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Wiedersehen mit Loriot in Neustadt

Schöller-Festspiele 2016 Wiedersehen mit Loriot in Neustadt

Die Schöller-Festspiele in Neustadt haben sich zum gut besuchten Prignitzer Komödienfestival gemausert. Das Programm für das Jahr 2016 steht bereits. Auch ein großer Loriot-Abend ist wieder geplant.

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Der große Loriot-Abend mit „Büffel im Schlafrock“ war schon zwei Jahre lang so erfolgreich in Neustadt, dass er dort nun auch 2016 erneut stattfindet.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Nach den 6. Schöller-Festspielen ist vor den 7. Schöller-Festspielen. Wie bereits in diesem Sommer sollen sie auch 2016 vielmehr unter dem Namen „Prignitzer Komödienfestival“ stehen. Denn auch das schon im Groben feststehende Programm unterstreicht, was Festivalleiter Peter Schroth unlängst schon sagte: „Wir zeigen unterschiedliche Komödientypen in immer neuen Konstellationen mit jeweils einer Premiere vorneweg.“ Damit ist wie schon in den Jahren 2013 und 2014 dann auch wieder 2016 „Der große Loriot-Abend“ mit von der Partie in Neustadt. Das Stück „Büffel im Schlafrock“ war bislang jedes Mal ein Besuchermagnet. Publikumsliebling ist ebenso das dem Komödienfestival namensgebende Stück „Pension Schöller“. Es wird alljährlich gezeigt.

Neu werden in den Festspieltagen vom 12. bis 21.  August 2016 die Akteure des „Teatro mobile“ sein, mit dem die Festspiele schon traditionell in die umliegenden Orte Wusterhausen, Kyritz und Demerthin ziehen: „Zärtlichkeiten mit Freunden“. Es handelt sich um eine Band, die sich als „Musik-Kasperett“ versteht. Die beiden „Zuzweitunterhalter“ Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch sagen über sich, dass sie „neben mäßiger Musik und geklauten Gags nicht viel zu bieten“ haben. Trotzdem stehen bei ihnen „neunzehn Kleinkunst- und Comedypreise auf dem Schrank“. Sie schreiben über sich: „Die beiden Grobmusiker der bekannten Band ,Zärtlichkeiten mit Freunden’ gastierten bereits auf vielen Silberhochzeiten, Sportfesten und CB-Funkertreffen. Sie sind alte Hasen in der Unterhaltungsbranche. ,Zärtlichkeiten mit Freunden’, um den Namen noch einmal zu nennen, spielen Hits. Aber das ist ihnen nicht genug, sie machen auch Witze. Das ist eigentlich schon alles, was wichtig ist.“

Wichtig ist dennoch: Hinter diesem Musik-Kabarett-Duo aus Riesa in Sachsen verbergen sich nicht etwa zwei Frauen, sondern Christoph Walther alias Cordula Zwischenfisch (Schlagzeug) und Stefan Schramm alias Ines Fleiwa (Gitarre).

Auch das Premierenstück des Komödienfestivals 2016 auf der Strohbühne im Park hinter dem Neustädter Landstallmeisterhaus ist wie immer, und wie der Name schon sagt, ein neues. Es heißt „Landeier – oder Bauern suchen Frauen“ und ist eine Produktion der „Comödie Dresden“ von Frederik Holtkamp. Zum Inhalt: In tiefer, gottverlassener Provinz führen drei Jungbauern ein beschauliches Dasein. Aber etwas Entscheidendes fehlt – der passende Deckel zum Topf, sprich Frauen. Aber woher nehmen? Sind Kontaktanzeigen noch angesagt? Und wie begeistert man per Videobotschaft die moderne Großstadtfrau für das Landleben samt seiner Ureinwohner? Oder bieten Chatrooms und Videoportale im Internet die zeitgemäße Möglichkeit, sich selbst an die Frau zu bringen? Mit der Demonstration fachmännischer Haushaltskenntnisse oder eben doch mit nackten Tatsachen?

Diesem Stück wird nachgesagt: Wer „Ladies Night“ mochte, wird noch viel mehr „Landeier“ lieben. Die „Ladies Night“ lockte 2014 die Zuschauer nach Neustadt. „Landeier“ indes dürfte noch mehr in die Region passen, damit erst recht gefragt sein.

Das diesjährige Premierenstück „Artistokraten“ allerdings hätte besser besucht sein können, wie Peter Schroth bilanzierte. Offenbar war vielen potenziellen Gästen nicht bewusst, „welch tolle Komödie“ sich hinter deren Titel „Sommerzauber Show Baroque“ verbirgt. „Ach, hätte ich das geahnt“, sollen hernach so einige Besucher gesagt haben.

Nach dem Besucherrekord von 2013 mit rund 2300 Zuschauern sackte die Gästezahl auf nunmehr knapp 1600 ab. Und das, obwohl erstmals fünf Produktionen an neun Tagen zusammenkamen – und weshalb nun erstmals die Betonung auf „Prignitzer Komödienfestival“ lag statt nur auf „Schöller“. Ein Grund dafür wird in der ungünstigen Sommerferienzeit gesehen. „Weil wir mittendrin lagen“, sagt Schroth. Zu viele potenzielle Gäste waren wohl noch verreist. „Erst 2018 liegen die Sommerferien wieder günstiger für uns, wenn sie im Kalender nach vorne rücken.“ Die Festspiele einfach so verschieben, ginge schließlich nicht, da die Theaterleute ab Ende August zur Vorbereitung jeweils immer wieder zu ihren angestammten Spielorten zurückkehren müssten.

Schwarz malt Schroth ohnehin nicht. Die Besucherspanne von 1600 bis 2300 sei völlig in Ordnung, auch vor dem Hintergrund, da man sich noch immer „in der Phase des Umhersprechens“ befinde. Der Anteil von aus der Ferne anreisenden Zuschauern betrage um die 20 bis 30 Prozent. Da sei „mehr drin“. Und es bleibe dabei, dass die Festspiele mittels Sponsorenhilfe etwas mehr als die Hälfte des Produktionsaufwandes selber reinspielen. Der Rest besteht aus Fördergeld, das seitens des Landes zuletzt für einen Zeitraum von fünf Jahren zugesagt wurde, wenn sich neben dem Landkreis die Kommunen Kyritz, Gumtow, Wusterhausen und Neustadt ebenso weiterhin beteiligen. So segneten auch sie ihre Anteile schon bis 2017 ab.

Angesichts solcher Planungssicherheit lässt sich das Festival erst recht schon heute bewerben. Erfolgreicher soll das auch noch mal mit den „Artistokraten“ gemacht werden, nicht aber eben für 2016, sondern später. Denn einem Wiedersehens-Rhythmus, sprich darin, dass der Premierenproduktion ein Wiedersehen mit Gästen aus Vorjahren folgt, will das Komödienfestival ja treu bleiben.

Von Matthias Anke

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