.

Von Andreas Vogel

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