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Ostprignitz-Ruppin Wildberg: Gutshaus wird Seniorenresidenz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wildberg: Gutshaus wird Seniorenresidenz
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00:18 02.06.2016
Anke Franke vor dem ehemaligen Guts- und künftigen Seniorenhaus in Wildberg. Quelle: FotoS (2): Celina Aniol
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Wildberg

Das Haus zu verlassen, in dem man die Kinder großgezogen, das Leben gelebt hat, ist für ältere Menschen nicht einfach. Wenn sie dann noch nicht mal ihre wichtigsten Dinge mitnehmen können, fällt der Abschied doppelt schwer. Dennoch ist der Platz in den vielen betreuten Einrichtungen sehr knapp bemessen, weiß Anke Franke (49), die seit 23 Jahren ihren Kranken- und Pflegedienst in Wildberg betreibt. „Dann müssen Leute aus ihren 80- oder 100-Quadratmeter-Haus in 15 Quadratmeter umziehen. Also ganz ehrlich, wenn ich mir das bei meinen Eltern vorstelle: Das möchte ich ihnen nicht zumuten.“ Deshalb war für sie klar: Wenn sie Wohnraum für Senioren anbietet, dann nur im großzügigen Maßstab.

„Für mich zählt Klasse statt Masse“, sagt Anke Franke. 35 bis 55 Quadratmeter groß werden deshalb die neun barrierefreie Appartements mit separatem Schlafraum und einer integrierten Küche, die im früheren Gutshaus und der späteren Schule von Wildberg entstehen und bis Ende des Jahres fertig werden sollen. Abgerundet wird das Angebot durch einen Gemeinschaftsraum und eine Nachtbetreuung. Daneben werde es in dem zuletzt als Schulspeisesaal und Wohnraum genutzten Gebäude drei Wohnungen im zweiten Obergeschoss für sonstige Mieter geben. „Wildberg bietet sich für eine Seniorenresidenz an: Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, einen Arzt, ein Café“, erklärt Anke Franke. „Es ist zwar nicht Neuruppin, aber es gibt viele Menschen, die lieber in ihrer Gegend bleiben wollen.“

Im Laufe des kommenden Jahres soll im Erdgeschoss zudem eine Tagespflegestation mit zwölf Plätzen eröffnet werden, die nicht nur für die Hausbewohner gedacht ist. „Das wird ein völlig neuer Geschäftszweig für mich“, sagt Anke Franke. Allerdings kein Wagnis, weil der Bedarf da ist, schätzt die gebürtige Neuruppinerin, die jetzt in Karwe lebt. Das liege daran, dass derartige Angebote in der ländlichen Region dünn gesät sind, was zu langen Anfahrtswegen führe.

Um das Projekt verwirklichen zu können, hat das Ehepaar seit Ende 2014 das komplette Haus umgekrempelt, das ziemlich marode war. Nun sind alle Fenster neu, genauso wie viele Böden und Decken und die gesamte Haustechnik. Und obwohl das Gebäude kein Denkmal ist, hatten die Frankes auch viele bürokratische Hürden zum Beispiel beim Einbau des Lifts und beim Brandschutz zu nehmen, die zu Verzögerungen geführt haben. „Jetzt haben wir es aber ausgestanden“, sagt die gelernte Kinderkrankenschwester, die heute 14 Mitarbeiter beschäftigt, etwa 70 Patienten versorgt und sich schon auf die Nach-Umbau-Phase freut. Viel Arbeit wird es aber auch dann geben. Schließlich bleibt dann noch das 6000 Quadratmeter große Gelände um das ehemalige Gutshaus herum. Dieses will Anke Franke in einem kleinen Park verwandeln, in dem auch Kleintiere gehalten werden. „Das unterstreicht den ländlichen Charakter, und Tiere sind auch gerade bei Älteren das Tor zur Gefühlswelt.“

Von Celina Aniol

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