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Ostprignitz-Ruppin Wiedersehen macht Freunde
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wiedersehen macht Freunde
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00:21 14.09.2017
Nach 35 Jahren halten die ehemaligen Mitschüler weiterhin Kontakt zueinander. Alle fünf Jahre gibt es ein Klassentreffen. Quelle: Christian Bark
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Heiligengrabe

Früher hatte Wolf-Dieter Wagener seinen Schülern immer Kopfrechenaufgaben gestellt – wer schnell löste, konnte schnell in die Pause. Angst, durchs Knobeln als Letzter zu seiner Mahlzeit zu kommen, musste am Wochenende keiner der ehemaligen Abiturienten des Pritzwalker Zahnradwerks mehr haben. Schließlich ist die Schulzeit seit 35 Jahren zu Ende. Dafür trafen sie sich mit ihrem Klassenlehrer Wolf-Dieter Wagener aber in geselliger Runde im Klosterstift Heiligengrabe, um über Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges zu sprechen.

1982 legte die Klasse ihr Abitur ab. Unten rechts ist auch Klassenlehrer Wolf-Dieter Wagener zu sehen. Quelle: Privat

„Wir sind in all den Jahren immer in Kontakt geblieben“, sagte Michael Straub. Der Wirtschaftsinformatiker lebt heute in Heiligengrabe, er gehörte zu den Hauptinitiatoren des Klassentreffens. Das erste hatte übrigens bereits fünf Jahre nach dem Abitur stattgefunden. Den Rhythmus behielt die Gruppe bei. Mehr als die Hälfte der ehemals 30 Klassenkameraden war am Wochenende gekommen. Auch Wolf-Dieter Wagener folgte der Einladung. „Zum 20. Abiturtreffen war ich schon mal dabei“, sagte er. Auch wenn er nicht mehr jeden Schüler mit Namen kannte, schließlich unterrichtete er zwischen 1969 und 1993 etliche Abiturklassen am Zahnradwerk, würdigt er dennoch den Zusammenhalt der „schlauen Leute“. Er selbst treffe sich noch regelmäßig mit seinem Abiturjahrgang von 1961. „Selbst da sind noch Lehrer mit bei“, sagte er.

Sechs Frauen in der Klasse

Von den Klassenkameraden hatte jeder so seinen eigenen Beweggrund, das Abitur am Zahnradwerk, das damals als Nachwuchsschule für Ingenieure des volkseigenen Kombinats Getriebe und Kupplungen galt, in Angriff zu nehmen. An-dreas Koch, heute Chef der Pritzwalker Druckerei Albert Koch, wechselte von der Abiturvorbereitungsklasse der Erweiterten Oberschule (EOS) ans Zahnradwerk, weil er sonst keine Chance auf ein Abitur gehabt hätte. „Zwei meiner Geschwister studierten schon, außerdem war unsere Druckerei selbstständig“, erklärte er. „Entweder Du gingst an die EOS, zum Zahnradwerk oder zum OTB in Wittstock“, zählte Uta Köhn die damaligen Möglichkeiten des Abiturs in der Region auf. Da viele Frauen zum OTB gingen, seien in ihrer Abiturklasse nur sechs Schülerinnen gewesen – sozusagen die Hennen im Korb.

In Heiligengrabe wurde fleißig gebrutzelt und erzählt. Quelle: Christian Bark

„Das Technische lag mir mehr“, erklärte Katharina-Angelika Zimmermann ihre Beweggrunde für das Werk. Heute ist sie Leiterin des Museums in Wusterhausen, studiert hatte sie nach dem Abitur aber Physik. Das Besondere an den drei Schuljahren sei die praktische Arbeit im Werk gewesen, das habe zugleich „Bodenhaftung“ gegeben. Wer sein Abitur nicht schaffte, hatte zumindest einen Facharbeiterabschluss sicher. „Außerdem haben wir uns in den Ferien gutes Geld dazu verdient“, so Uta Köhn. Von den ehemaligen Abiturienten sind auch einige bis heute in ihrem eigentlichen Ingenieursberuf geblieben. So war Detlef Draber lange Zeit Entwicklungsingenieur im fränkischen Selb beim Antriebshersteller Rausch und Pausch. Heute leitet er dort das Produktdatenmanagement. Detlef Draber war 1979 von der Werkzeugmaschinenfabrik Zeulenroda nach Pritzwalk gekommen, die Teil des Kombinats war. Mit den „Brandenburgern“ sei der Thüringer rasch warm geworden. Er freute sich schon auf das nächste Klassentreffen. „Mal sehen, was dann zu erzählen ist“, sagte er.

Von Christian Bark

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