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Wildberg: Der Kaiser soll zurück

Denkmal am Marktplatz Wildberg: Der Kaiser soll zurück

Der Kaiser soll zurück: Der Ortsvorsteher von Wildberg wünscht sich schon lange, dass das Kaiser-Wilhelm-I.-Denkmal nachgebildet und wieder auf dem Marktplatz aufgestellt wird. Nun bekommt er Unterstützung von jungen Bewohnern des einstigen Städtchens für sein Projekt, das etwa 20 000 Euro kosten soll.

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Ulrich Jaap bewahrt den Sockel in der früheren Molkerei auf.

Quelle: Celina Aniol

Wildberg. Runter vom Sockel! So war die Stimmung 1946. Damals mussten auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration alle Denkmäler verschwinden, die nicht ganz Kurskorrekt waren – auch das in Wildberg. Also wurde die überlebensgroße Bronzefigur des Kaisers Wilhelm I. vom dortigen Marktplatz abgebaut und vermutlich irgendwo eingeschmolzen. Immerhin konnten die Wildberger den Granitsockel des Monuments retten.

Dieser steht nun seit vielen Jahren restauriert, aber eingemottet in einem Stall von Ulrich Jaap. „ Aber nur vorläufig“, wehrt dieser ab. Denn der Ortsvorsteher hofft nach wie vor inständig, dass der Block samt einer Nachbildung der früheren Statue irgendwann wieder mitten in Wildberg an ihrem ursprünglichen Standort stehen wird.

Einwohner sammelten Geld

Schließlich haben die Wildberger 1905 Geld gesammelt, um die Statue auf dem Marktplatz aufzustellen. „Und außerdem hätten wir dann wieder ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Jaap, der sich damit von der Verherrlichung der Kaiserzeit dezent distanziert. „Die Neuruppiner haben auch ihr Friedrich-Denkmal, und keinen stört es. Ja, sie freuen sich sogar darüber.“

Etwa 20 000 Euro würde es kosten, die Wildberger Statue nachbilden zu lassen, schätzt Ulrich Jaap. „Das ist ein Totschlag-Argument.“ Oder zumindest war es es. „Vor zehn, zwölf Jahren, da wollte keiner an das Projekt ran“, berichtet der Ortsvorsteher. Seitdem habe sich die Einstellung aber geändert, glaubt er. „Jetzt sagen immer mehr junge Leute: ,Komm, das machen wir’.“

Jaap würde sich wünschen, dass die Wildberger diesen Worten Taten folgen lassen und genauso wie die Vorfahren vor über 100 Jahren oder die Neuruppiner in den 1990er Jahren selbst in die Tasche greifen, um den Kaiser wieder auf den Sockel zu heben. Er hat aber auch einen Plan B: Wenn die originalgetreue Nachbildung doch zu teuer für die geschrumpfte Wildberger Bürgerschaft sein sollte, dann will er zumindest den Sockel mit einer Andeutung der Kaiserfigur aus Draht aufstellen.

Von Celina Aniol

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