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Wildberg feiert 700-jähriges Bestehen

Zerstört und immer wieder aufgebaut Wildberg feiert 700-jähriges Bestehen

Wildberg ist in den zurückliegenden 700 Jahren einige Male zerstört worden – belegt sind die Ereignisse im 17. Jahrhundert und auch der Brand 1868. Doch immer wieder bauten die Bewohner ihren Ort wieder auf. Deshalb können sie jetzt auch auf eine lange Geschichte zurückblicken.

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Jürgen Petke an seinem Burg-Modell.

Quelle: Cornelia Felsch

Wildberg. Vor 700 Jahren wurde der Ort Wildberg erstmals erwähnt, wie kann man einen solchen Zeitraum in einer relativ begrenzten Ausstellung zusammenfassen? Für Egbert Zemlin eine schwierige Aufgabe, die viele Monate in Anspruch nahm. „Es war nicht einfach, unter der Fülle der vielen Bilder, die ich mittlerweile besitze, diejenigen auszuwählen, die für einen roten Faden von Bedeutung waren“, sagte der Ortschronist.

Am Freitag wurde in der Turnhalle der Wildberger Grundschule die Ausstellung zur 700-jährigen Geschichte des Ortes eröffnet. Zur Freude der Organisatoren kamen rund 50 Gäste. Etwas traurig waren die Wildberger allerdings darüber gestimmt, dass von offizieller Seite niemand zur Eröffnung kam. Die fleißigen Leute vom Kunst- und Kulturverein und ihre 26 Helfer hätten mehr Anerkennung verdient.

Mit Fotografien, Schriftstücken, Uniformen, Werkzeugen, Kleidungsstücken und einem Burgmodell lassen die Wildberger ihre Geschichte wieder lebendig werden. Ein Wildberger, der sich besonders intensiv und kreativ damit beschäftigt, ist Jürgen Petke. Für die Ausstellung hat der ehemalige Maurer nun wieder zur Kelle gegriffen. Entstanden ist ein Modell der Burg, von der heute nur noch der Wassergraben und Reste der Wallanlage vorhanden sind. „Es ist das absolute Herzstück unserer Ausstellung, das hier zum ersten Mal präsentiert wird“, sagt Egbert Zemlin, der gemeinsam mit dem Erbauer viele Unterlagen wälzte, um einige Hinweise über das Aussehen der Anlage zu finden. „Wir konnten weder Bilder, noch Fotos oder Pläne ausfindig machen“, sagt Zemlin. Die frühdeutsche Sumpfburg wurde vermutlich durch die Edlen von Plotho auf eine bereits vorhandene slawische Burganlage an der Temnitz aufgebaut. In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt Theodor Fontane die territoriale Lage der Burg. So musste der Hobbymodellbauer auf vorhandene schriftliche Nachweise zurückgreifen. Die Fundamente hatte kein geringerer als der Arzt und Archäologe Rudolf Virchow im 19. Jahrhundert entdeckt. Die 700 Jahre gingen an Wildberg nicht spurlos vorbei: Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort im Tal der Temnitz völlig vernichtet, nur noch Mauerreste der Kirche blieben übrig. Dem Großen Kurfürsten haben es die Wildberger zu verdanken, dass Wildberg wieder aufgebaut wurde.

1868 ging der mittlere Teil des Ortes in Flammen auf. Diesmal war es der deutsche Kaiser, der Geld für den Wiederaufbau bereit stellte. Die Hauptstraße wurde zur Wilhelm- und später zur Karl-Marx-Straße. Die Augusta-Straße, mit der man auch die Kaiserin ehren wollte, gibt es noch heute.

Auf den wirtschaftlichen Aufschwung zur Jahrhundertwende folgte der Erste Weltkrieg, 48 Wildberger fanden den Tod. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Vertriebene nach Wildberg. Später sank die Einwohnerzahl allerdings wieder. 95 Wildberger suchten ihr Glück im Westen Deutschlands.

Hinweis: Die Ausstellung ist bis Ende Oktober immer sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeit können sich Interessenten unter der Telefonnummer  033928/ 7 03 61 an Egbert Zemlin wenden.

Von Cornelia Felsch

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